„Die Sternenspinne“ von Stefanie Christ und Karin Widmer

Das Bilderbuch „Die Sternenspinne“ von Stefanie Christ und Karin Widmer vor einem mit Spinnweben übersähten Fenster

In den Bäumen hüpfen die Zugvögel von Ast zu Ast. Saftiges Gras weht im Dezemberwind. Wie ärgerlich! Es ist viel zu warm für Lydias heiß ersehnten Schnee. Sie öffnet Türchen um Türchen ihres Adventskalenders. Der ihr Tag für Tag winterliche Bilder präsentiert. Aber vor ihrem Fenster tut sich nichts.

Nach dem elften Türchen entdeckt Lydia in einer Zimmerecke eine Spinne. Der ungebetene Gast scheint sich wohlzufühlen. Doch Lydia mag keine Spinnen. Hat Angst vor dem achtbeinigen Gast. Sie beschwört die Spinne, weg zu gehen. Doch die spinnt einfach weiter. Immerhin, eine gute Zuhörerin ist sie. Und als Lydia am Heiligabend aufwacht, da wartet eine glitzernde Überraschung auf sie.

Plötzlich verliert das Spinnentier den Schrecken

Rückenansicht des Bilderbuches „Die Sternenspinne“ von Stefanie Christ und Karin Widmer

Puh, Leute! Wenn man – wie ich – eine nicht gerade kleine Arachnophobie zu seinen Eigenheiten zählt, fällt es nicht ganz leicht sich auf „Die Sternenspinne“ einzulassen. Besonders, da die Spinne nicht verniedlicht wird. Sie ist eins dieser fiesen, langbeinigen Exemplare. Mit dickem Hinterleib und deutlichen Kieferklauen. Da bekomm ich schon vom Beschreiben Gänsehaut. Mit vermenschlichten, verhärmten Zügen schaut sie grimmig auf Lydia hinunter. So grimmig wie das Mädchen zu ihr.

Nach und nach wird der Achtbeiner vertrauter. Wird zum Vertrauten. Dem Lydia ihre Wünsche anvertraut. Der still webend zuhört. Dabei seine Schrecken verliert. Plötzlich gar nicht mehr gruselig ist.

Ich wünschte, ich wäre schon so weit wie Lydia. Doch leider verfalle ich immer noch in Schockstarre, wenn ich ähnliche Exemplare in freier Wildbahn erblicke. Ganz ehrlich? Ich bekomme tatsächlich Herpes vom Anblick großer Spinnen. Total bekloppt. Ich weiß! Hilft nur nicht.

Der Traum von weißer Winterwunderzeit

Das Bilderbuch „Die Sternenspinne“ von Stefanie Christ und Karin Widmer

Aber: Es wird besser. Mittlerweile kann ich mit den meisten Spinnen leben. Wenn sie locker unter ein normales Glas passen, komm ich klar. Ein Fortschritt. „Die Sternenspinne“ trägt vielleicht auch dazu bei, dass ich bei der nächsten Begegnung der achtbeinigen Art weniger panisch reagiere. Durch Gewöhnung.

Denn dem Vizechef (5) hat es Lydias Geschichte angetan. Wie sie kann er sich kaum noch an Schnee erinnern. Einen Tag lang gab es mal welchen hier in Köln. Vor drei Jahren. Gerade mal lang genug lag das Wunder, um einen Schneemann zu bauen. Seitdem träumt der Vize von weißer Winterzeit. Und auch wenn am Ende kein klirrendkalter, verschneiter Wintertag auf Lydia wartet, die verwobene Auflösung der Weihnachtsgeschichte mag mein Fünfjähriger sehr.

„Die Sternenspinne“ vermittelt, dass Spinnen in Ordnung sind. Ohne plakativ zu sagen, dass Angst vor ihnen unnötig und doof ist. Angst ist ok. Aber es gibt eben auch schöne Seiten an diesen Tieren. Auf die dieses leise, sanfte Adventsbuch unsere Aufmerksamkeit lenkt. 😊

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„Wundervolle Welt der Sterne“ von Will Gater, Daniel Long und Angela Rizza

Wir bleiben noch ein wenig extraterrestrisch. Im Gegensatz zur (wahrscheinlich) fiktiven Weltraumreise des Pelipontalus letzte Woche, wird es nun aber ganz real. Mit einem herausragenden Sachbuch für Kinder. Und Eltern. Und Großeltern und Lehrer*innen und…. Alle!
Das Astronomiebuch für Kinder „Wundervolle Welt der Sterne“ von Will Gater, Daniel Long und Angela Rizza

