„Such mich! Wo bin ich?“ von Christine Thau

Das wunderwusselige Wimmelbuch „Such mich! Wo bin ich?“ von Christine Thau

Zum Osterfest nur Eier suchen ist uns zu wenig. Wir suchen Tiere! In diesem tierisch süßen, super niedlichen Wimmelbuch für Kids ab drei Jahren.

Wobei die knuffigen Tiere auch jüngeren Kindern Spaß machen dürften. Selbst patschhändige Zweijährige sollten den biegsamen, laminiert wirkenden Seiten nicht viel anhaben können. Also spricht nichts dagegen, auch sie auf die über 600 Tiere in diesem großformatigen Wimmelbuch loszulassen. 😊

Auf den ersten Seite landen wir zwischen wild wuselnden Bibern und Waschbären. Es folgen Eisbären, Pinguine, Giraffen, Tiger, Krokodile und Elefanten. Katzen und Hunde. Kängurus, Koalas, Alpakas und Kühe. Wale, Fische, Meerschweinchen, Schweinchen, Orang-Utans und – last but not least: Papageien. Puh!

Was für eine bunte Fauna wuselt sich hier durch die herrlich lebendigen Seiten! Da wird geangelt. Dort gelesen. Hier geklettert. Und da drüben jongliert. Dem einen läuft die Nase. Ein anderer putzt sich die Zähne. Überall wird gespielt, gekuschelt, gefuttert. Musik summt. Seifenblasen blubbern.

Wuselwilder Wimmelspaß

Rückseite des Wimmelbuches „Such mich! Wo bin ich?“ von Christine Thau

Auf jeder Seite versteckt sich ein Doppelgänger-Tier und ein freches Eichhörnchen zwischen den anderen Tieren. Auch huschen Mäuslein, Schmetterlinge oder Vöglein zwischen Elefantenbeinen, Krokodilmäulern und Katzenpfoten herum.

Durch die Bilder schwebende Fragen regen zum Zählen und Suchen an:

  • Wie viele Hunde tragen eine Schleife?
  • Wo ist die Katze mit 3 weißen Pfoten?
  • Finde 2 Pinguine mit einen Ei.
  • Welcher Waschbär hat den größten Fisch gefangen.

Um nur einige zu nennen…

Damit wir bei der Suche nicht die Übersicht verlieren, malen wir ins Buch. Ja, richtig gelesen! Wir malen ins Buch. Markieren schlafende Koalas und seilhüpfende Kängurus. Mit Witheboard-Stiften. Wenn wir fertig gesucht und gefunden haben, sind die Seiten ratzfatz wieder sauber gewischt. 😉

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„Geschichten aus der Vorstadt des Universums“ von Shaun Tan

Die Kurzgeschichtensammlung „Geschichten aus der Vorstadt des Universums“ von Shaun Tan

Die „Geschichten aus der Vorstadt des Universums“ fanden ihren Weg zu mir, allein wegen ihres Titels. Wie wundersam erschien er mir. Wie verheißungsvoll. Was mich dann aber zwischen den Buchdeckeln erwartete, hätte ich mir nicht träumen lassen.

Die 15 Kurzgeschichten überraschen mit ihrer Vielschichtigkeit. Mit ihrer Vielfältigkeit. Mal eher poetisches Gedicht, mal fast ein Märchen. Egal ob skurrile Groteske, Zeitungsartikel oder beinahe wortlose Graphic Novel. Sie stecken alle voller Geheimnisse. Voller Wunder. Werfen Fragen auf. Geben selten Antworten.

Geist kitzelnde Weltfragmente

Rückenansicht der Kurzgeschichtensammlung „Geschichten aus der Vorstadt des Universums“ von Shaun Tan

Wenn sie Antworten bieten, dann zumindest keine einfachen. Nicht die Erwarteten. Shaun Tans Geschichten verlangen Interpretation. Wollen unseren Geist kitzeln. Uns rauslocken aus unserem Schneckenhaus altbewerter Denkmuster. Dabei sind seine Metaphern voller Humor. Und Schwermut. Seine Bilder enorm vielschichtig. Trotz aller Skurrilität sind seine Erzählungen beklemmend echt. Wirkt die Einsamkeit, das Fremdsein in seinen Weltfragmenten bedrückend wahr.

Ich ließ mir die Sequenzen auf der Zunge zergehen. In meine Gedanken schmelzen. Horchte den Worten lange nach. Nahm mir Zeit. Lass Geschichte für Geschichte. Manche zweimal. Drei Mal. Genoss die Illustrationen. Tauchte ein. Kam manchmal nicht mehr so richtig heraus.

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„Monsterpost“ von Emma Yarlett: Schmausig, witzig, frech

"Monsterpost" von Emma Yarlett
„Monsterpost“

Schmaus sieht oberlecker aus. Viel zu lecker, um ihn allein zu verspeisen. Deswegen lädt Monster seine Freunde ein. Natürlich ganz klassisch – per Brief. Nach und nach trudeln die Zusagen ein. Erst von Graf Vielfrass, der es gerne saftig und fett mag. Dann kommt Madame Gargoyles Antwort. Die Gute mag es salzig. Für Riese Rambo muss es schleimig sein. Und Fussel-Fee isst nur Eiskaltes.

Monster bemüht sich wirklich redlich, die Sonderwünsche seiner Gäste zu erfüllen. Dabei versteht es Schmaus vorzüglich seine missliche Lage ins Gegenteil zu kehren. Bis Monster schließlich sagt: „Du siehst gar nicht mehr aus wie ein Schmaus.“ Naja… „Und du siehst gar nicht mehr aus wie ein Monster…“, findet der kleine Junge. Doch morgen kommen die Gäste! Was soll man da nur machen?

Ecklige Pampe? Nein danke!

