„Monster!“ von Stephan Pricken

"Monster!" von Stephan Pricken
„Monster!“

Samstagmorgen, kurz vor 6 Uhr. Mama und Papa schlafen noch tief und fest. Und wollen auch gerne noch ein Weilchen schlummern. Auch wenn Joscha von Monstern im Wohnzimmer spricht. Schließlich gibt es gar keine Monster.

Tja, auch wenn Mama und Papa sonst echt alles wissen, von Monstern haben sie keine Ahnung. Um sein Zwergkaninchen zu beschützen, wagt sich Joscha ins Erdgeschoss. Dabei überrumpelt er drei Schrankrabbler.

Die entpuppen sich als harmlose Chaoten, die eigentlich nur weiterziehen möchten. Allein, sie finden den richtigen Schrank nicht. Bei ihrer gründlichen Suche richten sie ein ebenso gründliches Chaos an. Es kommt, wie es kommen muss: Das monstermäßige Tohuwabohu weckt Papa. Der glaubt natürlich kein Wort von Joschas Bericht. Denn Monster, die gibt es doch gar nicht!

Hat alles, was ein Kinderbuch braucht

"Monster!" von Stephan Pricken
„Monster!“

„Monster!“ von Stephan Pricken hat hier einen ähnlichen Effekt, wie das Flötenspiel des Rattenfängers von Hameln. Wir waren schon auf dem Weg zum Spielplatz, als uns das Buch erreichte. Also nahm ich es kurzerhand mit. Nachdem ich es ausgepackt hatte, klebte der Vizechef an mir. Ich solle vorlesen. Sofort! Also las ich es dem Dreijährigen vor. Kaum hatte ich die zweite Seite umgeblättert, saßen plötzlich vier Kinder um mich herum. Bis zum Ende des Buches waren’s sechs (natürlich alle bekannt und aus unserer engen Schul- und KiTa-Seuchengruppe).

"Monster!" von Stephan Pricken
„Monster!“

Kaum hatte ich es beendet, schleppte einer aus der Bande das Buch zu seiner Mama. Die mit ihrer Lesung die vorhandenen – und weitere – Kinder fesselte. Mit dabei waren Drei- bis Siebenjährige und alle waren begeistert. Der Effekt nutzte sich bisher auch nicht ab. Sobald meine Jungs „Monster!“ erblicken, wollen sie es lesen. Und ich erfülle ihnen diesen Wunsch gerne.

Denn „Monster!“ hat einfach alles, was ein gutes Kinderbuch braucht: Einen mutigen Helden, lebendig-bunte Illustrationen, einen pfiffigen Text, Quatsch-Humor, ein heimeliges Abenteuer-Feeling und eine fein-sanfte Moral. Wir lieben es!

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„Mittagsschmaus im Hasenhaus“ von Christine Thau und Carla Häfner

"Mittagsschmaus im Hasenhaus" von Christine Thau und Carla Häfner

„Mmh, wie duftet es doch herrlich
aus dem kleinen Hasenhaus!
Mama Hase kocht für alle
einen leck’ren Mittagsschmaus.“

Doch wo sind denn alle? Mama Hase geht los, sammelt die Familie ein: Hansi, Papa, Opa, Oma und auch Onkel Heinrich. Bis endlich die ganze Familie am Tisch sitzt, „gut gelaunt, wie jeder sieht.“ Guten Appetit! 😊

Schon seit Wochen will ich Euch dieses süße Pappbilderbuch von Haba vorstellen, doch im heimischen Chaos fand ich es einfach nicht. Egal wie gründlich ich suchte. Vor wenigen Tagen dann strahlte der Vizechef mich an und brachte mir das Buch zum Vorlesen. Er hatte es gebunkert. Gehütet wie einen Schatz und sich immer wieder angeschaut. Wollte nicht, dass ich es entführe, wie ich es immer mache mit Büchern, die ich noch rezensieren will.

Als der Dreijährige grinsend vor mir stand und das „beichtete“, war ich unendlich gerührt. Welch großes Kompliment an das Buch! Deswegen muss ich mich nun aber auch beeilen mit meinem Bericht. Denn wenn der Vize aus der KiTa kommt, soll er es direkt wiederbekommen.