Ganz ehrlich? Die „Wundervolle Welt der Sterne“ überwältigte mich! Schon von außen ist das Buch ein Gedicht. Zwar ist der Papiereinband in Leinenoptik ein wenig empfindlich was Stöße und Reibung angeht, doch wirkt er ohne Zweifel edel. Auch fällt kleinerer Abrieb auf dem goldfolien-leuchtenden Cover eh nicht auf. Zu sehr versuchen die Augen das galaktische Kunstwerk aufzunehmen. Goldschnitt, Vorsatzpapier und Lesebändchen vervollständigen den eleganten Auftritt des Weltraumlexikons für Kinder ab acht Jahren.

Mit dem Vorwort holte Autor Will Gater meine Jungs sofort ab. Klar sind sie Abenteurer! Entdecker sowieso. Auf geht’s!

Von Planet zu Planet durch unser Sonnensystem

Der Rückentext des Astronomiebuchs für Kinder „Wundervolle Welt der Sterne“ von Will Gater, Daniel Long und Angela Rizza

Von der Erde aus betrachten wir den Nachthimmel. Voller funkelnder Sterne. Entdecken Meteore, die sich in Meteoriten verwandeln. Staunen über Polarlichter und Sternbilder. Lernen unseren Mond ganz genau kennen. Genauso wie unsere Sonne. Reisen durchs Sonnensystem – von Planet zu Planet.

Erst zu den Gesteinsplaneten Merkur, Venus und Mars. Dann zu den Gasriesen Jupitur, Saturn, Uranus und Neptun. Dazwischen rauschen Asteroiden und Zwergplanet Ceres an uns vorbei. Im Kuipergürtel entdecken wir die Zwergplaneten Pluto, Haumea, Eris und Makemake. Jeder Planet ist einzigartig. Manche haben Monde, andere Vulkane. Alle sind ganz anders als unsere Erde.

Als die Oortsche Wolke unsere Fantasie beflügelt, liegt gerade mal gut die Hälfte des Buches hinter uns. Vor uns warten Sternhaufen und Sternbilder, Supernoven und Schwarze Löcher; Weltraumnebel und andere Galaxien. Sternbildkarten, ein Überblick über die Entdeckung des Weltraums, Glossar, Bildwegweiser und Register runden diese astronomische Enzyklopädie ab.

Der Goldschnitt des Astronomiebuchs für Kinder „Wundervolle Welt der Sterne“ von Will Gater, Daniel Long und Angela Rizza
Glänzender Goldschnitt

Beeindruckend leichtfüßig mit imponierenden Bildern

Das Astronomiebuch „Wundervolle Welt der Sterne“ in einer Seitenansicht

Chef (8) und Vizechef (5) verlangten sofort Einsicht in das glänzende Kunstwerk. Forderten Seite um Seite ein. Dabei dachte ich, dass der Vize diesmal wirklich noch ein wenig zu jung sei. Schließlich empfiehlt der Verlag das Buch für Kinder ab acht Jahren. Doch war es besonders der Kleine, der immer mehr wollte. Der nachfragte. Gezielt Seiten auswählte, die ich vorlesen sollte. Ganz behutsam ging der sonst so stürmische Fünfjährige mit diesem Buchschatz um. Zog eine Vorleseeinheit aus diesem Sachbuch gar anderen Lektüren vor.

Beeindruckend leichtfüßig vermittelt Will Gater wissenschaftliches Wissen. Seine leicht verständlichen Texte kommen häppchenweise, überfordern nicht. Doch Hauptdarsteller des Buches ist ganz eindeutig die Gestaltung. Neben den realistischen wie stimmungsvollen Illustrationen von Daniel Long und Angela Rizza imponieren Originalaufnahmen von NASA und ESA. Aufsehenerregende Momentaufnahmen und Einblicke in unsere Galaxie, von denen wir uns kaum losreißen können.

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„Pelipontalus und die Königin der Maschinen“ von Robert Schulz

Das Sci-Fi-Buch für Kinder „Pelipontalus und die Königin der Maschinen“ von Robert Schulz und Sina Loriani

Auf einem alten Frachtschiff reist Joni durchs Weltall. Mit ihren Eltern, dem alten Hermann und dem Pelipontalus. Das verfressene Weltraumtier ist ihr bester Freund. Wenn es nicht wäre, Joni würde die Langeweile nicht aushalten. Außer einem Stopp auf der auf der Handelsstation Pydra oder ein Besuch bei Opa auf der Raumstation Gagarin passiert nie etwas. Wirklich nie!

