„Pepino Rettungshörnchen“ von Irmgard Kramer und Nora Paehl

„Pepino Rettungshörnchen“ von Irmgard Kramer und Nora Paehl

Pepino ist „das beste Rettungs-Eichhörnchen, das jemals in einem Dachboden über einer Feuerwache gelebt hat.“ Oh ja! Zusammen mit seinem kleinen Bruder Amini, Onkel Oko und seiner Mama lebt er dort. Und wenn die Feuerwehrleute zu einem Einsatz aufbrechen, dann ist Pepino mit dabei.

Aber seiner Mama gefällt das gar nicht. Nach dem letzten Einsatz verdonnert sie ihren kleinen Helden zu Nest-Arrest. Doch Chaos-Onkel Oko verschafft dem Action-Hörnchen Freigang. Zum Nüsse organisieren. Auf den Markt. Wo das Abenteuer erst so richtig losgeht. Weil Pepino ins Visier des fiesen Marders Don Kling gerät. Dabei lernt er die mutige Waise Jala kennen. Welch Glück!

Actiongeladenes Kinderbuch für Eichhörnchenfans

„Pepino Rettungshörnchen“ von Irmgard Kramer und Nora Paehl

Wuh! „Pepino Rettungshörnchen“ fetzt! Das actiongeladene Kinderbuch kam bei meinen Jungs tierisch gut an. Besonders der Vize (4) hatte mit dem frechen Feuerwehr-Nager viel Spaß. Schon das Cover begeisterte ihn. Als er es sah, wanderte das Buch sofort nach ganz oben auf die Vorleseliste. Fortan lief er regelmäßig „Wiu-wiu-wiu – Pepino, das Rettungshörnchen“ jauchzend durch die Wohnung. Bis Mama sich endlich erbarmte und vorlas.

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„Emil Einstein: Die streng geheime Tier-Quassel-Maschine“ von Suza Kolb

„Emil Einstein: Die streng geheime Tier-Quassel-Maschine“ von Suza Kolb

Emil ist stinke sauer. So dolle hat er sich einen Hund gewünscht! Und was bekommt er zu seinem sechsten Geburtstag? Einen Holzhaufen. Schmollend zieht er sich in sein Erfinderlabor zurück. Dort im Gartenhaus tröstet ihn seine kleine Freundin Bertha. Die Mäusedame lebt im Puppenhaus seiner verstorbenen Oma und ist eine sehr gute Zuhörerin.

Als Frau Pfeifendeckel vorbeischaut, bessert sich Emil Laune ein wenig. Die Nachbarin war früher Automechanikerin und macht den besten Apfelsaft der Welt. Mit dem sieht die Welt schon ein wenig besser aus. Allerdings ist ihr Kater Leonardo Emil ein Dorn im Auge. Katzen fressen doch Mäuse, oder?

„Emil Einstein 1″ – Tiere verstehen leicht gemacht

„Emil Einstein: Die streng geheime Tier-Quassel-Maschine“ von Suza Kolb

Trotz auffallenden Ähnlichkeiten in Interessen und Verhalten fiel es meinen Kindern ein wenig schwer, sich mit Emil zu identifizieren. Insbesondere meinem Großen. Dass Emil mit seinen sechs Jahren schon in die zweite Klasse kommt, das fand der Chef (8) arg befremdlich. Dagegen fühlte er sich Emil sofort verbunden, als dieser in seine Erfinderwerkstatt flüchtete. So eine Werkstatt hätte der Drittklässler hier auch gerne.

Insgesamt ließen sich meine Jungs von Emils Alter und Frühreife nicht lange irritieren. Zu mitreißend war die Erfindung der Übersetzungsmaschine. Zu sehr wünschen sie sich, mit Tieren reden zu können. Mindestens genauso toll wie die Tier-Quassel-Maschine fanden Chef und Vizechef (4) die Seifenkiste.

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„Grimmskrams: Ein Klonk um Mitternacht“ von Marikka Pfeiffer und Miriam Mann

„Grimmskrams: Ein Klonk um Mitternacht“ von Marikka Pfeiffer und Miriam Mann

Da surrt doch was am Fenster vorbei. Hier ganz weit oben im Grimm Tower. Wo Tom mit seiner Familie lebt. Eine Drohne! Wow! Schnell hinterher. Auch Nachbarsmädchen Milli ist auf den Spuren der Drohne unterwegs. Zusammen finden sie auf dem Dach des Grimm-Towers heraus, was sie transportiert.

