„Alles über Roboter“ aus der „Wieso? Weshalb? Warum?“-Reihe

Wieso? Weshalb? Warum? - Alles über Roboter

„Wie helfen uns Roboter in der Zukunft?“
So starten wir ins Buch.

Huch? Ok. Dann beginnen wir eben mit einem Blick in die Zukunft. Müllroboter entsorgen unseren Dreck. Als Transporter ersetzen sie den Schulranzen. Paketkopter liefern die Post. Sie spielen Gitarre für die Straßenmusikantin. Und Kehrroboter halten die Straßen sauber.

So wird’s aussehen. Doch was sind Roboter überhaupt? Und wie funktionieren sie? Wie lernen sie denken? Welche arbeiten schon jetzt in Fabriken, auf dem Bauernhof und im Krankenhaus? Wobei helfen Roboter heute schon hilfsbedürftigen Menschen? Und welche können bei uns zu Hause eingesetzt werden?

All diese Fragen beantwortet der „Wieso? Weshalb? Warum?“-Band „Alles über Roboter“.

Zuhause und auf dem Mars

Wieso? Weshalb? Warum? - Alles über Roboter
Alles über Roboter

Meine Jungs lieben Roboter. Wenn wir sie zu irgendetwas motivieren wollen, dann „programmieren“ wir sie. Selbst ungeliebte Aufgaben erledigen sie als Roboter (manchmal) gerne. Also musste dieser Band der – von unser sehr geschätzten – „Wieso? Weshalb? Warum?“-Reihe dringend bei uns einziehen.

Demnach überrascht es auch nicht, wie gut das Buch bei Chef (7) und Vizechef (4) ankommt. Zu gerne hätten sie ihren eigenen Roboter. Am liebsten einen, der die Schulsachen transportiert. Und einen, der das Kinderzimmer aufräumt. Aber auch fürs Vorlesen wäre einer fein.

Bei den exotischen Maschinen haben es Löschroboter und Laufroboter von Feuerwehr und Rettungsdienst den Jungs besonders angetan. Genauso die technischen Pioniere auf dem Mars und im Polareis. So faszinierend!

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Farben entdecken und Fahrzeuge kennenlernen mit der Reihe: „Erstes Lernen Drehen“

Farben entdecken und Fahrzeuge kennenlernen mit der Reihe: "Erstes Lernen Drehen"

Kleinkindeltern aufgepasst! Heute feiern vier farbenfrohe Mitmachbücher der frisch aufgelegten Pappbilderbuch-Reihe „Erstes Lernen Drehen“ aus dem DK-Verlag Buchgeburtstag. Zwei davon stelle ich Euch hier vor.

„So viele Farben“ wollen entdeckt werden

Im Band „So viele Farben“ lernen kleine Weltentdecker die Farben Rot, Gelb, Blau, Grün, Orange und Rosa kennen. Auf jeder Seite gibt es zur Farbe passende Früchte, Blumen, Tiere, Fahrzeuge, Lebensmittel oder Gegenstände zu entdecken. Die meisten kennen die Kinder aus ihrem Alltag. So können sie stöbern und zuordnen und losplaudern.

Anstatt Rosa hätte ich Gold fancy gefunden. Aber an sich gefällt mir selbst die rosane Seite ganz gut. Zumindest sind Flamingos wirklich rosa. Ob ein Tiger nämlich orange ist, darüber kann man wahrlich streiten. 😉

„So viele Fahrzeuge“ auf Straße, im Wasser und der Luft

Im Band „So viele Fahrzeuge“ drehen wir eine Runde (oder mehrere) mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen. Wir fahren auf Straße und Schienen, auf dem Wasser, auf der Baustelle, auf dem Bauernhof, in der Luft und im Notfall.

Vom Fahrrad über Jetski, Betonmischer und Traktor bis zu Heißluftballon und Polizeiauto ist alles dabei. Zwischendurch mogelt sich auch mal ein Leuchtturm, ein Windrad und eine Boje ins Bild. Es gibt viel zu sehen.

Highlight: Drehräder und Gucklöcher

Absolutes Highlight der Bücher sind die beiden Räder. Mit ihnen können die Kinder die Drehscheiben bedienen und den Inhalt der Gucklöcher verändern.

An jedem Guckloch steht eine Frage. Zum Beispiel: Was fährt auf Schienen? Welche Maschine erntet das Getreide? Wer kommt, wenn es brennt? Welches Tier hat schwarze Punkte? Was wächst im Garten? Woraus kann man Suppe kochen?