Doch als sie sich ein Abenteuer wünscht, wird ihr Wunsch vielleicht ein wenig zu präzise erfüllt. Prompt überschlagen sich die Ereignisse und das Mädchen steckt mittendrin.

Das Pelipontalus hat viel zu erzählen

Ach, was bin ich froh, dass ich diesem Buch eine Chance gegeben habe! Von der ersten Seite an hingen Chef (8) und Vizechef (5) an meinen Lippen. Wobei… eher an den Lippen des Pelipontalus. Der kleine Vielfraß reiste nämlich extra in die Vergangenheit, um dem Autoren die Geschichte zu erzählen. Eine weise Wahl, wenn ihr mich fragt. Denn Robert Schulz schrieb die Erzählung des Zeitreisenden wahrlich fesselnd nieder.

So fesselnd, dass meine Jungs aus allen Wolken fielen, als ich verkündete: „Das wars! Jetzt gibt’s nur noch ein Nachwort.“ Fassungslos starrten sie mich an. Fragten nach der Fortsetzung. Das Pelipontalus hat doch noch so viel zu erzählen!

Dieses Kinderbuch ist innen definitiv größer als außen

Rückseite des Sci-Fi-Buches für Kinder „Pelipontalus und die Königin der Maschinen“ von Robert Schulz und Sina Loriani

Zwar wissen wir nun, was es mit der Königin der Maschinen auf sich hat. Und warum Jonis Mama nicht über den Krieg der Maschinen reden will. Auch ahnen wir, warum Frau Bronns Hut blinkt. Allerdings hat Joni noch ein Hühnchen mit drei aufdringlichen Außerirdischen zu rupfen. Und überhaupt, das All ist doch so groß. Da gibt es noch so viel zu entdecken! Dies kann einfach nur der Auftakt eines galaktischen Science-Fiction-Epos sein. Überhaupt, dieses Kinderbuch ist innen definitiv viel größer als außen. 😊

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„Guten Morgen, Bauernhof!“ von Jonny Lambert und Sandra Grimm


Bunte, kontrastreiche Bilder. Kurze, griffige Reime. Beliebte Bauernhoftiere und versteckte Pop-Up-Überraschungen: Dieses Bilderbuch ist ein echtes Highlight im Kinderzimmer.
Das Pop-up-Bilderbuch „Guten Morgen, Bauernhof!“ von Jonny Lambert und Sandra Grimm

„Der Bauernhof schläft still wie nie…
Da tönt es laut: Kikeriki!“

Schon springt uns der Hahn entgegen. Quasi aus dem Buch heraus. Als großes, seitenfüllendes Pop-Up. Kräht uns freundlich entgegen. Fast meint man, das farbenfrohe Gefieder flattern zu sehen.

Auf der nächsten Seite entdeckt der Hahn hinter einer Mauer das schlummernde Schweinchen. Was uns – zack – mit einen Sprung in den Matsch entgegen kommt.
Vor dem geschlossenen Stall stehen Hahn und Schwein nicht lang. Im Nuh kommt auch die Kuh dazu. Zusammen finden sie das Schaf. Im Gras. Zum Schluss fehlt nur noch eine. Die Bäuerin bringt schon das Feld ins Reine. Auf dem Traktor fährt sie über das Gelände. Und dann ist auch das Buch zu Ende. 😊

Pop-Up-Bilderbuch mit feinen Reimen

Eine Innenseite des Pop-up-Bilderbuch „Guten Morgen, Bauernhof!“ von Jonny Lambert und Sandra Grimm

Mit dem Pappbilderbuch „Guten Morgen, Bauernhof!“ aufs Land zu reisen, macht Groß und Klein Spaß. Es gibt viel zu entdecken. Dabei sind die Seiten nicht überladen. Einfache Reime und kurze Sätze nehmen auch kleinste Ausflügler mit. Das passt alles perfekt zur empfohlenen Zielgruppe der Kleinkinder ab einem Jahr.

Aber! Ich würde ihnen das Buch nicht in Finger geben. Denn obwohl es Pappe ist, die Ausklapp-Elemente sind nicht sehr dick. Können kleinen Patschhänden nicht trotzen. Mit Mama, Papa oder Onkel Daniel zusammen und mit ein wenig Abstand, sind die Klappen aber sicher.

