„Mittagsschmaus im Hasenhaus“ von Christine Thau und Carla Häfner

"Mittagsschmaus im Hasenhaus" von Christine Thau und Carla Häfner

„Mmh, wie duftet es doch herrlich
aus dem kleinen Hasenhaus!
Mama Hase kocht für alle
einen leck’ren Mittagsschmaus.“

Doch wo sind denn alle? Mama Hase geht los, sammelt die Familie ein: Hansi, Papa, Opa, Oma und auch Onkel Heinrich. Bis endlich die ganze Familie am Tisch sitzt, „gut gelaunt, wie jeder sieht.“ Guten Appetit! 😊

Schon seit Wochen will ich Euch dieses süße Pappbilderbuch von Haba vorstellen, doch im heimischen Chaos fand ich es einfach nicht. Egal wie gründlich ich suchte. Vor wenigen Tagen dann strahlte der Vizechef mich an und brachte mir das Buch zum Vorlesen. Er hatte es gebunkert. Gehütet wie einen Schatz und sich immer wieder angeschaut. Wollte nicht, dass ich es entführe, wie ich es immer mache mit Büchern, die ich noch rezensieren will.

Als der Dreijährige grinsend vor mir stand und das „beichtete“, war ich unendlich gerührt. Welch großes Kompliment an das Buch! Deswegen muss ich mich nun aber auch beeilen mit meinem Bericht. Denn wenn der Vize aus der KiTa kommt, soll er es direkt wiederbekommen.

Kleinkind-Wohlfühl-Atmosphäre

"Mittagsschmaus im Hasenhaus" von Christine Thau und Carla Häfner

Denn ich versteh ihn ja. „Mittagsschmaus im Hasenhaus“ schafft mit seinen knuffigen Illustrationen, den verspielten Mitmach-Reimen und den großen Klappen eine wundervolle, süchtig machende Kleinkind-Wohlfühl-Atmosphäre. Wenn ich vorlese, dass er der Mama beim Suppe kochen helfen soll, dann grinst der Vize und „rührt“. Wenn es darum geht, Hansi zu trösten, dann pustet er auf das weinende Hasenkind. Und wenn es darum geht, Papa wach zu kitzeln, dann kichert er voller Schalk. Die schlafende Oma im Schaukelstuhl stupst er dagegen ganz sanft an.

Das alles passiert natürlich zum größten Teil im Kinderkopf. Die Regungen, die sich im Gesicht des Vizes zeigen, sind dabei ganz vielfältig, intensiv und für ihn ganz echt. Es ist so niedlich. Und so beeindruckend!

Gefällt auch noch dem Sechsjährigen

"Mittagsschmaus im Hasenhaus" von Christine Thau und Carla Häfner

Die kulleräugigen Tiere von Christine Thau mögen meine Kinder in jedem ihrer Bücher sehr. In „Mittagsschmaus im Hasenhaus“ fallen uns neben den Hauptdarstellern noch viele andere Gäste auf: Maus und Biene, die auch gern etwas von Suppe abbekämen; Eichhörnchen und Vogel, die erschrocken auf Hansi blicken; Familie Frosch beim Mittagsschmaus; die Rennfahrermaus; die Schnecke mit dem Birnhaus und noch so viel mehr. Es gibt soviel Kleinigkeiten, soviel Nebengeschichten zu entdecken. Das hätte ich diesem kleinen Büchlein gar nicht zugetraut.

So macht es auch noch dem Sechsjährigen Freude. Dabei versucht er sich auch am Selberlesen. Zwar bringen einige der hüpfenden Verse von Carla Häfner den (sich schwer tuenden) Leseanfänger arg zum Stolpern. Doch bei den meisten klappt es schon ganz gut. Und dann ist er stolz wie Bolle. Mir machen gefallen die Reime richtig gut, so dass ich auch beim zehnten Vorlesen noch Lust auf das nächste Mal habe.