Nun sind die Kids dran. Sie drehen das Rad. Bis sie das passende Bildchen im Guckloch erspähen. Dabei gibt es nicht nur ein Rädchen. Nicht nur ein Guckloch. Nein! Es gibt jeweils sogar zwei. So gibt es pro Doppelseite zwei Mal Drehspaß.

Und es macht wirklich Spaß. Denn die Räder sind leichtgängig. Durch ihre großen „Zähne“ können sie auch kleine Patschehände richtig gut bedienen. Ein echter Pluspunkt, gegenüber den Drehscheibenbüchern, die ich bisher kannte. Da war der Frust des Chefs groß, wenn er die dünne Scheibe nicht alleine packen und drehen konnte.

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„Pauls Garten“ von Timon und Julian Meyer

„Pauls Garten“ von Timon und Julian Meyer

„Der Paule hat den schönsten Garten
mit den saftigsten Tomaten…“

Paul liebt seinen Garten. Dort wuselt und schuftet er von morgens bis abends. Auch Schweinchen Erna möchte gärtnern. Was dem Paul nur recht sein kann. Denn zusammen gelingt es noch viel besser.

Geduldig hegen sie den Garten. Üben sich in langem Warten. Bis der Tag der Ernte kommt. Doch was muss Paul am Morgen sehen? All die Rüben, Äpfel, Beeren – sind verschwunden. Nichts ist übrig von der Pracht. Was ist bloß geschehen, in der Nacht?

Erna war’s! Verschenkte alles. Zu groß war wohl das Schweineherz. Der Paul schaut traurig in die Röhre. Grummelt bitter vor sich hin. Bis sich nach und nach der Garten, füllt mit Nachbarn und mit Gaben. Gewonnen aus des Gartens Früchten. So dass am Ende alle feiern. Zusammen. Wie es wohl am schönsten ist.

„Dank Erna hat Paul statt Tomaten
neue Freunde nun im Garten.“

Summende Reime und wuselbunte Bilder

„Pauls Garten“ von Timon und Julian Meyer
„Pauls Garten“ von hinten

Seit „Heute nicht, doch vielleicht morgen“ sind wir große Meyer-Fans. Die Brüder ergänzen sich in Wort und Bild so wunderbar. Wiedermal. Timon Meyers Reime summen durch Pauls Garten. Den Julian Meyer herrlich wuselbunt zu Leben erweckt.

Am liebsten würden wir mit anpacken. Verstehen Erna so gut. In diesem Garten will man arbeiten. Mit den Händen in der Erde wühlen. Den Bienen zuhören und den Schmetterlingen zuschauen. Und natürlich ernten.

Oh, was waren wir entsetzt. Verstanden auch den Paul so gut. Wo sind die ganzen Schätze hin? Was? Erna? Warum? Wir standen etwas ratlos da. Bis die beschenkten Tiere zurückkamen. Apfelmus und Kuchen brachten. Und beim wundervollsten Erntefest alle glücklich zusammensitzen.

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„Das Kaninchen, die Dunkelheit und ein Trick“ von Nicola O’Byrne

Nicola O'Byrne: „Das Kaninchen, die Dunkelheit und ein Trick“
Nicola O’Byrne: „Das Kaninchen, die Dunkelheit und ein Trick“

Das wuselige Kaninchen ist gar nicht müde. Die Dunkelheit nervt! Wenn es gar nicht dunkel werden würde, dann müsste es auch nicht schlafen.
„Und schwupps!, hatte es eine eine Idee.“

Kurzerhand trickst das schlaue, kleine Wesen die gutmütige Dunkelheit aus. Sperrt sie in eine Keksdose – „…Schnapp!“
Welch Freude!

Doch andere Tiere brauchen die Dunkelheit. Und irgendwie wird das Kaninchen auch immer mürrischer. Natürlich überhaupt gar nicht, weil es müde wäre…

Als auch noch seine Karotten durch die Dauersonne in Gefahr geraten, sieht selbst das sture Kaninchen ein, dass die Dunkelheit auch gute Seiten hat. Sie sogar wunderschön sein kann!