Kleinkind-Wohlfühl-Atmosphäre

"Mittagsschmaus im Hasenhaus" von Christine Thau und Carla Häfner

Denn ich versteh ihn ja. „Mittagsschmaus im Hasenhaus“ schafft mit seinen knuffigen Illustrationen, den verspielten Mitmach-Reimen und den großen Klappen eine wundervolle, süchtig machende Kleinkind-Wohlfühl-Atmosphäre. Wenn ich vorlese, dass er der Mama beim Suppe kochen helfen soll, dann grinst der Vize und „rührt“. Wenn es darum geht, Hansi zu trösten, dann pustet er auf das weinende Hasenkind. Und wenn es darum geht, Papa wach zu kitzeln, dann kichert er voller Schalk. Die schlafende Oma im Schaukelstuhl stupst er dagegen ganz sanft an.

Das alles passiert natürlich zum größten Teil im Kinderkopf. Die Regungen, die sich im Gesicht des Vizes zeigen, sind dabei ganz vielfältig, intensiv und für ihn ganz echt. Es ist so niedlich. Und so beeindruckend!

Gefällt auch noch dem Sechsjährigen

"Mittagsschmaus im Hasenhaus" von Christine Thau und Carla Häfner

Die kulleräugigen Tiere von Christine Thau mögen meine Kinder in jedem ihrer Bücher sehr. In „Mittagsschmaus im Hasenhaus“ fallen uns neben den Hauptdarstellern noch viele andere Gäste auf: Maus und Biene, die auch gern etwas von Suppe abbekämen; Eichhörnchen und Vogel, die erschrocken auf Hansi blicken; Familie Frosch beim Mittagsschmaus; die Rennfahrermaus; die Schnecke mit dem Birnhaus und noch so viel mehr. Es gibt soviel Kleinigkeiten, soviel Nebengeschichten zu entdecken. Das hätte ich diesem kleinen Büchlein gar nicht zugetraut.

So macht es auch noch dem Sechsjährigen Freude. Dabei versucht er sich auch am Selberlesen. Zwar bringen einige der hüpfenden Verse von Carla Häfner den (sich schwer tuenden) Leseanfänger arg zum Stolpern. Doch bei den meisten klappt es schon ganz gut. Und dann ist er stolz wie Bolle. Mir machen gefallen die Reime richtig gut, so dass ich auch beim zehnten Vorlesen noch Lust auf das nächste Mal habe.

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„Der ganze Zoo geht aufs Klo“ von Anna Taube und Eefje Kuijl

"Der ganze Zoo geht aufs Klo" von Anna Taube und Eefje Kuijl

„Katta Kitti muss mal Pipi.“ Doch das Klo ist schon besetzt. Der Lemur umsonst gehetzt. Auch Edi Elefant muss warten. Genauso Pinguine, Affen und Piraten…äh…nein: …und die Schlange. Die Moral von der Geschicht? „Drängeln ist verboten. Und wascht danach die Pfoten!“

Aber die Moral ist nicht ganz wasserdicht. So erleichtert sich die Schildkröte kurzerhand am Baum. Ein Vöglein über’m Elefantenkopf – man glaubt es kaum. Und das Babyäffchen? Das darf aufs Töpfchen.

Giggeln und Kichern

„Der ganze Zoo muss aufs Klo“ ist frech. Es ist bekloppt. Es ist ein Heidenspaß! Die Bilder sind übersichtlich. Geben kleinen Bücherwürmen Zeit und Raum für Entdeckungen. Zeit zum Giggeln und Kichern.

"Der ganze Zoo geht aufs Klo" von Anna Taube und Eefje Kuijl

Mit jeder Seite kommen Tiere hinzu. Sehen die Vögel ein wenig anders aus. Macht ein Tier Quatsch. Benimmt sich daneben. Wächst das Tohuwabohu. Bis am Ende wieder (etwas) Ordnung einkehrt.

Mein Vize (3 1/2-irgendwas) ist der Zielgruppe schon fast entwachsen. Doch mag er dieses Klobuch sehr. Die wildpinkelnde Schildkröte hat es ihm angetan. Genauso wie die unverschämte Drängelschlange. Das Windel tragende Affenbaby, mag er auch sehr. Denn mit ihm kann er sich identifizieren.

