„Sonnenschein zum Frühstück: Entdecke die Welt der Pflanzen“

„Sonnenschein zum Frühstück: Entdecke die Welt der Pflanzen“ von Michael Holland und Philip Giordano

Ganz ehrlich? Der Titel war’s! „Sonnenschein zum Frühstück“ – zack – hab ich ein Lächeln im Gesicht. Auch die einnehmende Sonnenblume sowie das Relief-Cover weckten ein wohliges Gefühl in mir. Welches das Buch nicht enttäuschte. Trotz seiner kleinen Schwächen.

Das Sachbuch „Sonnenschein zum Frühstück: Entdecke die Welt der Pflanzen“ steckt voll spannend aufgearbeiteter Informationen rund um unsere Flora.

Autor Michael Holland erklärt uns alles, was wir über Pflanzen wissen müssen. Über ihren Aufbau, ihre Abstammung und Evolution. Darüber, weshalb Pflanzen so wichtig sind. Was sie tun. Wo sie überall drinstecken und was sie alles können. Er erklärt, weshalb einige Pflanzen mit Vorsicht zu genießen sind. Dass andere als Heilmittel dienen. Der ehemalige Vorsitzende des Bereiches Bildung im Botanischen Garten von Chelsea kennt sich richtig gut aus.

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„Das alles ist Familie“ von Michael Engler und Julianna Swaney

„Das alles ist Familie“ von Michael Engler und Julianna Swaney

Als Lars mit seiner Mama nach Hause kommt, entdeckt er ein Päckchen vor dem Haus. Doch leider kann er nicht lesen, für wen das Paket sein soll. Nur noch ein paar Worte entziffert Lars: „An Familie…“

Kurzerhand macht er sich auf die Suche nach der Familie. Beginnt alle Häuser der Nachbarschaft abzuklappern. Denn da wartet schließlich irgendeine Familie auf Post. Bald gesellt sich Lina dazu. Zusammen besuchen sie ihre Nachbarn.

Dabei finden sie heraus, wie unterschiedlich Familien sein können. Neben Vater-Mutter-Kind gibt es da zum Beispiel Mama und Mami von Sarah. Ebenso die Patchwork-Familie von Paul. Oder die wuselige Großfamilie im Dreigenerationenhaus der Jakobs. Das unverheiratete Paar mit den Zwillingen bildet eine Familie. Genauso wie das Ehepaar mit der adoptierten Tochter. Sowie der Witwer mit seiner Tochter. Besonders Lars findet bei dieser Suche viel mehr, als er erwartet hätte.

All das ist Familie

„Das alles ist Familie“ von Michael Engler und Julianna Swaney

„Das alles ist Familie“ zeigt die bunte Vielfalt moderner Familien. Ja, all das ist Familie. Egal ob sie aus elf Menschen oder nur aus zweien besteht. Ob es einen Trauschein gibt oder nicht. Mit Bauchkindern, Herzkindern, Enkelkindern oder auch gar keinen Kindern. Es gibt hellhäutige Eltern mit dunkelhäutigen Kindern. Rothaarige Enkel mit grauhaarigen Großeltern. Denn Lina hat ganz recht, wenn sie sagt: „Vielleicht ist Familie sein einfach nur, wenn man sich liebt.“

Da ist es auch egal, wenn man sich mal streitet. Oder auch mal öfter. Es ist vollkommen egal, wenn die Mama eine andere Muttersprache hat als der Papa. Oder wenn das Kind von einer anderen Mama zur Welt gebracht wurde.

Ein herzerwärmendes Plädoyer für alle Familien

Die Illustrationen von Julianna Swaney füllen die Diversität des Textes mit reichlich zusätzlicher Vielfalt. Auf den Seiten entdecken wir Babys und Schwangere; Brillenträger und Rollstuhlfahrer; Hautfarben und Haarfarben aller Couleur; Bartträger und Glattrasierte; Hunde und Katzen; Männer, die Care-Arbeit leisten sowie Paare, die sich die Arbeit teilen.

„Das alles ist Familie“ ist ein herzerwärmendes Plädoyer für alle Familien. Divers oder traditionell. Ganz egal. Es ist ein Plädoyer für Liebe und Vielfalt; für Neugier und Offenheit.