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„Schokuspokus 2: Wahnsinnig vanillig“ von Maja von Vogel und Franziska Harvey

"Schokuspokus 2: Wahnsinnig vanillig" von Maja von Vogel und Franziska Harvey
„Schokuspokus 2“

Im ersten Band der Schokuspokus-Reihe lernten wir Amanda, Oskar, Jantje, Fiete, Lina, Kalle und Klarissa kennen. Die sieben Kinder leben im Waisenhaus der fiesen Agathe Nieswurz. Doch es ist kein normales Waisenhaus. Es ist eine Schokoladenfabrik! Dr. Nieswurz zwingt die Waisen, ihre berühmte Schokuspokus-Schokolade herzustellen. Dabei ist probieren strengstens verboten.

Nachdem die Kinder den verschollenen Maya-Becher mit Glückskakaobohne gefunden haben, suchen sie nun die restlichen sechs Zutaten für den sagenumwobenen Glückskakao. Zufällig erfahren sie, dass ganz in der Nähe eine der Zutaten zu finden ist: die Goldene Glücksvanille. Auf der Jagd nach der seltenen Pflanze müssen die Kinder clever und mutig sein. Dabei wächst besonders der ängstliche Oskar über sich hinaus.

Perfekte Lesestarter-Reihe

"Schokuspokus 2: Wahnsinnig vanillig" von Maja von Vogel und Franziska Harvey

Ebenso wie schon Band eins („Der geheime Kakaoklau“) konnte Band zwei den sechsjährigen Chef überzeugen. In zwei Urlaubskuschel-Lese-Einheiten verschlangen wir die übersichtliche Episode. Nun steht Band drei dick auf der Wunschliste zum nahenden siebten Geburtstag („Das Jaguar-Geheimnis“ erschien im April). Wir werden die sympathische Schokuspokus-Bande also auch die restlichen fünf Bände begleiten dürfen. Denn der nächste Teil („Die magische Maya-Krone“) erscheint im Oktober.

Die große Schrift, die einfachen Sätze, die kurzen Kapitel, die zahlreichen Illustrationen und die übersichtliche Gesamtlänge machen Schokuspokus zur perfekten Lesestarter-Reihe (für geübte Leseanfänger ab Ende der ersten Klasse). Mein I-Dötzchen tut sich mit dem Lesenlernen sehr schwer. Doch jetzt – in den Sommerferien zwischen 1. und 2. Klasse – ließ er sich immerhin zum Mitlesen animieren. Ganze Sätze las er (fast) ohne zu murren. Ein echter Erfolg!

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Wieso? Weshalb? Warum?: Alles über Bäume

Das Sachbuch "Alles über Bäume" aus der Reihe "Wieso, Weshalb, Warum"
„Alles über Bäume“

Wie essen und trinken Bäume? Warum verlieren sie ihre Blätter im Herbst? Wie alt können Bäume werden? Immer wieder fragte mein Großer (6) uns auf unseren Corona-Ausflügen in den nahen Königsforst Löcher in den Bauch. Deswegen kam dieses Sachbuch der bekannten „Wieso? Weshalb? Warum?“-Reihe wie gerufen.

„Alles über Bäume“ beantwortet in typischer „Wieso? Weshalb? Warum?“-Weise die Fragen des Chefs. Dabei starten wir ganz am Anfang. Finden heraus, was ein Baum ist. Wie unterschiedlich Bäume aussehen und wo sie wachsen. Dann erfahren wir, warum sie Blätter haben. Und tatsächlich auch, wie sie essen und trinken. Das Buch erklärt, warum Bäume blühen und wie aus winzigen Samen grüne Riesen wachsen.

Highlight: Klappen

Der Sechsjährige hörte sich dieses ganze Basiswissen sehr interessiert an. Entdeckte mit dem Vizechef (3) zusammen all die Zusatzinformationen hinter den zahlreichen Klappen. Diese interaktiven Elemente sind Highlights für Schul- und KiTa-Kind. Und ehrlich? Ich mag dieses „versteckte“ Wissen auch sehr. Es macht das Ganze so viel lebendiger. Weckt einfach Spaß an Sachbüchern.

Ganz lebensnah zeigt „Alles über Bäume“ wo wir Baum-Erzeugnisse in unseren Alltag finden, wofür wir Holz brauchen und warum Bäume so wichtig für uns sind. Sehr aktuell greift das Buch auch das Thema Naturschutz auf. So führt es uns z. B. vor Augen, welchen Einfluss unser Fleischkonsum auf die Abholzung des Regenwaldes hat. Oder warum es sinnvoll ist, Papier zu sparen.