Eine Kiste! Die wackelt. In der es rumort. Um eventuell gefangene Tiere zu retten, öffnen die beiden die Kiste. Tja, das hätten sie besser nicht getan. Plötzlich fliegen allerhand seltsame Gegenstände durch die Luft. Machen sich vom Acker.

Fortan versuchen die Kinder die Gegenstände des gruseligen Hochhausbesitzers Grimm wiederzufinden. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um magische Gegenstände aus verschiedenen Märchen handelt. Voll verrückt. Wo sind die Kinder da bloß reingeraten.

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„Strangeworlds – Öffne den Koffer und spring hinein“ von L. D. Lapinski

„Strangeworlds - Öffne den Koffer und spring hinein“ von L. D. Lapinski

Gerade ist Flick mit ihrer Familie umgezogen. Raus aus der Stadtwohnung in ein nigelnagelneues Haus in einer Siedlung beim Örtchen Little Wyverns. Bevor die Schule startet, hat Flick noch Zeit. Die 12-Jährige erkundet die Gegend. Dabei entdeckt sie einen seltsamen Laden: Das Strangeworlds Reisebüro.

Das Strangeworlds ist kein normales Reisebüro. Es beherbergt Koffer, mit denen die Mitglieder der Strangeworlds-Gesellschaft in andere Welten reisen. Magische Welten. Seit sein Vater verschwand, hütet Jonathan Laden, Koffer und Geheimnisse.

Für Flick verändert sich alles. Um alles in dieser Welt will sie Mitglied der Geheimgesellschaft werden. Will in die magischen Welten reisen und Abenteuer erleben. Ehe sie sich versieht, steckt sie mittendrin. Dabei ahnt niemand, wie gefährlich die Ausflüge ins Multiversum sind. Und wie besonders Flick ist.

Wollen am liebsten selbst in den nächsten Koffer hüpfen

„Strangeworlds - Öffne den Koffer und spring hinein“ von L. D. Lapinski
Von hinten

L. D. Lapinskis Debüt „Strangeworlds – Öffne den Koffer und spring hinein“ ist eine fantastische Abenteuergeschichte für Kinder ab zehn Jahren (zum Selberlesen). Ich las die Geschichte mit meinem Siebenjährigen. Und er liebte Flick, das Reisebüro, die Magie. Dass sich in Koffern Tore zu anderen Welten verbergen, diese Idee fand er grandios.

Er fühlte sehr mit Flick. War nervös, überwältigt, neugierig, abenteuerlustig. Wollte am liebsten selber in den nächsten Koffer hüpfen. Den Strangeworlds-Eid schwören. Am meisten liebte er die Stadt Fünflichter. Sofort würde er hinreisen.

Ab und an fand er ein Kapitel etwas langweilig. Besonders die Szenen bei Flick zu Hause, hätte er wohl gerne übersprungen. Genauso die Ausschnitte aus dem Handbuch der Gesellschaft.

Geheimnisvoll und aufregend

Meist war das Buch aber sehr spannend. So setzte der Besuch in Tams Wald ihm arg zu. Die kecken Kinderfeen a la Peter Pan gruselten ihn etwas. Doch wie Flick sich aus der brenzligen Situation dort befreit, war ihm eine große Freude. Da hielt es ihn nicht mehr auf dem Sofa.

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Adventskalenderbuch: „Fünf Freunde und das Weihnachtsgeheimnis“

Adventskalenderbuch: "Fünf Freunde und das Weihnachtsgeheimnis"

Julian, Anne, Dick, Goerge und Timmy freuen sich auf die Weihnachtsferien bei ihrer Tante Fanny. Auch wenn die gerade ziemlich schusselig ist. Oder hat sie die Tür des alten Pfarrhauses gar nicht selbst aufgelassen? Immer mehr seltsame Dinge geschehen. Also legen die fünf Freunde los. Mit ihrem typischen Spürsinn und Neugier gehen sie den Vorgängen auf den Grund.

Dabei begleiten wir sie. Jeden Tag erfahren wir mehr. Reisen mit den Fünfen zu ihrer Großtante. Erforschen die Gegend. Leider dürfen wir aber immer nur ein Kapitel lesen. Was ganz schön hart ist. Schließlich enden die meisten Kapitel mit einem spannenden Cliffhanger. Aber es handelt sich immerhin um einen Adventskalender.

Bis zum Heiligen Abend werden wir herausgefunden haben, was im alten Pfarrhaus passiert. Solange dürfen wir täglich nur zwei der verschlossenen Doppelseiten auftrennen. Da diese vorgestanzt sind, gelingt das ganz leicht und ohne Verletzte.

