„Monsterpost“ von Emma Yarlett: Schmausig, witzig, frech

"Monsterpost" von Emma Yarlett
„Monsterpost“

Schmaus sieht oberlecker aus. Viel zu lecker, um ihn allein zu verspeisen. Deswegen lädt Monster seine Freunde ein. Natürlich ganz klassisch – per Brief. Nach und nach trudeln die Zusagen ein. Erst von Graf Vielfrass, der es gerne saftig und fett mag. Dann kommt Madame Gargoyles Antwort. Die Gute mag es salzig. Für Riese Rambo muss es schleimig sein. Und Fussel-Fee isst nur Eiskaltes.

Monster bemüht sich wirklich redlich, die Sonderwünsche seiner Gäste zu erfüllen. Dabei versteht es Schmaus vorzüglich seine missliche Lage ins Gegenteil zu kehren. Bis Monster schließlich sagt: „Du siehst gar nicht mehr aus wie ein Schmaus.“ Naja… „Und du siehst gar nicht mehr aus wie ein Monster…“, findet der kleine Junge. Doch morgen kommen die Gäste! Was soll man da nur machen?

Ecklige Pampe? Nein danke!

"Monsterpost" von Emma Yarlett
„Monsterpost“

„Monsterpost“ ist schräg und witzig und frech. Von der ersten bis zur letzten Seite macht es einfach nur Spaß. Wie Klein-Schmaus das pinke Monster höflich um den Finger wickelt, ist zum Niederknien.

Ecklige Pampe? Nein danke! Schokokuchen ist viel netter und man wird davon viel fetter. Salzig soll’s sein? Ein Bad im Meer wird’s richten! Auch für Schleim und Eis fallen dem pfiffigen Knirps erfreuliche Lösungen ein.

„Monsterpost“ von Emma Yarlett: Schmausig, witzig, frech weiterlesen

„Kleines Boot, weites Meer“: Poetische Reime, fantastische Bilder

"Kleines Boot, weites Meer" von Nina Laden und Melissa Castrillon
„Kleines Boot, weites Meer“ von Nina Laden und Melissa Castrillon

Gerade darf ich so viele, absolut wundervolle, künstlerisch wertvolle Bilderbücher entdecken. Jedes für sich einzigartig. Jedes empfehlenswert. Manchmal verliebe ich mich sofort, manchmal entwickelt sich die Liebe erst. Bei „Kleines Boot, weites Meer“ war es Liebe auf den ersten Blick!

Die glänzende Goldprägung, die umarmenden Tentakel von Oktopus und Kalamar, die kleine Nussschale, die auf den Wellenarmen ruht – ein Blick genügte und ich war verzaubert. Und der Zauber hält an.

Wir reisen mit einem kleinen Jungen und seinem Freund durch ein farbenprächtiges Abenteuer. Paddeln durch ruhige Gewässer. Bestaunen fliegende Fische und schwimmende Vögel. Trotzen Sturm und Regen, ‚Windgejammer‘ und Blitzgezucke. Meistern zusammen alle Gefahren; besiegen unsere Angst; finden neue Freunde und den Weg nach Hause.

Rankengewimmel und Fangarmballett

„Kleines Boot, weites Meer“ nimmt uns mit durch wildes Wellengewusel, über wirbelnde Wogen und in wonnesanftes ‚Walgewimmel‘. Rosa, Blau, Ocker – nicht nur die vorherrschenden Farben versetzen mich dabei in die 1960er-Jahre. Es ist eine nostalgisch anmutende Reise. Rankengewimmel und Fangarmballett wirken auf mich fast psychedelisch, traumhaft. Ich verliere mich in ihnen. Tauche ein. Allein schon das Vorsatzpapier könnte ich stundenlang betrachten.

„Kleines Boot, weites Meer“: Poetische Reime, fantastische Bilder weiterlesen

Annet Schaap: Emilia und der Junge aus dem Meer

Annet Schaap: Emilia und der Junge aus dem Meer

Lämpchen zündet es jeden Abend an. Und sie löscht es jeden Morgen wieder. Das Feuer im Leuchtturm. Doch dann vergisst sie über ihre Träumereien neue Streichhölzer zu besorgen. Schnell noch eilt sie durch das aufziehende Unwetter über die schmale Landzunge zum Krämer im Dorf. Besorgt die unverzichtbaren Schwefelhölzer. Doch auf dem Rückweg tost der Sturm schon über die Küste. Viel zu stark, als dass das kleine Mädchen unversehrt zurück zum Leuchtturm gelangen könnte. Doch…doch, sie schafft es. Nur die Streichhölzer sind verloren! Der Turm bleibt dunkel.

Es kommt wie es kommen muss. Ein Schiff strandet. Ein Schuldiger wird gesucht. In dem trunksüchtigen, einbeinigen Leuchtturmwärter findet sich schnell ein Sündenbock. Er und seine Tochter sollen für den Schaden aufkommen. Er soll dafür arbeiten. Sieben Jahre lang. Er wird im Leuchtturm eingesperrt und muss sich fortan die lange Treppe hoch und runter schleppen. Denn Lämpchen wird ihm weggenommen. Auch sie soll sieben Jahre lang für ihr Versäumnis schuften. Im Schwarzen Haus über dem Meer. Dort, wo ein Monster leben soll…

Annet Schaap: Emilia und der Junge aus dem Meer weiterlesen

„Opas Insel“ – eine herzwärmende Geschichte über das Abschiednehmen

Benji Davies: Opas Insel
Benji Davies: Opas Insel

Sams Opa wohnt im Haus am Ende des Gartens. Unter dem Blumentopf liegt immer ein Schlüssel für Sam bereit. Eines Tages findet Sam Opa erst nach langem Suchen. Vom Dachboden aus begeben sich die beiden auf eine Reise zu einer exotischen, weit entfernten Insel. Einer bunten, warmen Insel voller Pflanzen und Tiere. Opa fühlt sich hier sehr wohl. So wohl, dass er gar nicht mehr nach Hause möchte. Sam verabschiedet sich von Opa und fährt mit dem großen Schiff alleine zurück nach Hause.

Opas Insel von Benji Davies liegt mir sehr am Herzen. Das 32-seitige Bilderbuch aus dem Aladin Verlag schafft es, mich immer wieder zu berühren. Während ich diesen Text schreibe habe ich Gänsehaut. Die Geschichte handelt vom dauerhaften Abschied eines geliebten Menschen. Vielleicht wirklich nur wegen eines Umzugs in eine weit entfernte Gegend. Für mich ist die Insel aber ein Gleichnis für den Tod.

Benji Davies: Opas Insel
Benji Davies: Opas Insel

Kindgerecht und ohne religiöse Attitüde vermitteln Text und Bilder, dass es ok ist, wenn jemand Geliebtes fortgeht. Dass man sich keine Sorgen machen muss. Dass es ihm woanders vielleicht sogar besser geht. So braucht Opa auf der Insel zum Beispiel keinen Stock mehr. Es zeigt, dass es in Ordnung ist, den geliebten Menschen zu vermissen. Und, dass er in unseren Erinnerungen immer bei uns bleibt.

„Opas Insel“ – eine herzwärmende Geschichte über das Abschiednehmen weiterlesen