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Yuval Zommer: „Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte“

Yuval Zommer: „Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte“

Seit Tagen rezitieren meine Kinder dieses Buch. Laufen grinsend durch die Wohnung und flüstern: „Ich bin eine Fichte und das ist meine Geschichte“. Es könnte gruselig sein. Wenn es nicht so niedlich wäre.

Denn mit diesen Worten beginnt das zauberhafte Winter-Weihnachts-Bilderbuch „Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte“. Yuval Zommer illustrierte die Geschichte der Fichte nicht nur, er dichtete auch die feinen Reime. Welche Cornelia Boese wunderbar ins Deutsche rettete. Nur der Titel verlor leider seine Hintergründigkeit. Denn „The Tree That’s Meant To Be“ („Der Baum, der sein soll“) spielt sehr passend mit der Message der Fichtengeschichte.

Die steht nämlich im Wald und entwickelt sich gar nicht so, wie man es von einem hübschen Baum erwartet. Ist krumm und klein. Fühlt sich bedeutungslos. Schließlich kommt die Winterzeit.

Ein Fest in Sternglanz

So viele Bäume sieht die Fichte gehen. Nur sie selbst, sie bleibt „auf der Lichtung stehen“. Bis am Morgen die Tiere kommen. Sie schmücken das Bäumchen und tanzen. Und feiern ein Fest in Sternglanz. Und die Fichte? War glücklich. War wer! Und wächst weiter. Im Wald.

„Ich wachse und gefalle mir.
Bin immer grün und immer hier.“
Yuval Zommer: „Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte“

Ich las die Geschichte erst mit dem Vizechef (4). Er war ganz hin und weg von den weichen Zeichnungen. Dem Winterwald. Den Tieren. Er trauerte mit der Fichte, als sie niemand wollte. Und strahlte, als die Tiere sie schmückten. Als die Nacht im Wald voll Zauber leuchtete. Und was freute er sich für das Bäumchen, als es sich angenommen fühlte. Angekommen, akzeptiert und geliebt. Es war gut. Ganz so, wie es war.

Als der Chef (7) aus der Schule kam, mussten wir das Buch sofort noch einmal lesen. Der Vize bestand darauf. Anschließend fragte ich den Zweitklässler, wie ihm das Buch gefiel. „Gut!“

Doch nach dieser Standardantwort formulierte er seine Gedanken diesmal aus. Er fände es toll, dass gezeigt werde, dass man anders sein darf. Dass es ok ist. Das Buch sollte man allen Kinder zeigen, die nicht so viele Freunde haben. Die dazu gehören wollen. Denen es aber schwer fällt. Und natürlich auch denen, die manchmal doof sind zu den anderen. Die sollten erkennen, dass die Anderen auch cool sind.

Tja, was soll ich da noch sagen. Der Chef hat recht!

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Escape Room Adventskalender: „Die drei unheimlichen Geschenke“ von Eva Eich

Escape Room Adventskalender: "Die drei unheimlichen Geschenke" von Eva Eich

Wie schon letztes Jahr gibt es bei uns lesbare Adventskalender. Ich genieße einfach die Extra-Lesezeit, die den Hauch des Besonderen innehat. Zum einen werden wir wieder „Maximilian und der verlorene Wunschzettel“ lesen. Das passt noch für Chef (7) und Vizechef (4) und kam letztes Jahr einfach unglaublich gut an. Daneben werde ich mit dem Großen den „Escape Room Adventskalender: Die drei unheimlichen Geschenke“ lesen.

Dieser Adventskalender-Krimi ist für Kinder ab neun Jahren empfohlen. Doch nachdem ich reingeschnuppert habe, passt das auch wunderbar für „Die drei ???“-erprobte Siebenjährige. Wenn Mama vorliest. Und das mache ich natürlich gerne. Denn so ein Knobbelkrimi macht Kinder froh und Erwachsenen ebenso. Für ein Escape-Abenteuer bin ich immer zu haben.

