„Das Wunder von R.“ von Francesca Cavallo und Verena Wugeditsch

„Das Wunder von R.“ von Francesca Cavallo und Verena Wugeditsch

Einen Tag vor Heilig Abend bekommen Manuel, Camila und Shonda einen Brief. Einen Brief vom Weihnachtsmann! Mit der Bitte um Hilfe. Dass die Geschwister und ihre beiden Mamas zusagen, ist Ehrensache.

Auch wenn sie noch ganz neu in R. sind. Noch niemanden kennen. Schließlich flüchteten sie mit ihren Mamas gerade erst aus ihrer Heimat. Weil dort Familien mit zwei Mamas verboten wurden.

Als am Heiligabendmorgen zehn Elfen mit den Geschenken für alle Kinder aus R. in ihrer kleinen Wohnung ankommen, macht die Familie große Augen. Doch die Zeit drängt. Also legen Kinder und Elfen und Mamas los. Über 250.000 Päckchen wollen bis zum Abend verpackt werden. Denn dann kommt der Weihnachtsmann sie abholen.

Die Welt gehört in Kinderhände

Allerdings bleibt das Treiben in der 5. Etage nicht unentdeckt. Da die Bürger von R. allem Fremden und Ungewöhnlichem misstrauen, rufen sie wegen des wachsenden Geschenkeberges auf dem Dach von Haus Nummer 10 im Weg der großen Kamine die Polizei.

Wie gut, dass zumindest die Kinder von R. neugierig, kreativ und offen sind. Und die Regeln der Erwachsenen in Frage stellen. So retten die neuen und alten Kinder aus R. zusammen das Weihnachtsfest.

Unbeschwerte Diversität

„Das Wunder von R.“ von Francesca Cavallo und Verena Wugeditsch

„Das Wunder von R.“ ist ein zauberhaftes Kinderbuch, das gut an ein oder zwei kuschligen Adventsnachmittagen vorgelesen werden kann. Das wichtelige Weihnachtsmärchen erzählt eine kurze, wunderliche Geschichte. Herrlich kindlich-kurios. Dabei liegt der Fokus zwischen den Zeilen in unbeschwerter Diversität.

Die meisten Erwachsenen werden über die beeindruckende Vielfalt im Buch staunen. Im Gegensatz dazu fällt vielen Kindern nichts Besonderes auf. Unterschiedliche Hautfarben, alleinerziehende Eltern, Familien mit zwei Papas oder zwei Mamas – das finden Kinder nicht spektakulär. Das ist normal. Da sollten wir Großen uns echt ein Beispiel nehmen.

Selbstverständliche Vielfältigkeit

So herrscht Vielfältigkeit nicht nur in der Familie Greco-Aiden. Die zahlreichen, ganzseitigen Bilder zeigen, dass bei den Bewohnern von R. alle Hautfarben vertreten sind. Auch bei den Wichteln.

Genauso treten Jungs wie Mädchen gleich stark auf. Auch wenn die Mädels präsenter sind. Der Text thematisiert das alles übrigens nicht. Allein die Illustrationen bilden die herrliche Reichhaltigkeit ab. Ganz selbstverständlich.

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Adventskalenderbuch: „Fünf Freunde und das Weihnachtsgeheimnis“

Adventskalenderbuch: "Fünf Freunde und das Weihnachtsgeheimnis"

Julian, Anne, Dick, Goerge und Timmy freuen sich auf die Weihnachtsferien bei ihrer Tante Fanny. Auch wenn die gerade ziemlich schusselig ist. Oder hat sie die Tür des alten Pfarrhauses gar nicht selbst aufgelassen? Immer mehr seltsame Dinge geschehen. Also legen die fünf Freunde los. Mit ihrem typischen Spürsinn und Neugier gehen sie den Vorgängen auf den Grund.

Dabei begleiten wir sie. Jeden Tag erfahren wir mehr. Reisen mit den Fünfen zu ihrer Großtante. Erforschen die Gegend. Leider dürfen wir aber immer nur ein Kapitel lesen. Was ganz schön hart ist. Schließlich enden die meisten Kapitel mit einem spannenden Cliffhanger. Aber es handelt sich immerhin um einen Adventskalender.

