Lachen und Psst-en, kichern und prusten mit: „Psst! Der Drache schläft!“

"Psst! Der Drache schläft!" von Wiebke Hasselmann und Isabel Große Holtforth
„Psst! Der Drache schläft!“

Als mein gerade dreijähriger Vizechef den friedlich schlummernden Drachen auf dem Buch „PSST! Der Drache schläft“ sah, war er hin und weg. In den letzten Wochen lasen wir das Buch rauf und runter, immer wieder. Gerne mehrfach hintereinander. Der Vizechef ist ganz verliebt in dieses besondere Gute-Nacht-Buch mit Ausziehseiten!

Der Drache liegt da und schläft selig lächelnd auf seinem Kissen. Monster, Schafe, Erdwichtel und Feuerwehrleute halten den Drachen für einen Berg. Schubsen, stampfen, klappern und rennen über ihn hinweg. Lärmen und poltern. Doch der Drache schläft tief und fest. …bis eine kleine Ameise daherkommt; ihn für einen Berg hält; sich an ihn schmiegt; einschläft. Und so laut schnarcht, dass der Drache aufwacht. Oh oh! Der Drache findet jedoch eine freundliche Lösung.

Und alle schlafen ruhig weiter – nur mein vorlauter Vizechef nicht. Der will nochmal die Monster kitzeln, mit den Schafen trippeln, mit den Erdwichteln wühlen und tropfende Schläuche schleppen.

Zankende Monster und wuselnde Feuerwehrleute

"Psst! Der Drache schläft!" von Wiebke Hasselmann und Isabel Große Holtforth
„Psst! Der Drache schläft!“ von Wiebke Hasselmann und Isabel Große Holtforth

Der sechsjährige Chef schaut sich das Buch sehr gerne zusammen mit seinem kleinen Bruder an. Das I-Dötzchen zieht immer wieder die Schieber aus den dicken Pappseiten und beömmelt sich genauso über zankende Monster und wuselnde Feuerwehrleute wie das Kindergartenkind.

Auch mir macht dieses putzige Drachenbuch großen Spaß. Ein wenig dauerte es zwar, bis ich verstand in welcher Reihenfolge die Seiten und Schieber zu lesen und zu schieben sind (erst die große Seite, dann der linke Schieber, dann der rechte – schön der Reihe nach). Aber dann hatte ich den Bogen raus. Schön wäre es, wenn sich die kleinen Zuhörer gedulden könnten bis die richtige Seite zum Rausziehen dran ist. Aber das scheint utopisch. Und der Vorleser wächst ja an seinen Herausforderungen. 😅

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Nicki Thornton: „Hotel der Magier“

"Hotel der Magier" von Nicki Thornton
„Hotel der Magier“ von Nicki Thornton

Ich geb‘s zu: Das Cover verführte mich! Dieser strahlende Mond, die glitzernden Sterne, das einsame Haus mitten im Wald… „Hotel der Magier“ verzauberte mich. Der Rückentext versprach einen magischen Krimi mit viel Potential. Doch leider konnte mich die Geschichte um Küchenjunge Seth Seppi nicht überzeugen.

Küchenjunge Seth führt ein trauriges Leben im Hotel „Zur letzten Chance“. Seine Mutter starb bei seiner Geburt, sein Vater verschwand, die Hotelbesitzer nutzen ihn aus. Und als wäre das nicht schon genug, peinigt ihn die Hoteliers Tochter Tiffany wo sie nur kann. Eigentlich kann es gar nicht schlimmer kommen. Doch dann wird bei einer mysteriösen Versammlung der wichtige Magier Dr. Torpor Thallomius ermordet. Und Seth gerät unter Mordverdacht. Doch die anderen Gäste haben vieles zu verbergen. MaPo-Inspektor Zinnkrug nimmt die Ermittlungen auf. Und auch Seth versucht zusammen mit seiner Katze Nachtschatten zu verstehen, was vor sich geht.

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„Das NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn

„Das NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn
„Das NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn

Kleine, rotze freche Einhörner avancieren bei meinen Jungs derzeit zu absoluten Lieblingstieren. War schon bei „Hector und Holunda“ das Einhörnchen Ojo unser Favorit, toppt „Das NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling nun alle Rekorde auf der Buchheldenskala meiner Kinder.