Escape-Adventskalender: Weihnachtswunder zum Aufschneiden

Escape Room Adventskalender: "Die drei unheimlichen Geschenke" von Eva Eich

Die Geschichte klingt wunderbar weihnachtlich: Nachdem Toni und ihr Bruder Luka drei mysteriöse Geschenke in ihrem Zimmer finden, beginnt ein rätselhaftes Abenteuer. Der Weihnachtsmann wurde entführt! Von Rentieren und Wichteln fehlt jede Spur. Was ist passiert?

Tja, das finden die Geschwister mit uns zusammen heraus. Jeden Tag ein bisschen. Bis wir Heiligabend hoffentlich Weihnachtsmann und Co. gefunden haben werden.

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„Wenn es Winter wird im Wald“ von Marion Dane Bauer und Richard Jones

„Wenn es Winter wird im Wald“ von Marion Dane Bauer und Richard Jones

Jedes Tier scheint ganz genau zu wissen, wie es sich im Winter verhalten muss. Nur der edle Rotfuchs weiß nicht so recht, was er tun soll. Wie die Raupe in einen Kokon einwickeln, das kann er nicht. Sich wie die Schildkröte vergraben? Keine Chance! Wie die Fledermäuse von der Höhlendecke baumeln und ausruhen? Kommt auch nicht in Frage!

Genauso wenig wie die Sammelwut des Eichhorns. Oder die Reise gen Süden, wie die Gänse es machen. Auch sein hübsches rotes Fell möchte der Fuchs behalten. Damit ist das weiße Winterfell des Schneeschuhhasen nichts für ihn. Dann vielleicht Winterschlaf wie der Bär? Bloß nicht! Denn der Fuchs ist so gar nicht müde. Viel lieber will er – wie die Schneeflocken – …tanzen.

Perfekt für muckelige Herbstkuschelzeiten

„Wenn es Winter wird im Wald“ von Marion Dane Bauer und Richard Jones

„Wenn es Winter wird im Wald“ passt perfekt in die muckelige Herbst- und Winterkuschelzeit. In leichten Sätzen und wunderschönen Bildern erzählt das Bilderbuch, wie die Tiere durch die kalte Jahreszeit kommen. Dass jedes seine eigene Art hat, mit der Kälte umzugehen. Und dass das so genau richtig ist.

Ich verliebte mich in Richard Jones‘ Fuchs als ich das Cover des Bilderbuches sah. Sofort. Diese sanfte, weiche Illustration tat meiner Corona-Alltag-gestressten Seele einfach nur gut. Da war es mir ganz egal, dass mein knapp vierjähriger Vizechef fast schon zu groß für ein Pappbilderbuch ist.

Aber natürlich: Der Vize fühlt sich kein bisschen zu alt für dieses schöne Kinderbuch. Selbst der siebenjährige Chef lümmelt sich dazu, wenn wir uns „Wenn es Winter wird im Wald“ anschauen. Liest die kurzen Sätze des Buches sogar mit. Und damit verwandelt sich das Bilderbuch doch tatsächlich auch noch in ein Erstlesebuch für meinen Zweitklässler. ?

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Emilia Dziubak: „Das Faultier und die Motte: Die ungewöhnlichsten Tierfreundschaften“

Emilia Dziubak: "Das Faultier und die Motte: Die ungewöhnlichsten Tierfreundschaften"

Kater Homer fühlt sich nicht geschätzt. Also macht er sich auf die Suche nach neuen Freunden. Dabei schaut er sich im Tier- und Pflanzenreich um. Denn in Flora und Fauna gibt es jede Menge spannende Partnerschaften zu entdecken.

Zum Beispiel die Ameisen. Die beschützen Blattläuse und bekommen dafür leckeren Honigtau von ihnen. Oder die Grundel, die den Pistolenkrebst beschützt. Der ihr dafür eine hübsche Höhle baut. Im Pansen der Kuh und im Darm der Termiten wuseln Bakterien und Einzeller. Der Schiffshalter hält den Hai sauber. Das Eichhorn hilft den Nussbäumen bei ihrer Verbreitung. Wolf und Rabe gehen gar zusammen jagen. Und das sind nur einige der beeindruckenden Partnerschaften, die Homer uns vorstellt

Ein wahrer Augenschmaus

Emilia Dziubak: "Das Faultier und die Motte: Die ungewöhnlichsten Tierfreundschaften"

Allein wegen der Bilder ist „Das Faultier und die Motte“ ganz großes Vergnügen. Die Illustrationen von Emilia Dziubak sind wie immer ein wahrer Augenschmaus. Chef (7) und Vizechef (fast 4) lieben die Zeichnungen sehr. Die einzelnen Motive vermitteln deutlich, wie es um die tierischen Freundschaften bestellt ist.