Ganz große Bücherliebe

Nicola O'Byrne: „Das Kaninchen, die Dunkelheit und ein Trick“

„Das Kaninchen, die Dunkelheit und ein Trick“ von Nicola O’Byrne war ein Highlight meines Kinderbuchjahres 2020. Wie das knuffige Kaninchen kinderschlau die Dunkelheit austrickst. Die Nacht besiegt. So stolz ist, auf diesen Erfolg.

Mit welcher Geduld die Dunkelheit mit dem kleinen Trotzkopf redet. Auf die negativen Folgen hinweist. Nicht wütend wird. Sondern das Kaninchen seine Erfahrung machen lässt. Darauf wartend, dass es schon einsehen wird.

Um es dann liebenswürdig zu überwältigen. Mit umwerfenden Aussichten und der Erkenntnis, dass die Dunkelheit noch viel mehr kann, als kleine Kaninchen ins Bett zu bringen. Das löste bei mir ganz große Bücherliebe aus.

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„Strangeworlds – Öffne den Koffer und spring hinein“ von L. D. Lapinski

„Strangeworlds - Öffne den Koffer und spring hinein“ von L. D. Lapinski

Gerade ist Flick mit ihrer Familie umgezogen. Raus aus der Stadtwohnung in ein nigelnagelneues Haus in einer Siedlung beim Örtchen Little Wyverns. Bevor die Schule startet, hat Flick noch Zeit. Die 12-Jährige erkundet die Gegend. Dabei entdeckt sie einen seltsamen Laden: Das Strangeworlds Reisebüro.

Das Strangeworlds ist kein normales Reisebüro. Es beherbergt Koffer, mit denen die Mitglieder der Strangeworlds-Gesellschaft in andere Welten reisen. Magische Welten. Seit sein Vater verschwand, hütet Jonathan Laden, Koffer und Geheimnisse.

Für Flick verändert sich alles. Um alles in dieser Welt will sie Mitglied der Geheimgesellschaft werden. Will in die magischen Welten reisen und Abenteuer erleben. Ehe sie sich versieht, steckt sie mittendrin. Dabei ahnt niemand, wie gefährlich die Ausflüge ins Multiversum sind. Und wie besonders Flick ist.

Wollen am liebsten selbst in den nächsten Koffer hüpfen

„Strangeworlds - Öffne den Koffer und spring hinein“ von L. D. Lapinski
Von hinten

L. D. Lapinskis Debüt „Strangeworlds – Öffne den Koffer und spring hinein“ ist eine fantastische Abenteuergeschichte für Kinder ab zehn Jahren (zum Selberlesen). Ich las die Geschichte mit meinem Siebenjährigen. Und er liebte Flick, das Reisebüro, die Magie. Dass sich in Koffern Tore zu anderen Welten verbergen, diese Idee fand er grandios.

Er fühlte sehr mit Flick. War nervös, überwältigt, neugierig, abenteuerlustig. Wollte am liebsten selber in den nächsten Koffer hüpfen. Den Strangeworlds-Eid schwören. Am meisten liebte er die Stadt Fünflichter. Sofort würde er hinreisen.

Ab und an fand er ein Kapitel etwas langweilig. Besonders die Szenen bei Flick zu Hause, hätte er wohl gerne übersprungen. Genauso die Ausschnitte aus dem Handbuch der Gesellschaft.

Geheimnisvoll und aufregend

Meist war das Buch aber sehr spannend. So setzte der Besuch in Tams Wald ihm arg zu. Die kecken Kinderfeen a la Peter Pan gruselten ihn etwas. Doch wie Flick sich aus der brenzligen Situation dort befreit, war ihm eine große Freude. Da hielt es ihn nicht mehr auf dem Sofa.

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„Das Mädchen aus der Severinstraße“ von Annette Wieners

„Das Mädchen aus der Severinstraße“ von Annette Wieners

Maria möchte doch nur ihr Leben leben. Als Fotomodell Karriere machen. Eigene Entscheidungen treffen. Doch ihr Vater stellt sich quer. Dennoch bewirbt sich die 17-Jährige bei einem Foto-Atelier in Düsseldorf. Nimmt an einem Shooting teil. Wobei sie entdeckt wird. Als das frische Gesicht der reichsdeutschen Mode.

Viele Jahrzehnte später findet Marias Enkelin Sabine in Marias Haus Geld und Gold. Versteckt unter Teppich und Vertäfelung. Was hat es mit diesem Reichtum auf sich?