Rekordverdächtig

Besonders spannend fanden die Kids die rekordverdächtigen Bäume. Dem Großen hatte es der 1000 Jahre alte Adonis angetan. Diese Kiefer steht in Griechenland und gilt als ältester Baum Europas. Der Vize war ganz fasziniert von der Würgefeige, die sich auf anderen Bäumen durchs Baumleben schmarotzt.

Die Jungs sind begeistert von diesem „Wieso, Weshalb, Warum“-Band. Für Baum-interessierte Kinder von drei bis sieben Jahren eignet es sich perfekt. Es geht nicht tief in die Details und verstrickt sich nicht in Fachwörter. Auf Fachsimpeleien zu Chlorophyll und Photosynthese verzichtet das Buch dankenswerterweise komplett. Es beschränkt sich auf gut verständliche Erläuterungen. Für mich ein absolutes Pro!

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Rüdiger Bertram: „Finns fantastische Freunde – Trollalarm und Mammuthamster“

"Finns fantastische Freunde – Trollalarm und Mammuthamster" von Rüdiger Bertram

Seit Finn dieses Fass mit diesem dicken Zauberer und diesem Chamäleon-Drachen vor die Füße knallte, ist nichts mehr wie es war. Der junge Sachensammler nahm die Besucher aus dem Land-ohne-Namen mit. Brachte Zauberer Zackarius und Kuscheldrachen Attila im Gartenschuppen unter. Freundete sich mit seiner ärgsten Sachensammel-Konkurrentin Marie-Lou an. Und legte sich mit der Herrscherin des Landes-ohne-Namen an.

Auf der Jagd nach dem mächtigen Xalabu reist die Bande zusammengewürfelter Helden (inklusive Alienforscher Schrödinger) nun der hundsgemeinen Infamia hinterher. Ins Land-ohne-Namen. Bereit es mit Trollen, Einhörnern und grausamen Unterdrückerinnen aufzunehmen.

Am liebsten in einem Rutsch verschlungen

"Finns fantastische Freunde – Trollalarm und Mammuthamster" von Rüdiger Bertram

„Finns fantastische Freunde – Trollalarm und Mammuthamster“ ist der dritte und letzte Band der Trilogie um Sachensammler Finn, Zauberer Zackarius, Drachen Attila und Göre Marie-Lou. Und endlich ist es soweit: Wir reisen ins Land-ohne-Namen. Um das Xalabu zu erobern und vielleicht auch, um Klassenfiesling Alexander zu retten.

Brauchten wir bei Band eins („Trollangriff und Einhornschinken“) und zwei („Feuerblitz und Schmusedrache“) jeweils eine kleine Weile, um mit der Geschichte warm zu werden, hielt uns beim letzten Teil nichts auf. Der Chef (6) wollte sofort weiterlesen. Am liebsten hätte er das Buch in einem Rutsch verschlungen.

Hast Du schon Band 4?

Es war aber auch spannend! Zolltrolle, grummelige Zwerge, zwergenhafte Riesen, strunzdumme Einhörner, hamsternde Mammuthamster, Vampirelfen, Drachen, Endschlachten hier, Gesangswettbewerbe da – mensch, mensch, mensch. So wunderte es mich nicht als der Chef – kaum war die letzte Seite umgedreht – hibbelig fragte: „Hast Du schon Band 4?“

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„Der ganze Zoo geht aufs Klo“ von Anna Taube und Eefje Kuijl

"Der ganze Zoo geht aufs Klo" von Anna Taube und Eefje Kuijl

„Katta Kitti muss mal Pipi.“ Doch das Klo ist schon besetzt. Der Lemur umsonst gehetzt. Auch Edi Elefant muss warten. Genauso Pinguine, Affen und Piraten…äh…nein: …und die Schlange. Die Moral von der Geschicht? „Drängeln ist verboten. Und wascht danach die Pfoten!“

Aber die Moral ist nicht ganz wasserdicht. So erleichtert sich die Schildkröte kurzerhand am Baum. Ein Vöglein über’m Elefantenkopf – man glaubt es kaum. Und das Babyäffchen? Das darf aufs Töpfchen.