Wenn ich pädagogisch gestimmt bin, dann zählen wir ein wenig, Wie viele Pinguine müssen auf Klo? Und wie viele Affen? Aber eigentlich genieße ich den Nonsens dieses tierisch albernen Kinderbuches.

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Sven Maria Schröder: „Max und Mux und der Riesenwunschpilz“

"Max und Mux und der Riesenwunschpilz" von Sven Maria Schröder

Max und Mux leben in ihren Baumhäusern am Rande des Fabelwaldes und sind die besten Freunde. Max liebt Abenteuer. Mux auch. Aber die dürfen ruhig allein in einem seiner zahlreichen Bücher geschehen. Außerdem träumen beide davon, einmal im Leben einen richtigen Schatz zu finden. Als Max ein riesengroßes Buch findet („Das große Pilzbuch“) rückt ihr Traum in greifbare Nähe.

Denn das Buch berichtet von einem Wunschpilz auf dem einmal im Jahr ein kleines Männchen erscheint. Immer zur gleichen Zeit. Und wer dem Männlein einen Goldtaler gibt, dem erfüllt es einen Wunsch. Also brechen Max und Mux auf. Machen sich auf den Weg in den Dunkelwald. Der gleich neben dem Riesengebirge liegt.

Auf dem Weg meistern sie allerhand Gefahren, sind mutig und finden erstaunliche Freunde. Sie wachsen über sich hinaus und erreichen ihr Ziel. Sie finden Pilz und Schatz. Doch nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatten. Letztendlich steht ein ziemlich verdutztes Männlein auf dem Wunschpilz. Und Max und Mux machen sich bestimmt bald auf zu einem neuen Abenteuer.

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„Ich bin heute löwenlaut!“ von Maike Harel und Katja Gehrmann

"Ich bin heute löwenlaut!" von Maike Harel und Katja Gehrmann
Simone löwenlaut

Jajah will kein kleiner Junge sein. „Denn Jungen tun, was sie nicht sollen und müssen stets, was sie nicht wollen.“ Doch wer würde es schon einem Känguru verbieten zu hüpfen? Während Hähne in aller Herrgottsfrühe Krach machen dürfen. Affen dürfen Haare zerwuscheln und von Löwen verlangt niemand Gemüse zu essen. Ne Robbe, die das Bad unter Wasser setzt? Kein Problem! Denn „Robbenbabys plantschen, spritzen, statt beim Schrubben still zu sitzen“.

Mama freut sich sehr über die tierische Gesellschaft. Denn alle Tiere entpuppen sich als große Hilfe – beim Einkauf, als Wecker-Ersatz, im Haushalt, als Wächter. Andererseits… irgendwie…, so ganz das Wahre ist es nie. So kommt Mama zu dem Schluss: „Ob Stinktier, Schweinchen oder Biber, ein kleiner Junge wär mir lieber!“

Ständig verwandelt sich der Vizechef

Was muss ich immer wieder schmunzeln, wenn mir mein Dreijähriger „Ich bin heute löwenlaut!“ bringt. Warum? Weil unser Alltag genauso aussieht. Ständig verwandelt sich der Vizechef in Katze, Elefant oder Delfin. Den ganzen Tag faucht und trampelt es in dieser Wohnung. Einmal robbt der Vize auf dem Bauch über den Boden wie eine Schlange. Dann wieder hüpft er über die Fliesen wie ein Kaninchen. Doch abends, abends liegt er dann in meinen Armen und sagt: „Bin kein Fellfreund. Bin Dein Junge!“. Hach, so schön!

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Mein Oster-Buchtipp: „Die Nacht vor Ostern“ von Nadine Reitz

„Die Nacht vor Ostern“ von Nadine Reitz
„Die Nacht vor Ostern“
von Nadine Reitz

Huch! Wie konnte das nur passieren? Morgen ist ja schon Ostern!!! Wie soll der Osterhase jetzt bloß diese ellenlange Aufgabenliste erledigen? Neidisch denkt er an den Weihnachtsmann. Der hat ein perfekt organisiertes Team. Sein Team war dagegen…nun ja…er mag sein Team…

Doch der Osterhase und seine Wuselhühner, die eitlen Gockel, Osterlamm Wolle, Kuh Elsa, Ersatzhahn Heribert und viele knuddelige Küken legen sich so richtig ins Zeug. Ob sie das Osterfest wohl retten können?