Die Gruppendynamik passt auch heute noch

Adventskalenderbuch: "Fünf Freunde und das Weihnachtsgeheimnis"

Obwohl die Abenteuer der fünf Freunde ein wenig aus der Zeit gefallen scheinen: Wir mögen sie ganz arg. Allesamt! Klugscheißer Dick, Draufgängerin George, Vorzeige-Mädel Anne, Wortführer Julian und natürlich Timmy, der Hund. Die Gruppendynamik passt auch heute noch.

Der Chef (7) mag George am liebsten. Doch auch mit den anderen kann er sich identifizieren. Vielleicht sogar am besten mit der vorsichtigen, rechtschaffenen Anne. Dass George sich für ganz andere Sachen interessiert als Anne, irritiert den Zweitklässler überhaupt nicht. Schließlich ist eine seiner besten Freundinnen ein ganz hinreißender Wildfang.

Mein Apell an alle Autorinnen, Lektoren und Verlage

Diskussionen über Rollenverhalten gibt es hier nicht. Allerdings lese ich vorsichtig vor. Der Text erwähnt zwischendurch, wie bemerkenswert Georges Verhalten doch ist. Oder das Dies oder Das Mädchenkram sei. Das ist – meiner Meinung nach – vollkommen unnötig und wird von mir einfach beim Vorlesen ausgelassen. Das hilft Kindern, die es schon selbst lesen natürlich nicht.

Deswegen mein Apell an alle Autorinnen, Lektoren und Verlage: Lasst das doch! Was soll das denn? Das will doch keiner sehn! Einfach mal alles Wertende weglassen. Das wäre fein. Danke!

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„Käpt’n Waschbär und die Luftpiraten“ von Martin Gries und Günther Jakobs

"Käpt’n Waschbär und die Luftpiraten" von Martin Gries und Günther Jakobs

Das Städtchen Spitzhorn liegt am Fuße eines hohen Berges. Bürgermeister Wombat, Bäckerin Dachs, Kantonin Ameisenbär, Herr Ziege aus dem Papierladen und all die anderen tierischen Bewohner leben ein ruhiges Leben. Es könnte friedlicher nicht sein. Wenn da nicht Käpt’n Waschbärs Luftpiraten wären. Ja, genau. Luftpiraten!

Auf dem Gipfel des Spitzhorn-Berges liegt der geheime Heimathafen der Luftpiraten. Der Heimathafen ist wirklich sehr geheim. So geheim und gut versteckt, dass die Piraten ihn oft selbst nicht finden. Deswegen irren sie dauernd durch kalte Nächte und fangen sich Erkältungen ein. So kann das nicht weiter gehen, entscheidet Käpt’n Waschbär. Eine Lösung muss her.

Tja, und Käpt’n Waschbärs Problemlösungsideen sind von ganz eigener Schönheit und Logik. Genauso überraschend wie seine Ideen an sich, sind auch die Folgen für die Bewohner Spitzhorns. Es beginnt ein Reigen verrücktester Abenteuer. Ein wilder Tanz von Ursache und Wirkung.

Ein meisterhafter Schelmenstreich

"Käpt’n Waschbär und die Luftpiraten" von Martin Gries und Günther Jakobs

„Käpt’n Waschbär und die Luftpiraten“ ist ein wundersamer Spaß – voller bekloppter Ideen und urkomischer Missgeschicke. Martin Gries zündet ein übermütig leuchtendes Feuerwerk voll Schabernack und Unfug. Ein meisterhafter Schelmenstreich.

Günther Jakobs bannt die exzentrisch-drolligen Charaktere aufs Papier. Seine Illustrationen unterstreichen die brillante Abgedrehtheit. Durch sie kommen uns die Figuren nahe, wachsen ans Herz.

Wir lasen dieses mehr als unterhaltsame Kinderbuch in den Herbstferien. Alle zusammen: Chef (7), Vizechef (4), Mama und Papa (ü40). Anstatt – wie meist – die Zeit für Simonekram zu nutzen, während mein Mann den Jungs vorliest, blieb ich dabei. Lauschte. Und grinste.

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Nina Müller: „Der verhexte Blubberblitz-Besuch“ (Kuschelflosse 6)

Nina Müller: Kuschelflosse 6 "Der verhexte Blubberblitz-Besuch"
Kuschelflosse 6

Eigentlich möchten Kuschelflosse, Sebi und Herr Kofferfisch doch nur Emmis blubberleckere Mango-Limo genießen. Doch dann kracht ein blubbernder Blitz in Emmis Zuckerwattebaum. Aus dem ein merkwürdiges gelbes Etwas purzelt. Mit Augen!