Mit den Texten tun wir uns dagegen ein wenig schwer. Zwar begeistern die kompakten Informationen besonders meinen wissbegierigen Zweitklässler. Doch die manchmal eingestreuten lateinischen Namen verwirrten uns. Warum wird nicht jedes Tier, nicht jede Pflanze auf Latein vorgestellt? Warum die einen, aber nicht die anderen?

Auch die Rahmenhandlung um Kater Homer irritierte uns. Der Dreijährige schätzte Homer. Ihm gefiel insbesondere Homers Heimkehr sehr. Doch der Wechsel von Geschichte und Sachbuch war eine Herausforderung für ihn. Der Kater als Erzähler ungewohnt. Dem Siebenjährigen gefiel die Rahmenhandlung gar nicht. Bei ihm wäre ein reines Sachbuch wesentlich besser angekommen.

Symbiosen aus Flora und Fauna

Am Ende überrascht das Buch mit einem Quiz („Welcher Freundestyp bist Du?“). Meine Jungs interessierte das nicht die Bohne. Dagegen fanden Chef und Vize das abschließende Labyrinth klasse. Für mich passte dieser Quiz- und Rätselteil wiederum weder zum Sachbuch noch zur Geschichte.

Ich bin hin und her gerissen. Allein für die Zeichnungen liebe ich „Das Faultier und die Motte“. Die Idee, Symbiosen aus Flora und Fauna schon kleinen Kindern nahe zu bringen, ist absolut großartig!

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„Drachen – Eine faszinierende Reise durch die Welt der fantastischen Wesen“

Drachen - Eine faszinierende Reise durch die Welt der fantastischen Wesen
Drachen

Nein! Das ist kein Kinderbuch. Ehrlich!! Nein, lieber Chef, lieber Vizechef: Das ist meins!!! Eure Mama ist nämlich der aller größte Drachenfan Deutschlands. Wenn nicht gar der ganzen Welt! Ok, zumindest der Größte in dieser Familie. Wie? Ihr mögt Drachen auch!? Aber…

Tja, wieso sollte es mit Büchern auch anders sein als mit meinen Lieblingschips oder der gehüteten Seelenschokolade. Früher oder später bekommen die Kinder eh alles spitz. Wollen was probieren. Machen’s Mama nach. Und Mama teilt. Natürlich. Und Bücher teile ich eigentlich besonders gerne. Viel lieber als Schokolade.

Drachen: Die Grundlagen

Drachen - Eine faszinierende Reise durch die Welt der fantastischen Wesen
Drachen von hinten

Also bilden wir uns alle weiter. Werden Experten der Drachenkunde. Wahre Drachenmeister. Lernen alles über die verschiedenen Europäischen und Asiatischen Drachen. Bis wir die Unterschiede zwischen Lindwurm, Eisdrache und Wyvern im FF beherrschen. Bis wir Naga, Druk und Neak unterscheiden können. Auch ungewöhnliche Drachen wie Tarasque und Basilisk kennen wir nun. Wissen über Körperbau, Entwicklung und Futtervorlieben Bescheid. Ihr seht: Die Grundlagen sitzen.

Noch fehlt uns ein adäquater Drache für den Praxisteil. Doch wie wir diesen fangen, trainieren, reiten und in Form halten – das wissen wir bereits. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis wir so richtig loslegen können. Sogar Erste Hilfe könnten wir leisten, dank dieses umfassenden Lehrbuchs.

Für die nächste Generation Drachenforscher

„Drachen – Eine faszinierende Reise durch die Welt der fantastischen Wesen“ beeindruckt mit detailreichen Darstellungen. Illustratorin Anna Láng haucht den Fabelwesen Leben ein. Dabei erinnern mich ihre Kreaturen mal etwas mehr an die Drachen aus „Drachenzähmen leicht gemacht“, mal an AD&D-Geschöpfte und mal an „Eliot, das Schmunzelmonster“ oder an Glücksdrache Fuchur aus der „Unendlichen Geschichte“. Diese graphische Vielfältigkeit passt zur inhaltlichen Vielfalt.