Das Mädchen aus der Severinstraße“ – für mich ein Muss

„Das Mädchen aus der Severinstraße“ von Annette Wieners

Ich wohne zwischen Severinstraße und Rheinufer. Meine Familie ist so kölsch wie der Dom.Das Mädchen aus der Severinstraße“ war für mich ein Muss. Doch leider wurde ich nicht warm mit diesem Mädchen.

Zu weinerlich, egoistisch und naiv war mir die Jugendliche. Die so fixiert auf ihren Traum ist, dass sie nichts anderes wahrnimmt. Ihrem Vater wild pubertierend Blindheit und Kontrollsucht vorwirft. Die alle Menschen um sich herum immer wieder in Gefahr bringt. Mit schlimmen Folgen.

Schließlich schreiben wir das Jahr 1937. In Köln herrscht euphorische Pro-Hitler-Stimmung, die ihres Gleiches sucht. Im sozialistisch-kommunistisch geprägten Severinsviertel sind die Nazis omnipräsent. Zeigten Stärke und greifen früh hart durch. Doch Maria will flanieren. Übt Posen. Will berühmt werden. Sich verlieben. Zeitung liest dieses Gör nicht. Außer natürlich ihre Modeheftchen.

War mir alles ein wenig zu viel

„Das Mädchen aus der Severinstraße“ von Annette Wieners
Stollwerckmädchen mit Buch (auf der Severinstraße)

Das Gejammer der jungen Maria ertrug ich nur schwer. Doch immerhin verstand ich sie. Irgendwie. Dagegen blieb mir die hochbetagte Maria fern. Genauso wie ihre Enkelin. Die ihre eigenen Probleme noch auf die Geschichte draufpackt.

Der Erzählstrang um Sabine hätte es für mich nicht gebraucht. Als kleiner Rahmen vielleicht. Als Auslöser für die Erinnerungen. Doch insgesamt rissen mich die Episoden um die überambitionierte Sozialarbeiterin immer wieder raus.

Ihre Vergangenheit als Mobbingopfer in einer Kölner Behörde. Die zarten Bande, die sie knüpft. Während ihrer Recherche über den Großvater. Mit einem Angestellten der ehemaligen Nazi-Firma, für der ihr Opa arbeitete. Das war mir alles ein wenig zu viel.

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„88 Namen“ von Matt Ruff

„88 Namen“ von Matt Ruff

John Chu ist Anfang 20, Einzelkind und Supernerd. Als erfolgreicher Sherpa führt er seine Kunden durch MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role-Playing Games). Besonders aktiv ist er im Fantasy-Universum von „Call To Wizardry“.

Für den mysteriösen Mr. Jones sollen Chu und sein Team eine berühmte Persönlichkeit in die Welt der Online-Rollenspiele einführen. Egal was es kostet. Allerdings: Die Person soll anonym bleiben.

Seit es zwischen seiner (Online-)Freundin Darla und ihm krachte, läuft alles nicht mehr rund. Mr. Jones Angebot könnte viele Sorgen lösen. Also stürzt sich Chu mit seinem Team in den Auftrag. Doch der wird immer dubioser. Gefährlicher. Undurchsichtiger. Auch wird Hobbydetektiv Chu das Gefühl nicht los, dass seine Ex dahintersteckt. Oder Diktator Kim Jong-un…

Pseudokreative Nerd-Fantasien

„88 Namen“ von Matt Ruff
Rückentext von „88 Namen“

Was hab ich mich auf das neue Buch von Matt Ruff gefreut! „Fool on the Hill“ mochte ich sehr. Für „Ich und die anderen“ verehre ich den Amerikaner gar. Auch „88 Namen“ klang vielversprechend.

Zwar bin ich nie mit MMORPGs warm geworden und spiele am liebsten für mich allein. Doch wenn ich einem Rollenspiel verfalle, dann bin ich schwer vom Controller zu bekommen. Ach, was habe ich schöne Stunden in Skyrim, New Vegas oder Baldurs Gate verbracht.

Von „88 Namen“ versprach ich mir einen spannenden Ausflug in virtuelle Spielwelten. Von Ruff clever inszeniert – skurril, hintergründig, tiefgründig. Bekommen habe ich pseudokreative Nerd-Fantasien, langatmiges Tech-Geschwafel und ein unbefriedigendes, schnelles Ende.