Superflauschig, im Herzwald geboren, auf Zuckerwatte gebettet, mit Keksen gefüttert – so lebt das schnickeldischnuckelig süße Einhörnchen. Doch will es den ganzen gezuckerten Kuschelwolken-Knuddel-Engel-Quatsch nicht. Ist bockig und zickig, sagt immer nur Nein! „Nein!“ zum Tanzen; „Nein!“ zum Regenbogenrutschen; „Nein!“ zum Seifenblasensee-Herumwutschen. Und – ach – das ganze Gereime geht dem Mini-Einhorn auch ganz gehörig auf den Senkel. Deswegen verzieht es sich. Und Tschüs!

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Hector & Holunda: Die zauberliche Geschichte einer eigentlich ganz normalen Familie

Hector & Holunda - Wirklich zauberlich und wundersam verhext
Hector & Holunda – Wirklich zauberlich und wundersam verhext

„Sie waren wirklich sehr verschieden, die beiden. Das waren sie. Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deshalb, wurde es ihnen nie langweilig. Nicht einen einzigen Tag in den mehr als zweihundertsiebzig Jahren, die sie nun schon zusammenlebten… Sie lebten also glücklich und zufrieden. Und es hätte ewig so weiter gehen können. Aber dann gäbe es ja nichts mehr zu erzählen…“

Das 0. Kapitel – Bevor alles begann

Hexe Holunda und Zauberer Hector lebten also glücklich in ihrem schiefen Hexenhäuschen im Düsterwald. So glücklich, dass sie zusammen vier wundervolle, kleine Wesen schufen: Kund Kumin, Fleule Filine, Einchen Ojo und Spisch Ips. Zu sechst war das Leben wild und wuselig und wunderpupundatoll. Die Jahreszeiten zogen vorüber und meistens waren alle fröhlich. „…manchmal wurde auch geschimpft und gestritten…Aber jeder Streit ging vorbei und am Ende wurde wieder gelacht. Allerdings änderte sich das eines Tages.“

Genug ist genug!

Der Rückentext von "Hector & Holunda - Wirklich zauberlich und wundersam verhext"
Der Rückentext von „Hector & Holunda – Wirklich zauberlich und wundersam verhext“

Hector und Holunda stritten sich immer öfter. Über klitzekleine Kleinigkeiten. Außerdem schleppte der Zauberer immer mehr seiner geliebten magischen Pflanzen an. Dabei barst das kleine Häuschen schon aus allen Nähten. Und als Holunda dann (aus Versehen) ein paar von Hectors Zauberpflänzchen in die Suppe schnippelte, war das Maß voll. Nach einem heftigen Streit beschlossen die beiden: „So konnte es nicht weitergehen.“ Genug ist genug!

Und weil sie auf jeden Fall Freunde bleiben wollten, beschlossen sie, dass Hector in sein eigenes Haus ziehen solle. Ein Haus, dass genug Platz für seine Pflanzen und die Tiere haben würde. Nicht weit weg.

Die Tiere fanden es natürlich erst einmal doof, dass Hector nicht mehr bei ihnen wohnte. Aber sie nutzen die Zauberkugel, um mit ihm zu reden und besuchten ihn oft. Die Stimmung zwischen Hector und Holunda entspannte sich und das Leben im Düsterwald nahm seinen Lauf. Wild und wuselig und wunderpupundatoll .

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Mit „Roberta & Henry“ kichernd lernen sich (mehr) zu mögen

"Roberta & Henry" von Jory John und Lane Smith
„Roberta & Henry“ von Jory John und Lane Smith

Giraffe Roberta hat echte Probleme. Ihr Hals macht sie fertig. Er ist zu lang, zu dünn, zu scheckig und streckig, zu erhoben, zu erhaben – kurz: zu halsig. Und alle starren ihn an. Denkt Roberta.

Sie hat auch schon alles versucht. Hübschte ihn auf mit Schals („ganze Gebirge aus Schals“), mit Fliegen, mit Krawatten, mit beidem. Versteckte ihn hinter Büschen, in Gräben, hinter Bäumen und im Fluss. Die Hälse der anderen Tiere sind so viel besser. Nur ihrer ist so…halsig.

Vollkommen verzweifelt trifft sie Schildkröte Henry. Henry kam nicht umhin Robertas Verzweiflung mitzubekommen. Auch er ist mit seinem Hals nicht zufrieden. Robertas dagegen, den findet er ganz schön praktisch. Zusammen entdecken sie, wie toll ihre Hälse sind.