Weihnachtsmann-Mythen im österlichen Gewand

Na klar! „Die Nacht vor Ostern“ erzählt die Geschichte des Osterhasen frisch und frei und mit reichlich Augenzwinkern. Was für den Weihnachtsmann funktioniert, dass kann für das Frühlingshäschen doch nicht verkehrt sein.

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Miriam Cordes: „Richtig gute Freunde“

Miriam Cordes: „Richtig gute Freunde“
Miriam Cordes: „Richtig gute Freunde“

Eines Tages findet Strandbär Vogel Lilou im Schilf. Lilous Flügel ist verletzt. Strandbär pflegt Lilou gesund. Obwohl Lilou weiß ist und Strandbär braun; obwohl er groß ist und sie klein: Sie werden die besten Freunde. Trotz ihrer Unterschiede. Und das ändert sich auch nicht als Lilou ins Warme fliegt und Strandbär schläft.

In Strandbärs Träumen sind die Beiden zusammen, „spielten mit den Wolken und badeten im Glück“. Als der Frühling Lilou zurück an Strandbärs Ufer spült, erzählen sie sich ihre Abenteuer. Nichts hat sich geändert. Denn: „Freunde kann nichts auf der Welt trennen. Nicht einmal die halbe Welt“.

Eintauchen

Diese Bilder! Ja, die Geschichte ist herzerwärmend. Doch Cordes wunderschöne Illustrationen entführen uns an den Strand. In die Welt der beiden Freunde. Wir tauchen ein ins blaue Meer und stapfen mit Strandbär und Lilou durch wirbelnde Herbstblätter. Sind ganz nah dran. Bei ihnen. Schon das Vorsatzpapier mit seinen Strandgrashalmen, bringt Strandgefühle in die Wohnung.

Chef (6) und Viezechef (3) lieben die Bilder. Genießen es, sich über die riesigen Seiten zu beugen und zu fantasieren. Sich an den Sommerurlaub zu erinnern. An das Gefühl des Sandes unter den Füßen. Das Zupfen des Seewindes an den Haaren. Und den Geschmack des Meerwassers auf den Lippen.

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Kristina Andres: „Maus und Eichhorn – Die große Reise ans Meer“

Kristina Andres: "Maus und Eichhorn – Die große Reise ans Meer"
Kristina Andres: „Maus und Eichhorn – Die große Reise ans Meer“

„Vor ihrer Höhle steht eine Maus,
schnuppert in die Ferne.
Sehen kann sie es nicht. Aber sie weiß, es ist das Meer, das sie riecht.“

Ach, kleine Maus. Was verstehen wir Dich! Meine Ozeansucht befällt mich, sobald ich dem Meer den Rücken kehre. Kaum bin ich Zuhause überfällt mich die Sehnsucht nach salziger Gischt. Nach Blau, das am Horizont an den Himmel stößt. Nach Wellen, die an Stränden knabbern und auf Klippen donnern. Und diese Sehnsucht scheine ich an meine Jungs vererbt zu haben. Den nächsten Urlaub am Meer, den können wir nie erwarten. Aber hier geht es ja um Deine Reise – kleine Maus, also:

Auf ans Meer

Den Duft des Meeres in der Nase, wagt die Maus das Abenteuer. Packt Nüsse und Schirm und Decke in ihren Karren und zieht los. Ans Meer. Ihr Freund das Eichhorn bleibt zurück.

Kristina Andres: "Maus und Eichhorn – Die große Reise ans Meer"
Kristina Andres: „Maus und Eichhorn – Die große Reise ans Meer“

Auf ihrem Weg trifft sie auf eine Schlange, der eine Maus zum Mittag gerade recht käme. Doch die Maus weiß nichts von Schlangen… Sie reisen also eine Weile gemeinsam und unterhalten sich über Freundschaft und Elefanten. Wobei es zu einem – mehr oder weniger beabsichtigten – Missverständnis über die Leibspeise von Schlangen kommt. Nun ja… Die freundliche Maus kommt heil aus der Nummer raus. Und darauf kommt es schließlich an.

Das Eichhorn eilt derweil seinem Freund hinterher und holte ihn ein. Zusammen beenden die beiden die Reise ans Meer. Und zusammen finden sie auch wieder nach Hause. Denn des nachts am Strand steht eine Maus, „schnuppert und lauscht in die Ferne“ und riecht ihren Wald. Ihr Zuhause.