Federica Magrin beschreibt ihre Drachen in einem wunderbaren Mix legendärer Überlieferungen. Damit verwandelt sich dieses (fiktive) Lehrbuch in ein (echtes) Lexikon der unterschiedlichsten Drachenlegenden.

Nun… meine besten Tage als Drachenforscher liegen wahrscheinlich schon hinter mir. Sei es wie es ist: Die nächste Generation ist dran. So gebe ich dieses Nachschlagewerk an meine Nachfolger weiter. Auf das unsere Familie noch lange die Geheimnisse dieser edlen Wesen hüten wird. ?

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„Der blaue Vogel“ von Britta Teckentrup

„Der blaue Vogel“ von Britta Teckentrup

Das Bilderbuch „Der blaue Vogel“ (Originaltitel: „Blue“) zeigt, wie es sich anfühlt allein zu sein. Allein und energielos. Gefangen in Trauer oder Depression. Und es zeigt, dass es sich lohnt trotzdem Kontakt aufzunehmen. Behutsam. Ausdauernd.

Ganz unten

Der blaue Vogel sitzt auf dem untersten Ast des großen Baumes. Ganz unten. Dort, wo die Sonne nicht hinkommt. Seit langer Zeit schon sitzt er im Dunkeln. Sehnt sich nach Sonne. Doch verharrt starr, antriebslos und allein in der Finsternis.

Bis ein neuer Vogel auftaucht. Ein Vogel, der unvoreingenommen ist. Der dem blauen Vogel langsam, ganz langsam näherkommt. Dessen dunkle, stille Welt beharrlich mit Gesang und Licht flutet. Bis die Finsternis schwindet. Bis der blaue Vogel wieder Farben sieht und Mut fasst. Zusammen mit seinem Freund. Der ihm vorsichtig und umsichtig Kraft und Hoffnung gibt.

Ans Licht

„Der blaue Vogel“ von Britta Teckentrup
„Der blaue Vogel“

Britta Teckentrup beginnt ihr emphatisches Kinderbuch in dunklen Farben. Der kleine blaue Vogel ist in einer finsteren, ruppigen Welt gefangen. Ein Gefängnis aus dichtem, bedrohlichem Geäst. Die Welt der anderen Vögel hüllt Teckentrup in warme, behagliche Töne. Da wundert es nicht, dass die bunten Himmelstänzer den traurigen Blauen nicht verstehen. Warum sie nicht zu ihm hinab wollen.

Bis dieser strahlend gelbe Vogel kommt. Der sein eigenes Licht mitbringt. Der es bis ganz nach unten trägt. Und es mit dem blauen Vogel teilt. Um endlich zusammen der Lichtspur nach oben zu folgen.

„Der blaue Vogel“ ist eine ästhetische, feinfühlige Bildergeschichte über Trauer und Einsamkeit. Die kraftvollen Collagen kämen auch gut ohne den sparsamen Text aus. Sie sprechen für sich. Laden ein über Gefühle zu reden. Motivieren aufeinander zuzugehen. Nicht wegzuschauen. Beharrlich zu sein, aber nicht aufdringlich. Eine wundervolle Botschaft.

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„Ruckzuck weggewischt!“-Bücher von Illustratorin Christine Thau

Ruckzuck Weggewischt-Bücher von arsEdition

Leute, wir sind begeistert! Zahlreiche Vorschulblöcke und Rätselhefte zogen schon in diesen Haushalt ein. Geschenkt von Omas, Tanten, Nachbarn und Erzieherinnen. Keines begeisterte den Chef. Bis uns Illustratorin Christine Thau auf ihre „Ruckzuck weggewischt!“-Bücher von arsEdition aufmerksam machte.

Kaum zeigte ich meinen Jungs die beiden Hefte, saßen sie schon am Tisch. Fummelten die Stifte vom Einband und legten sofort los. Der Chef (7) verliebte sich in die „Tierkinder“, der Vize (3) bekam bei den „Drachen“ glänzende Augen. Perfekt! Die nächste halbe Stunde verbrachten sie rätselnd und knobelnd friedlich im Wohnzimmer. Welch eindeutigeres Zeichen könnte es geben, wie gut die Hefte ankamen?