„Roberta & Henry“ des Bilderbuch-Dreamteams Jory John und Lane Smith („Paule Pinguin allein am Pol“) ist zum Quietschen lustig. Roberta ist in ihrer verschobenen Selbstwahrnehmung so drüber, so übertrieben leidend, so hysterisch, dass mein Chef (grade Sechs) sich beim Vorlesen vor Lachen kringelte. Der schauspielerisch hochbegabte Vizechef (Zweidreiviertelirgendwas) machte meine Roberta-Stimme sofort nach und beömmelte sich köstlich. Und ich, ich hatte sofort diverse Glamour-Diven und Jugendfreundinnen vor Augen.

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Günther Jakobs‘ anarchischer Cartoon-Spaß: „Katz und Maus wollen hier raus“

Günther Jakobs: "Katz und Maus wollen hier raus - Nun mach das Buch schon auf!"
Günther Jakobs: „Katz und Maus wollen hier raus – Nun mach das Buch schon auf!“

„Huch, wo bin ich hier?“ fragt die kleine Katze und fordert uns auf: „Fühl mal!“. Also fühlen wir. Ja, das fühlt sich glatt an! Dann schnuppern wir. Es riecht nach Papier. Oh ja! Die Katze findet mit uns heraus, dass sie in einem Buch steckt.

Schön und gut, aber auf Dauer doch nicht so ganz das, was sie will. Sie will da raus! Darum geht sie mit uns auf die Suche nach einem Ausweg. Wir drehen das Buch für sie und schütteln es; verfolgen das Kätzchen dabei, wie es versucht hinauszulaufen – alles ohne Erfolg. Deshalb streicheln wir die Katze, während sie sich ausruht und zwicken sie, damit sie aufwacht. Nichts hilft. Wir greifen zu drastischeren Maßnahmen. Doch erst als die Katze sich einen Freund malt, gelingt den beiden zusammen, was uns vorher nicht gelang.

Aufforderung zum Tabubruch

Uiuiui, was ein anarchisch-witziger Spaß. Mit dem Cartoon „Katz und Maus wollen hier raus“ sprengt Illustrator Günther Jakobs den Rahmen üblicher Bücher und verhilft damit nicht nur seinen tierischen Buchbewohnern zum Ausbruch. Das kleine Büchlein rüttelt an festgefahrenen Regeln und lehrt, wie schön es ist auch mal die Regeln zu brechen.

Nicht nur, dass uns der Protagonist persönlich anspricht und uns zum Mitmachen animiert, er fordert uns auch zum absoluten Tabu auf. Zum größten Verbrechen eines Buchliebhabers: Wir sollen eine Seite zerreißen. In echt! Boah, was hat mein Fünfjähriger schockiert geschaut als ihn die Katze dazu aufforderte ausnahmsweise eine Seite durchzureißen. Auch Ermutigungen meinerseits führten nur zu entsetztem Kopfschütteln. Den zweijährigen Revoluzzer musste ich dagegen nicht zweimal bitten. Mit großer Freude riss er mit mir zusammen ein ordentliches Stück Papier aus dem Buch. Yeah! Jetzt haben wir ein Unikat! :-D

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Jörg Hilbert: So hoch der Baum

Das Bilderbuch "So hoch der Baum" vor einer alten Backsteinmauer
Jörg Hilbert: So hoch der Baum

„Steh auf, Schlafmütze!“ So weckt Eichhörnchen Eichi seine beste Freundin Kathi. Das Käuzchen möchte so gerne noch ein wenig schlafen, doch Eichi ist ganz aufgeregt: Seine Haselnüsse sind verschwunden. Er findet sie einfach nicht. Jetzt hat das Hörnchen nichts mehr für den Winter, denn „Eichhörnchen fressen nun mal Haselnüsse, das weiß doch jedes Kind.“

Damit Eichi nicht verhungern muss, bitten die beiden Freunde die Bewohner des Baumes um Hilfe. Denn „so hoch der Baum, so viele Leute wohnen hier“ auch. Herr Klopfstock der Specht sucht mit den beiden den Wald ab. Tante Turteltäubchen nimmt sie mit zu den Gärten der Stadt. Familie Pieps inspiziert mit ihnen die Weiten der Getreidefelder. Kröte Schneckenmütz paddelt mit ihnen über den Teich und mit Meister Mull dem Maulwurf wühlen sie unter der Erde. Als die Nacht anbricht versucht es Kathi mit ihren scharfen Käuzchenaugen. Doch die Nüsse bleiben verschwunden.