Seebrillchen Sebi weiß sofort Bescheid: Das ist eine Wasserhexe! Mit ihrem Zauberkugelfisch. Wasserhexen leben eigentlich im Wasserhexenwald. Dort bleiben sie für sich. Weil sie denken, dass Fische gefährlich sind. Was macht diese nervöse Hexe also hier in Fischhausen?

Nachdem Missverständnisse und Verzauberungen aus dem Weg geräumt sind, finden die vier Freunde das schnell heraus. Schließen Freundschaft mit Wasserhexe Pupsiblubber-Gänseblümia-Blubberblitz. Und helfen ihr beim Kampf gegen den böse-verwirrten Wasserhexenwaldmeister.

„Der ist so verliebt in sich selbst, dass er gar nicht mehr richtig denken kann. Er will der einzige Bestimmer sein. Wenn jemand anders denkt als er, findet er den doof…“ Er verhexte seine Spinne, die ihm nun Lügennetze spinnt. Und „mit jedem Lügennetz mehr weiß er weniger, was stimmt.“

Verzauberungen und Pups-Action

Nina Müller: Kuschelflosse 6 "Der verhexte Blubberblitz-Besuch"
Kuschelflosse 6

Oha! Da musste die Mama beim Vorlesen arg schmunzeln. Der sechste Kuschelflosse-Band ist ja mal brandaktuell. Die Parallelen zu aktuellem Zeitgeschehen einfach zu greifbar. Der überforderte Waldhexenmeister eine großartige Karikatur bestimmter politischer Persönlichkeiten.

Den Kindern ist’s schnurz. Die schmunzeln – wie üblich – über Herrn Kofferfischs Grummeligkeit und Pups-Action. Über die Verzauberungen der tollpatschigen Hexe und Herrn Kofferfischs fabulösen Plan B.

„Der verhexte Blubberblitz-Besuch“ ist wieder ein quirlig-bunter Unterwasserspaß. Genauso fantastisch und unterhaltsam wie seine Vorgänger. Genauso besonders. „Kuschelflosse“ sticht durch ausgefallene Ideen, liebenswerte Protagonisten, harmlosen Blödelquatsch und flauschig eingebaute Problemthemen aus der Masse an Kinderbüchern hervor.

Immer gibt es eine Moral. Eine Botschaft. Die den Kindern aber nicht um die Ohren gehauen wird. Genauso wenig wird sie in Stein gemeißelt. Die Blubberblitz-Botschaft lautet:

  • „Glaub nicht alles, was man erzählt.“
  • „Denk selber nach.“
  • „Mach Deine eigenen Erfahrungen.“
  • „Beurteile jemanden nicht nur nach seinen Fehlern.“

Der beste Kuschelflosse überhaupt

Dem Chef (7) gefiel der neue Kuschelflosse ganz, ganz großartig. Es wäre der beste Band von allen. Mal wieder. Denn das sagt er tatsächlich nach jedem Band. Im Brustton der Überzeugung. ?

Besonders mochte er, – ACHTUNG SPOILER – dass der Waldhexenmeister am Ende nicht mehr irre und böse ist. Wie er auf die Freundlichkeit der Kuschelbande reagiert. Das hat dem Chef schwer imponiert.

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„Komm mit, Moritz“ von Dieter Wiesmüller

„Komm mit, Moritz“ von Dieter Wiesmüller

„Die besten Seeräubergeschichten“ ist verschwunden. Das Buch mit dem roten Umschlag. Das Lieblingsbuch von Moritz! Doch bevor Moritz lange Trübsal blasen kann, reißt ihn eine Stimme aus seinen Gedanken: „Ahoi, Moritz!“ Und ehe er sich versieht, klettert er an einer Strickleiter hinauf. Hinauf an Bord des Luftschiffes der schwarzhaarigen Lissi.

Lissi jagd mit ihrer tierischen Mannschaft einen Schatz, der ihnen vom berüchtigten Seeräuber Grimmbart gestohlen wurde. Mit List luchsen die Kinder den grausigen Piraten den Schatz wieder ab. Ganz nach Piratenart geht auch Moritz nicht leer aus. Denn auch er bekommt seinen Anteil. Seinen ganz persönlichen Schatz.