Giggeln und Kichern

„Der ganze Zoo muss aufs Klo“ ist frech. Es ist bekloppt. Es ist ein Heidenspaß! Die Bilder sind übersichtlich. Geben kleinen Bücherwürmen Zeit und Raum für Entdeckungen. Zeit zum Giggeln und Kichern.

"Der ganze Zoo geht aufs Klo" von Anna Taube und Eefje Kuijl

Mit jeder Seite kommen Tiere hinzu. Sehen die Vögel ein wenig anders aus. Macht ein Tier Quatsch. Benimmt sich daneben. Wächst das Tohuwabohu. Bis am Ende wieder (etwas) Ordnung einkehrt.

Mein Vize (3 1/2-irgendwas) ist der Zielgruppe schon fast entwachsen. Doch mag er dieses Klobuch sehr. Die wildpinkelnde Schildkröte hat es ihm angetan. Genauso wie die unverschämte Drängelschlange. Das Windel tragende Affenbaby, mag er auch sehr. Denn mit ihm kann er sich identifizieren.

Wenn ich pädagogisch gestimmt bin, dann zählen wir ein wenig, Wie viele Pinguine müssen auf Klo? Und wie viele Affen? Aber eigentlich genieße ich den Nonsens dieses tierisch albernen Kinderbuches.

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„Gigaguhl und das Riesen-Glück“ von Alex Rühle und Barbara Yelin

„Gigaguhl Gargantua war der größte aller Riesen.
Er berührte fast den Himmel und er konnte Stürme niesen“

"Gigaguhl und das Riesen-Glück" von Alex Rühle und Barbara Yelin
„Gigaguhl“

Doch irgendwann wird auch der größte Riese müde. Also deckt sich Gigaguhl mit der blühenden Sommerwiese zu. Hält ein Riesennickerchen. Viele hundert Jahre lang. Hält Frühlings-, Sommer-, Winterschlaf. Und dann…

Dann nimmt die Geschichte ihren Lauf. Auf dem Riesenrücken wächst nach und nach ein Dorf, eine Stadt. Mit allem Drum und Dran: Häusern, Straßen, Kindern. Zwei dieser Kinder – Nick und Nina – suchen das Abenteuer. Und stolpern dabei über Gigaguhl. Oder – genauer gesagt – in des Riesen Riesenkopf.

Reime voller Schöpferkraft

"Gigaguhl und das Riesen-Glück" von Alex Rühle und Barbara Yelin

In „Gigaguhl und das Riesen-Glück“ spinnt uns Alex Rühle („Zippel, das wirklich wahre Schlossgespennt“, „Traumspringer“) ein unglaubliches, fantastisches Fantasiegespinst zusammen. In originellen Reimen erzählt uns Rühle Gigaguhls Geschichte. Reime voller Schöpferkraft. Wundervoll. Märchenhaft.

Doch erst Barbara Yelins großartige Bilder verleihen diesem Bilderbuch seinen riesenhaften Charme. Seine kolossale Schönheit. Sie verwandelt ein gigantisches Ungeheuer in einen ungeheuer liebeswerten Giganten.

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„Heute nicht“ von Timon und Julian Meyer

"Heute nicht" von Timon und Julian Meyer
„Heute nicht“

Der Bär hat’s heute schwer. Dem Krokodil ist alles zu viel. Der Lurch hängt durch. Beim Lama gibt’s Drama. Und das arme Pandaherz zerbricht gar vor Schmerz. Doch so schlimm heut‘ alles scheint, morgen wird schon wieder gereimt! Mit Bär am Meer oder einer Pause zu Hause. Auf jeden Fall voll Sonne und Wonne.

Wie gut kennen meine Jungs und ich diese Tage. Diese Tage, an denen einfach alles schief geht. Wir mit dem falschen Fuß aufstehen. Von da an durch Fettnäpfchen stampfen. Uns tollpatschig und zickig durch den Tag schlagen. Nichts so läuft, wie es soll. Tage für die Tonne.

Mitfühlen und besser fühlen

Deswegen verstanden wir die Tiere aus Timon Meyers Bilderbuch „Heute nicht“ sofort. Fühlten mit bei ärgerlichen Malheuren, schlechter Laune, enttäuschten Erwartungen. Bei all den Gefühlen, die Illustrator Julian Meyer den niedlichen Tieren so herzerweichend in Mimik und Gestik malte.