Eine Geschichte vom Mut, Neues zu wagen

Kristina Andres: "Maus und Eichhorn – Die große Reise ans Meer"
Kristina Andres: „Maus und Eichhorn – Die große Reise ans Meer“

Jaja, Zuhause ist es am schönsten. Auch das kennen wir. Wobei die Meersucht bei uns stärker ist und wenn wir könnten wie wir wollten…, aber das ist eine andere Geschichte. 😊

„Maus und Eichhorn – Die große Reise ans Meer“ ist eine Geschichte vom Mut, Neues zu wagen. Von Aufbruch und Freundschaft. Davon, dass man nicht jedem trauen sollte. Und davon, wie gut man sich ergänzen kann.

Kristina Andres Kinderbuch erzählt dieses Abenteuer in ruhigen Bildern und klaren Worten. Ihre Illustrationen verbinden Natur und Phantasie vortrefflich; nie überladen und doch reich an zauberhaften Details, die entdeckt werden wollen.

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Karine Surugue: „Meine mutige Piratenmama“

Karine Surugue: "Meine mutige Piratenmama"
Karine Surugue: „Meine mutige Piratenmama“

Meine Mama ist eine mutige Piratin.“ Mit ihrer Mannschaft und dem erfahrenen Piratenkapitän macht sie sich jeden Donnerstag auf die Reise. Sucht die Schatzinsel. Dabei ist die See manches Mal stürmisch und die Seeungeheuer sind gefährlich. Deswegen hat Mama „wie jede echte Piratin“ Narben.

Und auch seekrank wird sie. Dann ist ihr so schlecht, dass sie sich übergeben muss. Nach Piratenart rasierte sie sich ihre Haare ab. Dafür trägt sie nun bunte Seeräubertücher um den Kopf. Doch die ganze Freibeuterei ist sehr anstrengend. Weswegen Mama sehr müde ist und ganz viel schläft. Aber die Suche lohnt! Denn am Ende sind die Seeungeheuer besiegt und die Schatzinsel entdeckt.

Viele Piratinnen

Puh, ich kann mir dieses Bilderbuch nicht ohne Wasser in den Augen anschauen. Was bin ich froh, dass ich diese Reise (bisher) nicht habe antreten müssen. Dass ich Landratte nicht in See stechen musste. Doch Brustkrebs ist nicht selten. Statistisch gesehen muss eine von acht Frauen irgendwann in ihrem Leben gegen das Monster antreten (bei einer hypothetischen Lebensdauer von 80 Jahren). Das sind viele, viele Piratinnen. Und das ist traurig. Doch wenn es eine junge Mutter trifft, fühlt es sich noch schrecklicher an.

„Im Alter von 35 Jahren muss eine von 110 Frauen damit rechnen, innerhalb der nächsten zehn Jahre zu erkranken.“

(Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum)

Wie soll man das bloß den Kindern erklären? Ohne Fachchinesisch und beängstigenden Krankhausbildern? Wie kann man Hoffnung geben? Mit diesem Buch!

Karine Surugue: "Meine mutige Piratenmama"
Karine Surugue: „Meine mutige Piratenmama“

„Meine mutige Piratenmama“ weckt Verständnis dafür, dass Mama gerade neben der Spur läuft – müde ist, Haare verliert, keine Kraft hat. Dabei vermitteln die kindlichen Sätze des Erzählers, dass Mama nicht alleine ist. Dass Ihr geholfen wird. Dass sie super mutig und enorm tapfer ist. Wie stolz der Kleine auf sie ist!

Dieses Buch hilft wahrscheinlich nicht nur Kindern. Es hilft hoffentlich auch jeder Betroffenen zu erkennen, wie heldenhaft sie ist!

Die cleveren Bilder von Illustrator Rémi Saillard unterstreichen die Botschaft gekonnt. Mit starken Farben und Kontrasten vereinen sich in ihnen Krebsalltag und Piratenleben. Untrennbar. Ein und dasselbe.

Biographie und sensibles Aufklärungswerk

Als Ärzte bei der Französin Karine Surugue Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostizieren, ist sie 43 Jahre alt und Mutter von vier Kindern. Ihr jüngster Sohn damals: Vier Jahre und Piratenfan.

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