Atemberaubenden Illustrationen

„Komm mit, Moritz“ von Dieter Wiesmüller
„Komm mit, Moritz“

Wie nur, ja wie konnte dieses Kinderbuch bisher unbemerkt an mir vorbeigehen? Zwar duftet diese wundervolle Ausgabe des Atlantis Verlags druckfrisch, doch erblickte „Komm mit, Moritz“ schon 1988 das Licht der Welt. Sein Schöpfer Dieter Wiesmüller erhielt schon 1990 den 1. Preis des Troisdorfer Bilderbuchpreises für seine außergewöhnliche Bildergeschichte. Und ich? Ich entdeckte sie erst dieses Jahr als ich in der Herbstvorschau des Verlages blätterte.

Ein klarer Fall von „Besser spät als nie“. So kommen zumindest meine Kinder schon im passenden Alter in den Genuss dieses modernen Klassikers. Wobei…ich weiß gar nicht, ob meine Jungs die atemberaubenden Illustrationen des Hamburgers zu schätzen wissen.

Denn die großformatigen Buntstiftgemälde dieses Kinderbuches sind ganz hohe Zeichenkunst. Teilweise wirken Landschaften und Städte fast fotorealistisch. Dagegen ragen die Piraten als überzeichnete Graphic Novel-Charaktere hervor. Allein wie Wiesmüller Licht und Schatten inszeniert, imponiert mir Kunstdilettantin enorm. In den atmosphärischen Traumlandschaften könnte ich Nächte lang wandeln.

Ganz besondere Schätze

Gut, Chef (7) und Vize (fast 4) finden die Bilder mit eigenen Worten „schön“. ? Allerdings würde ich schon behaupten, dass sie die Zeichnungen fasziniert betrachteten. Durch sie tief in das Geschehen abtauchten. Wegen ihnen so sehr mit fieberten. Und das taten sie.

Welch Abenteuer! Mitten in der Nacht auf einem Luftschiff durch Sturm und Wald und übers Meer zu reisen. Zu einer gefährlichen Piratenhorde. Um ihnen einen Schatz zu stehlen. Wie aufregend. Wie verwegen!

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Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer (1): Die Jagd beginnt!

Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer: Die Jagd beginnt!

Die Zwillinge Marie und Lukas, ihre Eltern, Hund Sokrates, Katze Pfötchen und Wellensittich Brötchen wohnen in einem kleinen roten Reihenhäuschen. Familie Stiefel ist eine ganz normale Familie. Außer vielleicht Tante Gundula. Die war schon als Kind total verrückt nach Abenteuern. Inzwischen reist sie als Forscherin durch die ganze Welt.

So wundert es die Zwillinge wenig, als sie zu ihrem 7. Geburtstag einen rätselhaften Brief von Tante Gundula erhalten. Der ein noch rätselhafteres Paket ankündigt. Schon als sie die dubiose Sendung am Flughafen abholen, wollen zwei merkwürdige Gestalten das Paket klauen. Oha!

Zuhause angekommen finden sie aber nur einen alten Koffer mit verstaubtem Plunder im begehrten Paket. Was soll denn das? Doch als die Kinder den Krempel näher betrachten entdecken sie, dass es sich um ganz besondere Gegenstände handelt. Mit sehr besonderen Eigenschaften.

Für den Chef geschrieben

Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer: Die Jagd beginnt!

Als ich von diesem Buch erfuhr, musste ich es haben. Für meinen Chef. Der im August sieben Jahre alt wurde. Und der Detektivgeschichten genauso liebt wie Bücher, bei denen er mitknobeln kann. Genau für ihn schrieb Cally Stronk „Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer“. Es muss so sein. ?

Dementsprechend gut kam der Kinderkrimi hier an. Als der Chef das Buch sah, war es um ihn geschehen. Sofort mussten wir es lesen. Und zwar in einem Rutsch. An eine Unterbrechung war gar nicht zu denken. Die drollige Geschichte war einfach zu spannend. Das clevere Zwillingspaar zu sympathisch. Die tollpatschigen Schurken zu lustig.

Ein Fernglas mit dem die Kinder durch Wände schauen können? Ein Hut, der unsichtbar macht? Wow! Das wollen wir auch! Naja, zumindest wollen wir mehr von Familie Stiefel. Der zweite Band der Detektivkoffer-Serie („Vorsicht, Ganoven!“) muss dringend her. Denn auch mir gefiel der Auftakt dieser Reihe sehr.

Macht Spaß

Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer: Die Jagd beginnt!