Und was freuten wir uns über den neuen Tag. Der besser läuft. An dem sich die Tiere was gönnen. An dem sie wieder das Schöne sehen.

Welch wunderbare Botschaft. Ja, es gibt bescheidene Tage. Es ist ok, einfach mal schlecht drauf zu sein. Sich die Decke über den Kopf zu ziehen. Aber – hey: Morgen ist ein neuer Tag. Die Sonne geht wieder auf. Mach was draus!

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„Kleiner Löwe, großer Mut“: Eine ganz persönliche Mut-Geschichte

"Kleiner Löwe, großer Mut" von Tom Belz, Carolin Helm und Alexandra Helm

„Wenn du schnell genug, tapfer genug, schön genug oder stark genug bist, dann schaffst du alles. Was aber, wenn du einfach ganz normal, strubbelig und vielleicht nicht der beste bist?“

Das fragte sich Abenteurer Tom Belz auf Instagram. Der Kilimandscharo-Bezwinger vermisste „Geschichten, welche Kindern beibringen, dass man nicht in allem der Beste sein muss“. Geschichten, durch die sie erkennen, Vertrauen in sich selbst zu haben. Geschichten, durch die sie erkennen, dass es manchmal Mut bedarf. Und so schrieb er sein ganz eigenes Mutmach-Buch. Die Geschichte vom kleinen Löwen Tobe.

„Das Leben ist da, um gelebt zu werden“

Tobe hat drei Beine. „Ein Bein hat Tobe nämlich verloren. Das passiert Löwen genauso wie Menschen. Manchmal ist eine Krankheit schuld, manchmal ein Unfall und manchmal ein Krokodil.“ Nun will Tobe aber wieder loslegen. „Das Leben ist da, um gelebt zu werden“.

Doch irgendwie läuft es nicht mehr rund. Seine Freunde wollen ihn schonen, beschützen, behüten; sie sorgen sich und lassen ihn gewinnen. Dabei ist Tobe doch noch immer Tobe. Er ist ein Löwe. Er will Löwensachen machen. Um es allen zu zeigen, will er auf den höchsten Berg laufen – „bis zu den Wolken“. Tobe erklimmt den Gipfel. Mutig und stark. So mutig und stark sogar, dass er erkennt: Es vollkommen in Ordnung auch mal Hilfe anzunehmen.

Tom Belz‘ erzählt in seinem Bilderbuch „Kleiner Löwe, großer Mut“ eine mitreißende, lehrreiche, Mut machende Geschichte. Ich las die Geschichte auf dem Spielplatz als Rezensions-PDF auf dem Familien-Tablet. Meine Jungs zündelten sehr konzentriert an imaginären Sandlagerfeuern. Doch der Dreijährige spinkste bei einem seiner Kontrollbesuchen auf’s Tablet. Und fragte mich, warum der kleine Löwe traurig sei. Das Ende des Buches war nah. So fasste ich zusammen was bisher geschah. Ich dachte, das würde dem Vizechef reichen. Pustekuchen! Nun wollte er alles ganz genau wissen. Alles sehen.

Sie schauten und lauschten und grinsten

"Kleiner Löwe, großer Mut" von Tom Belz, Carolin Helm und Alexandra Helm (Foto: arsEdition)
(Foto: arsEdition)

Der Sechsjährige gesellte sich zu uns und beide schauten und lauschten und grinsten. Irgendwie wissend. Irgendwie weise. Auf jeden Fall bezaubernd bezaubert. Dem Chef gefiel besonders, dass Tobe den Berg erklommen hatte. Sich nicht aufhalten lies. Sein Ding machte. Dem Vize gefiel es, dass ihm geholfen wurde. Und wie ihm geholfen wurde. Und dass das für den kleinen Löwen dann auch ok war. Ich liebe meine Kinder! 😊

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Rüdiger Bertram: „Finns fantastische Freunde – Feuerblitz und Schmusedrache“

Rüdiger Bertram: "Finns fantastische Freunde – Feuerblitz und Schmusedrache"

Seit Finn dieses blaue Fass mit diesem dicken Zauberer und diesem sprechenden Chamäleon-Drachen vor die Füße knallte, ist nichts mehr so wie es war. Der junge Sachensammler nimmt die Besucher aus dem Land-ohne-Namen mit. Verfrachtet sie in den Schuppen im Garten seiner Familie. In den Schuppen, in dem er alle seine Fundsachen sammelt. Und nicht nur das. Zusammen mit dem dicken Zauberer Zackarius, dem Drachen Attila und seiner ärgsten Sachensammel-Konkurrentin Marie-Lou findet er sich in einem total verrückten Abenteuer wieder.