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Frag doch mal … die Maus! Die meistgestellten Fragen an die Maus

Frag doch mal … die Maus! Die meistgestellten Fragen an die Maus
Frag doch mal … die Maus! Die meistgestellten Fragen an die Maus

Boah, mal ehrlich? Wer weiß denn bitte aus dem Stehgreif die Antworten auf Fragen wie: „Warum ist die Erde rund?“, „Wieso heißt Weingummi Weingummi?“ oder „Warum fallen die Milchzähne aus“? Ich nicht! Deswegen bin ich so froh, dass es „Die Sendung mit der Maus“ gibt und mein wissbegieriger Chef das orangene Nagetier genauso gerne mag wie ich. Der Fünfjährige verschlingt eine Sachgeschichte nach der anderen. Das Buch Die meistgestellten Fragen an die Maus stand deshalb schon seit über einem Jahr auf unserer Wunschliste. Doch leider bekam es der Große weder zum Geburtstag noch zu Weihnachten von der buckligen Verwandtschaft geschenkt. Im Nachhinein betrachtet ein großes Glück, denn vor einigen Wochen beglückte uns der Carlsen Verlag mit einer frischen, neu aufgelegten Version des Buches. Und seitdem lesen wir immer wieder in dem mausigen Sachbuch für Kinder.

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Frag doch mal … die Maus! Bauernhof

Das Buch "Frag doch mal die Maus - Bauernhof" auf einem Teppich liegend, umringt von Lego Duplo Tieren
Buch: Frag doch mal die Maus – Bauernhof

Wir sind ihr verfallen! Wir allesamt! Dieser kleinen, verrückten, schlauen, orangenen Maus, die der Sendung mit der Maus ihren Namen gab! Der fünfjährige Chef zieht sich eine Sachgeschichte nach der anderen rein, wenn er während des Mittagsschafs des Vizechefs das Streaming-Programm bestimmen darf. Der Zweijährige liebt dagegen die Lachgeschichten und quietscht los, sobald er was Orangenes erblickt. Wir freuten uns also wie Bolle, als der Postbote klingelte und ein Paket vom Carlsen-Verlag zu uns brachte. Im Paket fanden wir unter anderem diese frische Ausgabe von Frag doch mal … die Maus! Bauernhof.

Das Pappbilderbuch beantwortet auf acht Doppelseiten Fragen wie „Was gehört alles zum Bauernhof?“, „Wie kommt die Milch auf den Frühstückstisch?“, „Wie schlüpft das Küken aus dem Ei?“, „Wie bekommt der Bauer die Schafwolle?“ und „Wie bearbeitet der Bauer seine Felder?“. Überall verstecken sich Klappen, hinter denen manchmal Varianten der Bilder und manchmal eine Extraportion Wissen steckt.

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Anca Sturm: Der Welten-Express

Anca Sturm: Der Welten-Express
Anca Sturm: Der Welten-Express

Die 13-jährige Finn wächst mit ihren Halbbrüdern bei ihrer Mutter irgendwo im deutschen Nirgendwo auf. Seit vor zwei Jahren ihr ältester Halbbruder Jonte verschwand, gibt es niemanden mehr, der sich um sie kümmert. Sie fühlt sich alleingelassen und Fehl am Platz. Wie ihr verschwundener Bruder sitzt sie nachts oft am alten Bahnhof in Weidenborstel und grübelt. Bis sie eine nebenhafte Gestalt erblickt und sie sich plötzlich auf einem Zug wiederfindet. Einem ganz besonderen Zug: Dem Welten-Express.

Der Welten-Express entpuppt sich als reisendes Internat für Jugendliche. Für Jugendliche, die das Potential in sich tragen, die Welte zu verändern. Der Welten-Express fährt über den Globus und sammelt zukünftige Visionäre, Revoluzzer, Friedensstifter, Herrscher, Heiler und Entdecker ein. In seinen Wagons lernen sie Heldentum und Benehmen. Aber Finn scheint nicht dazuzugehören. Ganz im Gegensatz zu ihrem Bruder, der vor zwei Jahren auch auf diesen Zug gesprungen sein muss. Nur fehlt von ihm jede Spur. Niemand erinnert sich an ihn. Oder doch?

Finn darf zwei Wochen mitreisen. Und diese zwei Wochen nutzt Finn für die Suche nach ihrem Bruder. Sie findet Freunde, entlarvt dunkle Machenschaften und verliebt sich. Sie enthüllt Teile ihrer Vergangenheit und gewinnt Zuversicht für die Zukunft. Und über die erfährt der Leser schon im Herbst diesen Jahres mehr, denn dann soll der zweite Teil der Welten-Express-Trilogie erscheinen.

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