Schwingübungen, Labyrinthe, Such- und Sortierspiele

Dem pedantischen Chef gefiel es außerordentlich, dass sich alles Gemalte wieder rückstandslos wegwischen lässt. Sonst hat er immer Sorge etwas Falsches zu schreiben. Selbst mit Bleistift. Doch bei den „Ruckzuck weggewischt!“-Büchern bleibt wirklich nichts zurück. Die Striche lassen sich selbst mit einem trockenen Taschentuch, den Fingern oder dem T-Shirt-Ärmel (Argh!!!) wegwischen. Da frohlockt mein kleiner Perfektionist.

Die Rätsel an sich sind für meinen Zweitklässler eigentlich schon zu einfach. Über Schwingübungen, Labyrinthe, Such- und Sortierspiele ist er eigentlich schon rausgewachsen. Dennoch malt er gerne in den Heften und nimmt sie immer wieder zur Hand.

Zauberbücher für Schnappschuss-Momente

Ganz besonders verzauberten mich meine Kinder (und die Hefte) aber beim ersten Ausprobieren. Als der Große sich zu seinem kleinen Bruder setzte und mit ihm zusammen im „Drachen“-Heft arbeitete. Denn wenn der Chef schon einen Tick zu groß für die Aufgaben ist, so ist der Vize noch einen Schlag zu klein.

Doch was staunte ich als mein kleiner Lesemuffel sich für seinen Bruder abmühte, um die Aufgabentexte zu entziffern. Und wie groß war die allgemeine Freude, als er es schaffte. Wie großartig! Dieses Bild – wie meine Jungs dort saßen, gemeinsam über die Bücher gebeugt – werde ich noch lange in meinem Herzen tragen. Es sind richtige Zauberbücher!

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„Ich und meine Chaos-Brüder 3: Beste Party aller Zeiten“

Ich und meine Chaos-Brüder – Beste Party aller Zeiten

Ja, das lief nicht optimal. Beim Streit mit Ben landen irgendwie die Haferflocken mitten in Mamas Gesicht. Und dann trödelt Papa auch noch rum, obwohl Mama zur Arbeit muss. Doch deswegen muss sie doch nicht sooo schlecht drauf sein! Na gut, vielleicht liegt es daran, dass sie bald 40 Jahre alt wird. Und nicht feiern will.

Nicht feiern? Das geht ja mal gar nicht! Also plant Bela mit seinen Brüdern eine mega coole Überraschungsparty. Denn auch wenn sein großer Bruder Henry sich immer Belas Turnschuhe leiht und sein kleiner Bruder Ben dauernd sein Lieblingsmonster moppst: Wenn’s darum geht eine Party zu schmeißen, halten die drei Chaos-Brüder zusammen.

Chaos-Brüder in typisch, stereotyper Jungswelt

„Beste Party aller Zeiten“ ist schon der dritte Band von Sarah Welks „Ich und meine Chaos-Brüder“-Reihe. Für uns war es allerdings der Erste. Was grundsätzlich kein Problem war. Denn in der typisch, stereotypen Jungswelt der Reihe fanden wir uns flott zurecht. Im ersten Kapitel stellt Bela (der Mittlere) seine Familie und deren Grundstimmung nebenbei vor, während er das aktuelle Geschehen schildert. So kamen wir wunderbar fluffig bei den Brüdern an.

Bei den drei Jungs fühlte sich mein Chef (7) wohl. Die Wortgefechte und Ideen der Drei fand er ziemlich lustig. Da lachte er viel. Die Zankereien ließen ihn dagegen ziemlich nachdenklich zurück. Meinte im Nachgang, wie schade er es findet, dass sich die Brüder so viel zoffen. Die Großen müssten doch auf die Kleineren Acht geben. Diese Bedenken milderten seinen Spaß am Buch aber nur wenig. Die Idee, für Mama eine Überraschungsparty zu veranstalten, fand er großartig. Ich freu mich jetzt schon auf meinen nächsten Geburtstag…

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