"Monsterpost" von Emma Yarlett
„Monsterpost“

„Monsterpost“ ist schräg und witzig und frech. Von der ersten bis zur letzten Seite macht es einfach nur Spaß. Wie Klein-Schmaus das pinke Monster höflich um den Finger wickelt, ist zum Niederknien.

Ecklige Pampe? Nein danke! Schokokuchen ist viel netter und man wird davon viel fetter. Salzig soll’s sein? Ein Bad im Meer wird’s richten! Auch für Schleim und Eis fallen dem pfiffigen Knirps erfreuliche Lösungen ein.

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„Kleines Boot, weites Meer“: Poetische Reime, fantastische Bilder

"Kleines Boot, weites Meer" von Nina Laden und Melissa Castrillon
„Kleines Boot, weites Meer“ von Nina Laden und Melissa Castrillon

Gerade darf ich so viele, absolut wundervolle, künstlerisch wertvolle Bilderbücher entdecken. Jedes für sich einzigartig. Jedes empfehlenswert. Manchmal verliebe ich mich sofort, manchmal entwickelt sich die Liebe erst. Bei „Kleines Boot, weites Meer“ war es Liebe auf den ersten Blick!

Die glänzende Goldprägung, die umarmenden Tentakel von Oktopus und Kalamar, die kleine Nussschale, die auf den Wellenarmen ruht – ein Blick genügte und ich war verzaubert. Und der Zauber hält an.

Wir reisen mit einem kleinen Jungen und seinem Freund durch ein farbenprächtiges Abenteuer. Paddeln durch ruhige Gewässer. Bestaunen fliegende Fische und schwimmende Vögel. Trotzen Sturm und Regen, ‚Windgejammer‘ und Blitzgezucke. Meistern zusammen alle Gefahren; besiegen unsere Angst; finden neue Freunde und den Weg nach Hause.

Rankengewimmel und Fangarmballett

„Kleines Boot, weites Meer“ nimmt uns mit durch wildes Wellengewusel, über wirbelnde Wogen und in wonnesanftes ‚Walgewimmel‘. Rosa, Blau, Ocker – nicht nur die vorherrschenden Farben versetzen mich dabei in die 1960er-Jahre. Es ist eine nostalgisch anmutende Reise. Rankengewimmel und Fangarmballett wirken auf mich fast psychedelisch, traumhaft. Ich verliere mich in ihnen. Tauche ein. Allein schon das Vorsatzpapier könnte ich stundenlang betrachten.

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Annet Schaap: Emilia und der Junge aus dem Meer

Annet Schaap: Emilia und der Junge aus dem Meer

Lämpchen zündet es jeden Abend an. Und sie löscht es jeden Morgen wieder. Das Feuer im Leuchtturm. Doch dann vergisst sie über ihre Träumereien neue Streichhölzer zu besorgen. Schnell noch eilt sie durch das aufziehende Unwetter über die schmale Landzunge zum Krämer im Dorf. Besorgt die unverzichtbaren Schwefelhölzer. Doch auf dem Rückweg tost der Sturm schon über die Küste. Viel zu stark, als dass das kleine Mädchen unversehrt zurück zum Leuchtturm gelangen könnte. Doch…doch, sie schafft es. Nur die Streichhölzer sind verloren! Der Turm bleibt dunkel.

Es kommt wie es kommen muss. Ein Schiff strandet. Ein Schuldiger wird gesucht. In dem trunksüchtigen, einbeinigen Leuchtturmwärter findet sich schnell ein Sündenbock. Er und seine Tochter sollen für den Schaden aufkommen. Er soll dafür arbeiten. Sieben Jahre lang. Er wird im Leuchtturm eingesperrt und muss sich fortan die lange Treppe hoch und runter schleppen. Denn Lämpchen wird ihm weggenommen. Auch sie soll sieben Jahre lang für ihr Versäumnis schuften. Im Schwarzen Haus über dem Meer. Dort, wo ein Monster leben soll…

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„Opas Insel“ – eine herzwärmende Geschichte über das Abschiednehmen

Benji Davies: Opas Insel
Benji Davies: Opas Insel

Sams Opa wohnt im Haus am Ende des Gartens. Unter dem Blumentopf liegt immer ein Schlüssel für Sam bereit. Eines Tages findet Sam Opa erst nach langem Suchen. Vom Dachboden aus begeben sich die beiden auf eine Reise zu einer exotischen, weit entfernten Insel. Einer bunten, warmen Insel voller Pflanzen und Tiere. Opa fühlt sich hier sehr wohl. So wohl, dass er gar nicht mehr nach Hause möchte. Sam verabschiedet sich von Opa und fährt mit dem großen Schiff alleine zurück nach Hause.

Opas Insel von Benji Davies liegt mir sehr am Herzen. Das 32-seitige Bilderbuch aus dem Aladin Verlag schafft es, mich immer wieder zu berühren. Während ich diesen Text schreibe habe ich Gänsehaut. Die Geschichte handelt vom dauerhaften Abschied eines geliebten Menschen. Vielleicht wirklich nur wegen eines Umzugs in eine weit entfernte Gegend. Für mich ist die Insel aber ein Gleichnis für den Tod.

Benji Davies: Opas Insel
Benji Davies: Opas Insel

Kindgerecht und ohne religiöse Attitüde vermitteln Text und Bilder, dass es ok ist, wenn jemand Geliebtes fortgeht. Dass man sich keine Sorgen machen muss. Dass es ihm woanders vielleicht sogar besser geht. So braucht Opa auf der Insel zum Beispiel keinen Stock mehr. Es zeigt, dass es in Ordnung ist, den geliebten Menschen zu vermissen. Und, dass er in unseren Erinnerungen immer bei uns bleibt.

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