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„Der Seelenvogel“ von Michal Snunit und Na’ama Golomb

Zum 30. Jubiläum dieses wunderbaren Buches, landet „Der Seelenvogel“ endlich auch bei mir!
„Der Seelenvogel“ von Michal Snunit und Na'ama Golomb

Wie er bisher an mit vorbei flattern konnte, ist mir ein Rätsel. Denn das kleine Büchlein beherbergt wahrlich Großartiges. Es steckt voller kraftvoller Sätze, die uns helfen uns etwas besser zu verstehen. Uns anzunehmen. Unsere Seele zu entdecken.

Zusammen mit dem Seelenvogel. Der mittendrin wohnt, in unserer Seele. Bei jedem von uns. Der das fühlt, was wir fühlen. Dem alles weh tut, wenn uns jemand verletzt. Der lustige Sprünge macht, wenn uns jemand liebt. Der sich ganz klein macht, wenn jemand böse auf uns ist. Und uns ausfüllt, wenn uns jemand in den Arm nimmt.

Niemand wird ohne diesen Vogel geboren. Solange wir leben, begleitet er uns. Öffnet die Schubladen, in denen unsere Gefühle und Stimmungen lagern. Bestimmt so unsere Launen. Denn manchmal gehorcht er uns nicht. Dann bringt er uns in Schwierigkeiten. Weil er sauer oder eifersüchtig oder wütend ist. Manche Vögel machen jeden Morgen die Schublade „Freude“ auf, andere Vögel vergessen die Schublade „Traurigkeit“ zu schließen.

„Manche Leute hören den Seelenvogel oft, manche hören ihn selten. Und manche hören ihn nur einmal in ihrem Leben.“

Worte für dieses Unbegreifliche in uns drin

„Der Seelenvogel“ von Michal Snunit und Na'ama Golomb

„Der Seelenvogel“ beflügelt uns, über unsere Gefühle zu reden. Gibt Großen und Kleinen ein Hilfsmittel an die Hand, etwas zu verbalisieren für das es doch oft nur unzureichend Wörter gibt. Mit dem Bild des wuselnden, wütenden, weiten Vogels im Kopf, schaffen wir es Gefühlen ein Bild zu geben. Dieses Flatternde, Wechselnde, Unbegreifliche in uns drin ein Gesicht zu geben. Vielleicht auch gnädiger mit uns zu sein. Den Vogel mal zu streicheln, wenn er tobt. Oder uns mitreißen zu lassen, wenn er tanzt.

Die einfache, weiße Illustration des Vogels wirkt dabei wie eine Leinwand für die Fantasie. Die klaren Sätze leiten an. Stellen vor und lassen uns dann los. Zum Horchen. Zuhören. In uns fühlen. Dabei bleibt es nicht aus, sich den Vogel der anderen vorzustellen. Empathie zu entwickeln. Fast nebenher. Welch wundervolles Geschenk!

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„Die drei ??? Kids und du: Seeschlangen-Spuk“ von Boris Pfeiffer und Harald Juch

Der Kinderkrimi „Die drei ??? Kids und du: Seeschlangen-Spuk“ von Boris Pfeiffer und Harald Juch vor einer Wand mit Grafitti

Seit er vier Jahre alt ist, durchsuchtet der Chef alles, was drei Fragezeichen hat. Wie oft er seine „Die drei ??? Kids“-Hörspiele schon gehört hat, wage ich nicht zu zählen. Nun platze im Frühjahr der Leseknoten meines jetzigen Drittklässlers. Womit ihm ganz neue literarische Welten offenstehen. Wie die interaktiven Bücher der „Die drei ??? Kids und du“-Reihe.

Im ersten Band „Seeschlangen-Spuk“ bekommen es Justus, Peter und Bob mit einem Seeungeheuer und einem Geisterschiff zu tun. Dabei gilt es aufzuklären, was ein Indianerfluch mit den unheimlichen Vorgängen zu tun hat. Aus den verängstigten Fischern ist nicht viel heraus zu bekommen.

Bei ihren Ermittlungen gehören die Leser*innen mit zum Team. Haben Einfluss auf den Fortgang des Geschehens. Nach jeweils ein bis vier Seiten müssen wir uns entscheiden, wie und wo es weitergeht. Beispiel gefällig?