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„Sankt Irgendwas“ von Tamara Bach

„Sankt Irgendwas“ von Tamara Bach
„Sankt Irgendwas“ von Tamara Bach

„Hast du was gehört von der b?“
„Wieso gehört? Was ist denn passiert, ist was passiert?“
„Auf der Klassenfahrt.“
„Ich hab gehört, dass die jetzt alle verwarnt sind.“
„Wie, verwarnt?“
„Eine ganze Klasse?“

So beginnt dieses spannende Stück Literatur. Wir lungern auf einem Schulhof herum und lauschen den Spekulationen. Was – um Himmels willen – ist da bloß bei der Klassenfahrt der 10b passiert?

Die wildesten Spekulationen machen die Runde. Davon, dass die Schüler was in die Luft gejagt haben sollen. Am Flughafen. Ach, ne. Die sind doch mit dem Bus gefahren. Auf jeden Fall haben alle Hausarrest. Und Handyverbot. Bestimmt.

Dieser wilden Flüsterpost lauschen wir ein paar Seiten lang. Um dann das Protokoll der Klassenfahrt lesen zu dürfen. Was als Exkursionsprojekt beginnt, entwickelt sich schnell zum Tagebuch der Vorkommnisse.

Abwechselnd berichten die Schüler von den Erlebnissen: der Reise zum Schullandheim, der Langeweile im Bus, den überraschenden Erkenntnissen über Mitschüler. Über Verspätungen, schlechtes Wetter und missglückte Ausflüge.

Als das Protokoll bei Ole hängen bleibt wird klar, diese Aufzeichnungen sollte niemand sonst in die Finger bekommen. Nur die Klasse. Besonders darf es Klassenleiter Dr. Utz nicht lesen.

Versetzte mich in die Schulzeit zurück

„Sankt Irgendwas“ von Tamara Bach
Rückentext

Was Tamara Bach da in ihrem „Sankt Irgendwas“ macht, beförderte mich unerwartet und plötzlich in meine Schulzeit zurück. So plötzlich, wie es noch nicht einmal alte Fotos schaffen. Der Ton, die Sprache, das Gefühl – all das holten mich Ü40er-in dermaßen ab, dass es schon unheimlich war.

Sofort fühlte ich mich zurückversetzt auf diverse Klassenfahrten. Roch den überfüllten Bus. Hörte halblaut gerauntes Gemurmel. Spürte die nervöse Spannung. Dabei empfand ich das sich entwickelnde Drama, wie ich es wohl damals empfunden hätte.

Diese Missverständnisse. Dieses Gefühl von Weltuntergang. Diese unglaubliche Unsicherheit und Angst, was Richtig ist. Was nicht. Dieser Wunsch, dass die Erwachsenen wirkliche Lehrer sind. Und die Enttäuschung, der Ärger, der Frust – als ich erkannte, dass Lehrer genauso fehlbar sind wie alle.

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„Die Waschanlage der Schutzengel“ von Petra Steckelmann und Mele Brink

„Die Waschanlage der Schutzengel“ von Petra Steckelmann und Mele Brink

Als Justins Vater eine Tankstelle an der Südküste Englands erbt, nutzt die Familie die Chance. Raus aus dem kleinen Haus in der dreckigen Stadt! Hinein ins Landleben an der wilden Steilküste.

Doch die Tankstelle liegt mitten in einem Naturschutzgebiet. Autos verboten! Wie passen Tankstelle und Waschanlage dahin? Und was hat es mit den Kisten auf sich, die sich in der Waschanlage häufen? Besonders, da sie voller Münzen sind? Ist Großtante Sues Geschichte über Engel vielleicht gar kein Märchen?

Justin geht der Sache auf den Grund. Dabei entdeckt der Zehnjährige, dass tatsächlich Schutzengel die Waschanlage nutzen. Denn: Ihnen fehlt die Zeit, sich nachts der Flügelpflege zu widmen. Zu hektisch ist unsere Zeit. Wir Menschen dauerwach und unachtsam. Wie gut, dass zumindest die südenglischen Schutzengel ein wenig Hilfe erhalten.

Eine wahrlich wunderbare Geschichte

„Die Waschanlage der Schutzengel“ von Petra Steckelmann und Mele Brink
„Die Waschanlage der Schutzengel“

„Die Waschanlage der Schutzengel“ erzählt eine wahrlich wunderbare Geschichte. Von einem unsicheren Jungen, der in einer neuen Umgebung aufblüht. Von einer Familie, die Chancen nutzt. Und von unerklärlichen Gefühlen, Neugier, Hoffnung und Achtsamkeit.