Inzwischen ist die Herrscherin des Landes-ohne-Namen, den beiden Dissidenten dicht auf der Spur. Die hundsgemeine Infamia will ihr Xalabu wiederhaben. Das hatten die beiden ihr gestohlen. Mit guten Absichten – mehr oder weniger. Denn nur mit diesem Artefakt können die Bewohner ihrer Welt lesen und die Wahrheit sehen. Und diese Fähigkeit sollten doch alle haben und nicht nur die gemeine …Entschuldigung… hundsgemeine Infamia!

Zusammengewürfelte Helden

Rüdiger Bertram: "Finns fantastische Freunde – Feuerblitz und Schmusedrache"

„Finns fantastische Freunde – Feuerblitz und Schmusedrache“ ist der zweite Band des Dreiteilers um den sympathischen Sachensammler und seine Bande zusammengewürfelter Helden. Der großspurige Zauberer, der feuerspeiende Kuscheldrache, die rotzfreche Marie-Lou – sie sind im ersten Band („Trollangriff und Einhornschinken“) schon zusammengewachsen und ein eingespieltes Team. Oder vertragen sich zumindest…

Beim Kampf gegen die hundsgemeine Infamia und Klassenfiesling Alexander gesellt sich nun noch Alienforscher Schrödinger dazu. Denn um die Schurkin aufzuspüren, brauchen unsere Freunde seine Nicht-von-dieser-Welt-App.

Welch Aufregung. Welch Chaos. Welch Freude!

Ach, was haben wir mitgefiebert! Auf der Couch gab es kein Halten mehr. Zackarius der Große ist aber auch einfach zu lustig in seinem Größenwahn. Seine schieflaufenden Hypnoseaktionen einfach zum Schießen. Und die Endschlacht im Kaufhaus erst! Welch Aufregung. Welch Chaos. Welch Freude!

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„Sonntag, Montag, Sternentag“ von Anna Woltz

"Sonntag, Montag, Sternentag" von Anna Woltz

Nora ist ein Nerd. Eine pfiffige Erfinderin, die sich gegen ihre großen Brüder zu wehren weiß. Etwa mit einem selbstgebauten Drachen. Und vielleicht hilft beim neuen Nachbarsjungen ja ein Jungen-Pümpel? Mit dem könnte sie den Kopf des Jungen entstopfen. „Und dann würde er sich normal benehmen.“

Erst einmal platzt der neue Nachbarsjunge aber plötzlich in ihr Zimmer. Mitten in der Nacht. Durch eine Luke, die Nora bisher nie bemerkt hatte. Und so lernt sie Ben kennen. Ben liebt Sterne. Er weiß alles über sie. Er soll ein Referat über sie halten. Doch wenn die ganze Klasse ihn anstarrt? Das geht nicht! Aber: Erfinderin Nora weiß Rat.

Scharfsinnig, vielschichtig, emanzipiert

„Sonntag, Montag, Sternentag“ steckt voller Wärme und Witz, voller Mut und Herz. Woltz schreibt scharfsinnig, vielschichtig, emanzipiert, divers. Ein dünnes, starkes Büchlein – ganz dicht gepackt mit großen, kleinen Lebenslehren. Was für eine wundervolle Geschichte!

Das Buch richtet sich an Leseanfänger ab sieben Jahren. Und ja: Knackig in einfacher Sprache und kurzen Kapitel erzählt und in angenehmer Schriftgröße gedruckt, kommen geübte Erstleser bestimmt zurecht. Zusammen mit den locker-lebendigen Illustrationen von Lena Hesse strengt die Lektüre nicht an.

Mein Erstklässler hat vor soviel Text aber noch zu großen Respekt. Das ist ok. Denn eigentlich fände ich es wirklich schade, wenn er solch schöne Geschichten schon ohne mich entdecken würde. Ich bin dabei einfach viel zu gerne an seiner Seite. 😊

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