„Was machen wir denn jetzt?“ flüsterte er.
Nichts wie weg? Dann lies weiter auf Seite 67
Oder soll Bob das Gespräch fortsetzen? Dann lies weiter auf Seite 69

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Simones Cottage Pie-Rezept

Eine Portion Shepherd's Pie auf einem weißen Teller

Wer mir auf Instagram folgt, sieht in meiner Story immer wieder Bilder meines absoluten Lieblingsessens: Shepherd’s Pie. Oder auch Cottage Pie. Gerade in den kälteren Jahreszeiten kommt das irische Gericht bei uns ganz regelmäßig auf den Tisch.

Bis das Rezept so war, wie es heute ist, floss allerdings gehörig viel Wasser den Rhein runter. Mit dem Grundrezept hat es nicht mehr viel gemein. Mittlerweile darf sich meine Version mit Fug und Recht „Simones Cottage Pie“ nennen. Und da es traditionell auch ein Resteessen ist, variieren die Zutaten auch immer ein wenig. 😄

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„Handbuch für Superhelden: Das Handbuch“ von Elias und Agnes Våhlund

„Handbuch für Superhelden: Das Handbuch“ von Elias und Agnes Våhlund

Während Lisas Mama ein paar Monate im Ausland arbeitet, wohnt die Neunjährige bei ihrer Oma in Rosenberg. Um der alten Dame nach dem Tod des Opas Gesellschaft zu leisten, sagte Mama. „Lisa hatte geantwortet, dass das kein Problem wäre. Aber das war es doch. Vom ersten Tag an wurde sie in der neuen Schule wegen ihrer großen Ohren gemobbt.“

Immer wieder flüchtet sie vor den Schul-Rowdys in die Bibliothek ihrer Großtante. Als sie sich einmal mehr in ihre Ecke zwischen den Büchern gerettet hat, sieht sie ein rotes Licht. „Auf dem untersten Regalbrett stand ein Buch, das so rot war, dass es leuchtete.“

Das Handbuch für Superhelden!

„Handbuch für Superhelden: Das Handbuch“ von Elias und Agnes Våhlund

Das rote Buch verändert Lisas Leben. Denn durch seine Hilfe lernt sie tatsächlich zu fliegen. Auch die superstarke Kampftechnik beherrscht sie schnell (ein wenig). Nur das mit der Tiersprache, das funktioniert noch nicht so gut. Aber: Übung macht die Meisterin.

Und so wendet Lisa ihre Kräfte sogleich an. Zwar klappt nicht alles sofort, doch Lisa gibt nicht auf. Gewinnt Selbstvertrauen. Im roten, von ihrer Oma selbst genähten Outfit sieht sie sogar aus, wie eine richtige Superheldin. Vor der sich besser auch hartgesottene Gangster in Acht nehmen sollten.

Wir lasen Lisas erstes Abenteuer in einem Rutsch

Als ich vor wenigen Wochen über die Frankfurter Buchmesse schlenderte, zog mich der Stand eines Kinderbuchverlages ganz besonders in seinen Bann: Jacoby & Stuart! Von dem ich bisher nur ganz peripher etwas auf Instagram mitbekommen habe. Nun saß ich da und las mich durch das halbe Verlagsprogram. Gefühlt. Und jedes Buch überzeugte mich. Was war ich verliebt!

„Handbuch für Superhelden: Das Handbuch“ von Elias und Agnes Våhlund

„Das Handbuch für Superhelden“ durfte mich nach Hause begleiten. Kaum war ich nach der Messe wieder zu Hause, kuschelte ich mich mit meinen Jungs und dem Buch aufs Sofa. Um Lisas erstes Abenteuer in einem Rutsch durchzuschmökern. Chef (8) und Vizechef (fast 5) fühlten, bangten und jubelten mit Lisa. Wuchsen mit ihr. Hätten am liebsten sofort die nächsten Bände gelesen.

Welch Glück, dass da noch ein paar auf die Jungs warten. Denn in Schweden ist das Kinderbuch von Elias und Agnes Våhlund ein Riesenerfolg. Zurecht, wie ich finde. Auf Deutsch sind bereits sechs Bänder erschienen, die bestimmt – nach und nach – bei uns einziehen werden. 😊

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„LebensWende: Die Schwestern Brüggemann bleiben am Ball“ von Julia Hoch

"Lebenswende - Die Schwestern Brüggemann bleiben am Ball" von Julia Hoch

Rund 20 Jahre waren sie nicht mehr in ihrem Lindenstübchen. Erst ein Zeitungsartikel ruft es ihnen in Erinnerung. Dabei haben Hilde und Lore ihr Leben in der kleinen Kneipe verbracht. Mehr als 60 Jahre. Wegen Hildes Sturz damals, mussten sie vorübergehend schließen. Doch wie das immer so ist: Dieses Vorübergehend dauerte etwas länger.