Petra Steckelmann nahm uns mit an die südenglische Küste, die unserer geliebten bretonischen Küste nicht unähnlich ist. Sofort fühlten wir uns wohl. Schon träumten Chef (7) und Vizechef (4) von ihrer Zukunft am Meer. Davon, wie sie den Engeln helfen könnten. Und welche Eigenschaften ihr Engel wohl von ihnen übernehmen würde.

Denn das tun Schutzengel, wenn sie ihrem Menschen in die Augen blicken. Ob sie wollen oder nicht. So verlernt Justins Engel prompt das Lesen. Was dramatische Folgen hat. Der Augenblick von Tante Sue und ihrem Schutzengel führte überhaupt erst zur Gründung der Waschanlage für Schutzengel.

Frische, freche Bilder

Die frechen Illustrationen von Mele Brink stellten den Vierjährigen vor eine Herausforderung. Denn auf vielen der karikaturartigen Bilder sieht man nicht unbedingt das, was wirklich geschieht. Mal steht Familie Kinney beim Hausputz überlebensgroß über eben jenem Haus. Dann beißt eine Elfe Justin in den Finger. Oder ein Schwarm Fragezeichen umschwirrt Justins Kopf.

Die Metaphorik der Bilder war auch für den Siebenjährigen schwer verständlich. Doch wie meist bei Dingen, welche die Kids nicht ganz greifen können: Den Spaß verringerte es nicht. Geschichte und Bilder passten wie Engel in Waschanlagen: Ganz vortrefflich!

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„Lucias Leuchten“ von Ian de Haes

„Lucias Leuchten“ von Ian de Haes
„Lucias Leuchten“

Lucia strahlt! Wie eine kleine Supernova. Superleuchtend. Mit ihrem Licht erhellt sie finstre Ecken. Ok, verstecken fällt Lucia ganz schön schwer. Dafür braucht sie beim Lesen unter der Bettdecke keine Taschenlampe.

„Lucia liebt ihr Licht. Sie fühlt sich außergewöhnlich.“ Bis sie in die Schule kommt. „Leuchten ist keine Superkraft! …nur zu leuchten ist nichts Besonderes.“

Dieser Satz lässt Lucia zweifeln. Erschüttert ihr Selbstvertrauen. Aber warum starren sie trotzdem alle an? Sie will doch gar nicht auffallen…

Eine wahre Superheldin

„Lucias Leuchten“ von Ian de Haes
Lucias Rücken

Von nun an verbirgt Lucia ihr Leuchten. Dabei ist sie so gründlich, dass ihr Licht fast ganz verlischt. Doch als ihre kleine Schwester in der Dunkelheit weint, tröstet sie sie mit ihrem Glimmen. Entfacht ihr Strahlen erneut. Und versteht, dass sie ihr Licht teilen kann. Wie ein wahre Superheldin.

Ian de Haes‘ Illustrationen scheinen selbst zu leuchten. Der Belgier bannt wundervolle Lichteffekte auf‘s Papier – mal warm, mal kühl, hier dezent, dort blendend. Jede Seite, jeder Ton trifft Lucias Stimmung perfekt. Verstärkt Freude oder Unsicherheit, Angst und Stärke. De Haes‘ Bilder berühren.

So inspiriert „Lucias Leuchten“ hoffentlich ganz viele Menschen – Große und Kleine – ihr eigenes Leuchten zu sehen. Ihr Strahlen zu erkennen, zu lieben und es zu teilen.

Bringt Licht und graue Tage

„Lucias Leuchten“ von Ian de Haes
„Lucias Leuchten“

Jedenfalls hat es uns Licht in diese schwierige Zeit gebracht. Chef (7) und Vizechef (4) mochten die strahlende Lucia ganz arg. Verstanden nicht, warum sie sich plötzlich verstecken wollte. Ganz traurig schauten sie dabei zu, wie ihr Leuchten weniger wurde.

Umso mehr freuten sie sich, als sie ihr Licht wieder entfachte. Sogar teilte. Besonders der Vize begann sofort selbst zu strahlen. Dann erzählte ich meinen Jungs, dass sie für mich auch so strahlen. Seit ihrer Geburt. Genauso hell wie Lucia.

Was glühten sie da auf! Schauten erst verwundert. Um sich dann ganz stolz, ganz glänzend gegenseitig anzulächeln.

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