„Schau mal hier! Welches Tier?“ von Markus Spang

"Schau mal hier! Welches Tier?" von Markus Spang

„Nele ruft: „Wir spiel’n versteck!“
und schon rennen alle weg…
Einen findet sie gleich hier.
AHA – SEht auch Ihr ein Tier?“

Und zack – schauen wir gebannt auf den Gemüseacker. Suchen den Hasen, der sich zwischen Blättern und Rüben noch viel besser versteckt als im Text. Aber wir finden ihn. Genauso wie Pferd und Ferkel im Gartenschuppen. Der Panda bei Wanda? Kinderspiel! Auch Kamel und Pinguin, Bison, Zebra, Ratte und Schlange entdecken wir. Selbst Hund, Delfin und Elefant, die sich mal wirklich gut versteckten.

Markus Spangs Bilderbuch „Schau mal hier! Welches Tier?“ schickt uns auf eine abenteuerliche Suche über Felder, durch Dschungel und Wüste, über Steppen und in den Wilden Westen, auf Piratenschiffe, sogar auf den Mond und nach Sindelfingen.

Verdreht den Kopf und öffnet die Augen

Für uns ein ungewohnter Knobelspaß. Sind wir doch bisher nur die gängigen Wimmelbilder gewohnt. Diese übervollen Suchbilder, in denen es viel zu entdecken gibt. Die zwar auch zum Suchen auffordern. Wir aber nur ein Kind mit Sommersprossen erspähen sollen. Oder die Haselnuss im Wald. Oder die Piratenflagge im Sandkasten. Ihr wisst, was ich meine.

„Schau mal hier! Welches Tier?“ verlangt dagegen, dass wir den Blickwinkel wechseln. Das Gewohnte verlassen. Es verdreht uns den Kopf und öffnet die Augen. So dass wir Tiere zwischen Formen und Kanten, in Konturen, Schattierungen und Maserungen finden. Ein großer Spaß. Aber auch anstrengend.

Chef (6) und (Vizechef (3) kannten solch optische Täuschungen noch nicht. Vollkommen neu in der Welt der Kippbilder fiel es ihnen schwer, die gesuchten Tiere zu entdecken. Umso mehr freuten sie sich, wenn es ihnen gelang. Die Schlange entdeckte der Vize. Papa, Mama, Chef – alle suchten vergeblich. Mensch, war er stolz!

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„Dann kam Bär“ von Richard T. Morris und LeUyen Pham

"Dann kam Bär" von Richard T. Morris und LeUyen Pham
„Dann kam Bär“ von Richard T. Morris und LeUyen Pham

„Es war einmal ein Fluss, der strömte Tag und Nacht. Doch er wusste nicht, dass er ein Fluss war, bis…“ – naja, bis der neugierige Bär vorbeikam. Und prompt in den Fluss plumpste.

Plötzlich fand sich Bär auf einem Abenteuer wieder. Fand Freunde, Spaß, Umwege, Gefahren und die große weite Welt. Dabei entdeckte er, dass es ganz viele, verschiedene Tiere gibt. Die alle ihr eigenes Leben führten. Umso schöner ist es, nun zu wissen, dass dieses Leben allen gemeinsam gehört.

Im Bilderbuch „Dann kam Bär“ reißt uns der Fluss des Lebens mit. Nimmt uns mit auf eine aufregende Reise durch den wilden Wald. Was einsam, farblos und recht trist beginnt, verwandelt sich in ein rauschendes Farbenfest. Wird zum wimmelnden Reigen ungestümer Tierfreunde. Zum Fest des Lebens. Zur Feier von Neugier, Mut und Weltoffenheit.

Pädagogisch wertvoll

"Dann kam Bär" von Richard T. Morris und LeUyen Pham
„Dann kam Bär“ von Richard T. Morris und LeUyen Pham

Die großflächigen, feinsinnigen Illustrationen geben der Fantasie Raum sich zu entfalten. Zu hinterfragen: Warum ist denn am Anfang alles so farblos? Wie unterscheidet sich die Darstellung des Waldes am Ende von der am Anfang? Auch die Mimik der Tiere spricht Bände. Ganz wunderbar kann man hier mit Kindern üben, verschiedene Emotionen zu erkennen. Damit ist „Dann kam Bär“ in meine Augen nicht nur ein wunderschönes Kinderbuch, sondern verdient auch das Prädikat „pädagogisch wertvoll“.

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„Adrian hat gar kein Pferd“ …oder doch?

Adrian hat gar kein Pferd
„Adrian hat gar kein Pferd“ von Marcy Campbell und Corinna Luyken

„Adrian Simmer erzählt jedem, der ihm zuhört, dass er ein Pferd hat.

Manche Kinder glauben ihm. Ich aber nicht.“

Adrians Mitschülerin Zoe beobachtet den Jungen mit den roten Haaren ganz genau und erzählt uns, was sie sieht. Erzählt vom kleinen Haus, in dem Adrian mit seinem Opa wohnt. Von den Löchern in seinen Schuhen. Von seinem unordentlichen Schulpult. Sie versteht nicht, warum es niemandem etwas ausmacht, dass dieser Junge lügt.

Bis ihre Mama beim gemeinsamen Gassigehen mit dem Familienhund einen anderen Weg einschlägt als sonst. Sie in einer Gegend landen, in der die Häuser wirken „als ob sie jeden Moment zusammenbrechen würden.“ Und plötzlich sind sie da. Bei Adrian. Nirgends ein Pferd…oder doch?

Seine geballte Vorstellungskraft im Rücken

Mitten im Trubel der Frankfurter Buchmesse fiel mir „Adrian hat gar kein Pferd“ in die Hände. Hüllte mich in seine warmen Farben. Verzauberte mich geradezu. Corinna Luykens Illustration nahm mich vollkommen ein. Diese Kinder, die sich mit verschränkten Armen gegenüberstehen. Der eine, seine geballte Vorstellungskraft im Rücken. Die andere kalt, wertend. Und doch beide auf Augenhöhe. Ganz still wurde es um mich herum, während ich in diesem wundervollen Buch blätterte. Wie treffend mein erster Eindruck war, realisierte ich schnell.

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