Aus dem Zeitungsbericht erfahren die 82-jährigen Zwillinge, dass die Stube abgerissen werden soll. Die alten Damen können es nicht glauben. Wie kann das sein? Das Lindenstübchen gehört doch ihnen! Die Jagd nach Antworten bringt frischen Wind in ihr beschauliches Leben. Weht neue und alte Bekannte zusammen. Dabei zeigt sich, was alles noch in den Schwestern Brüggemann steckt.

Noch einmal ein Aufbruch

"Lebenswende - Die Schwestern Brüggemann bleiben am Ball" von Julia Hoch

Ihr müsst wissen, dass ich eine Vorliebe für alte, kauzige Menschen habe. Für Senioren, die heute leider viel zu oft am Rand der Gesellschaft leben. Vergessen. Die in der Wohnung bleiben. In ihrem Inneren. Die Ihre Spleens pflegen, weil das Lot des Außen fehlt. Das Romandebüt von Julia Hoch traf da mit seinen betagten Protagonisten bei mir genau ins Schwarze.

Die ruppig wirkende Hilde erinnerte mich an gleich mehrere alte Damen, die mich Stücke meines Weges begleiteten. Frauen, die aus diversen Gründen dickes Fell trugen. Deren Herz aber am rechten Fleck saß. Die energisch ihre Ziele verfolgten. Auch wenn es dafür manchmal einen frischen Funken brauchte.

Auch Lore kam mir bekannt vor. Ihre Selbstvergessenheit; ihre schüchterne Offenheit. Mit ihrem kindlichen Blick und ihrem Wagemut vereint sie viele Eigenschaften, von denen ich mir wünsche, dass ich sie als alte Frau haben werde.
Zusammen sind die Brüggermanns ein einnehmendes Team. Das noch einmal einen Aufbruch wagt. Einen Ausbruch aus der Routine.

Mal geistreich, mal spitz

Die Charaktere mochte ich sehr. Die Geschichte gefiel mir gut. Was ich aber liebte, war Hochs Stil. Ihren Blick. Ihre Sätze. Sie präsentiert pointiert und komprimiert die Lebenswelt der Schwestern. Ihre Ansichten und Gefühle. Ihre individuellen Eigenheiten. Mal geistreich, mal spitz findet sie wesenszeichnende Worte. Schafft lebendige Szenen, die farbenfroh und fast greifbar zu Leben erwachen.

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„Unser Körper – Ein monstermäßiges Experimentierbuch“

„Unser Körper - Ein monstermäßiges Experimentierbuch“ von Marnie Willow und Diego Vaisberg

Während der Chef den Nachmittag auf einer Halloweenparty verbrachte, gruselten der Vize und ich uns durch ein ganz besonderes Mitmachbuch. Seite für Seite, Wort für Wort musste ich es dem Vierjährigen vorlesen. Dabei dachte ich, wir lesen vielleicht nur ein wenig. Machen ein, zwei der Bastelsachen. Pustekuchen!

Allerdings überließ mein KiTa-Kind die Bastelleien mir. Im Delegieren ist er schon echt gut. Jedoch in diesem Fall absolut zu Recht. Allein die Anleitungen zu verstehen ist nicht so leicht. Die Stanzteile aus den Bögen zu trennen, ist auch nicht ganz einfach. Vom Falten ganz zu schweigen. Wenn man sich aber durch die diffizilen Knick- und Steck-Befehle gekämpft hat, dann belohnen wirklich erstaunliche 3D-Gimmicks.

Gruselgerippe, Monsterhand und Trötemonster

Dabei sehen Gruselgerippe, Monsterhand und Trötemonster nicht nur unheimlich cool aus. An ihnen lernen wir auch eine Menge über unseren Körper. Am Skelett lernen wir unseren Körperbau und unsere Organe kennen. In der Monsterhand verstecken sich Sehnen, welche alles beweglich machen. Wie unsere Stimme funktioniert, veranschaulicht das Trötemonster.

Die Monsterhand veranschaulicht, wie Sehnen funktionieren.

Alles haben wir an diesem Nachmittag tatsächlich nicht gebastelt. Dafür steckt einfach zuviel in diesem kompakten Heft. Auf jeden Fall werden wir noch die Antikörperkanone bauen. Genauso wie das Zombie-Zoetrop und das Trommelfellmodell.

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