Genauso wie dem Vizechef. Der Dreijährige fieberte und knobelte nämlich mit. Besonders in Wellensittich Brötchen verliebte er sich. Überhaupt: Die tierischen Mitbewohner der Familie sorgen für allerlei Schmunzelei. Nicht nur wenn Mamas Zunge beim Vorlesen über Pfötchen und Brötchen stolpert. ?

Illustrator Patrick Fix bereicherte die rasante Detektivgeschichte mit lustig-einnehmenden, charismatisch-bunten Bildern. Damit macht die Erstlesegeschichte auch als Vorlesebuch für Kindergartenkinder großen Spaß.

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Gary Paulsen: „Harris und ich. Von Mörderschweinen, der Kuh Vivian, Ernie dem Hahn und …und … und“

"Harris und ich - Von Mörderschweinen, der Kuh Vivian, Ernie dem Hahn und ...und ... und" von Gary Paulsen

„Es sind Sommerferien, aber auf der Farm der Larsons gibt es keinen Urlaub. Hier muss jeder mit anpacken, und das merkt auch der Junge aus der Stadt. Das eindeutig Beste an der Farm ist für ihn Harris, sein Cousin. Der ist ein echter Chaot und hat nur Blödsinn im Kopf. Die Jungs reiten auf Riesenschweinen, kämpfen gegen Ernie, den verrückten Hahn, und düsen mit ihrem frisierten Fahrrad über den Hof. Es wird der schönste Sommer überhaupt…“

Als ich diesen Klappentext las war klar: „Harris und ich“ soll uns in die Ferien begleiten. Ich erwartete eine frische, idyllische Sommerlektüre für Kids. Doch das war nicht annährend das, was uns erwartete.

Tatsächlich war ich nah dran, die Lektüre nach dem ersten Kapitel abzubrechen. Schnell merkte ich, dass mein (fast) siebenjähriger Chef eigentlich noch zu „unschuldig“ für Harris und seine Welt war. Schon nach den ersten Seiten wurde mir klar: Diese Welt ist eine andere als unsere. Eine härtere. Eine, die zeitlich und gesellschaftlich weit weg von unserer flauschigen Stadtfamilienwelt des 21. Jahrhundert liegt.

Wild und unbeaufsichtigt

"Harris und ich - Von Mörderschweinen, der Kuh Vivian, Ernie dem Hahn und ...und ... und" von Gary Paulsen

Denn der neunjährige Harris lebt auf einer Farm der 1950er-Jahre. Er flucht wie ein Kesselflicker und kassiert dafür ordentliche Backpfeifen von Mutter und Schwester oder gar eine Tracht Prügel. Er führt ein wildes, unbeaufsichtigt Leben in und um den altertümlichen Hof im Nirgendwo der amerikanischen Einöde. Harris ist ein Raufbold, Tunichtgut, Lausebengel.

Der unwesentlich ältere Erzähler besucht Harris während seiner Ferien. Die verbringt er immer bei anderen Verwandten, denn seine Eltern sind Säufer. Können sich nicht um ihn kümmern. Mit seinem Vater (Soldat) war er auf den Philippinen. Dort erhielt er seine „smusigen Bildchen“, die er hütet wie einen Schatz. Der Junge kam schon viel rum. Doch so frei und unbekümmert wie bei Harris lebte er nie.

Kriegsspiele und Elektrizität

Zusammen stellen die beiden Jungen allerhand Unsinn an. Dabei zeigt Harris seinem Gast nicht nur wie man Frösche aufbläst, um zu verhindern, dass sie tauchen. Sie spielen Krieg, wobei die Farm-Schweine als Kommie-Japse herhalten müssen. Gehen mit Hof-Luchs Fetzer auf Mäusejagd. Versuchen sich als „Tarzan der Affenmensch“ auf den Heuboden zu schwingen. Bringen sich beim Cowboy-Spiel in Gefahr, rauchen und entdecken die Kraft der Leitfähigkeit von Urin. Ich sag nur: Elektischer Zaun.

Anachronistisch anmutend

„Harris und ich“ ist alles andere als politisch korrekt. Es ist unverschämt, es ist laut und es ist teilweise durchaus geschmacklos. Aber es macht auch unglaublich Laune. Eigentlich wollte ich nach dem aufgeblasenen Frosch abbrechen und das Buch zumindest noch ein paar Jahre in den Giftschrank packen wollte. Doch mein Mann nahm Partei für das anachronistisch anmutende Werk ein. Also las er es dem Filius vor. Und sie hatten großen Spaß.

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