Bis zum Heiligen Abend werden wir herausgefunden haben, was im alten Pfarrhaus passiert. Solange dürfen wir täglich nur zwei der verschlossenen Doppelseiten auftrennen. Da diese vorgestanzt sind, gelingt das ganz leicht und ohne Verletzte.

Die Gruppendynamik passt auch heute noch

Adventskalenderbuch: "Fünf Freunde und das Weihnachtsgeheimnis"

Obwohl die Abenteuer der fünf Freunde ein wenig aus der Zeit gefallen scheinen: Wir mögen sie ganz arg. Allesamt! Klugscheißer Dick, Draufgängerin George, Vorzeige-Mädel Anne, Wortführer Julian und natürlich Timmy, der Hund. Die Gruppendynamik passt auch heute noch.

Der Chef (7) mag George am liebsten. Doch auch mit den anderen kann er sich identifizieren. Vielleicht sogar am besten mit der vorsichtigen, rechtschaffenen Anne. Dass George sich für ganz andere Sachen interessiert als Anne, irritiert den Zweitklässler überhaupt nicht. Schließlich ist eine seiner besten Freundinnen ein ganz hinreißender Wildfang.

Mein Apell an alle Autorinnen, Lektoren und Verlage

Diskussionen über Rollenverhalten gibt es hier nicht. Allerdings lese ich vorsichtig vor. Der Text erwähnt zwischendurch, wie bemerkenswert Georges Verhalten doch ist. Oder das Dies oder Das Mädchenkram sei. Das ist – meiner Meinung nach – vollkommen unnötig und wird von mir einfach beim Vorlesen ausgelassen. Das hilft Kindern, die es schon selbst lesen natürlich nicht.

Deswegen mein Apell an alle Autorinnen, Lektoren und Verlage: Lasst das doch! Was soll das denn? Das will doch keiner sehn! Einfach mal alles Wertende weglassen. Das wäre fein. Danke!

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Erik Ole Lindström: „Die wundersame Winterreise der Selma Larsson“

Erik Ole Lindström: „Die wundersame Winterreise der Selma Larsson“

Selmas Mama muss an Heiligabend arbeiten. Aber das ist gar nicht schlimm. Eigentlich. Denn das Mädchen sollte mit ihrem Papa und seiner neuen Familie Weihnachten feiern. Doch dann kommt alles anders. Ihr Papa fährt nach Frankreich. Zur Familie seiner neuen Frau. Und Selma?

Mama organisiert flott, dass Selma über die Weihnachtstage zu Tante Maja kann. Damit ist Selma sehr einverstanden. Schließlich ist Tante Maja Tierärztin und hat einen Hof voller Ponys und Hunde. Aber dann geht irgendwie alles schief. Weder Tante Lotta ist zu Hause (wo Maja das Mädchen hätte auflesen sollen). Noch Tante Maja! Zu der das clevere Kind kurzerhand allein weiterreist.

Da stimmt doch was nicht? Warum ist Maja nicht zu Hause? Weshalb fehlt ein Pony im Stall? Entschlossen macht sich Selma auf die Suche. Spannt ihr Lieblingspony vor den Schlitten und bricht mit den beiden Hunden Kato und Luna zu einer abenteuerlichen Reise auf. Mitten durch den weißen, schwedischen Winterwald.

Wahrlich wundersames Winterabenteuer

„Die wundersame Winterreise der Selma Larsson“ versetzte uns in ein wahrlich wundersames Winterabenteuer. Wundersam und doch realistisch. Dass Mama Termine durcheinanderwirft, das kennt Selma schon. Da muss sie halt selbst handeln. Das fällt dem tatkräftigen Mädchen nicht schwer. Selbstverständlich macht sie sich alleine auf dem Weg. Natürlich sucht sie ihre Tante. Schließlich könnte ihr etwas passiert sein. Und ein Schneesturm zieht auf…

Erik Ole Lindström gelang ein herrlich zeitloses, unaufgeregtes und doch unfassbar spannendes Kinderbuch. Meine Jungs waren so wütend auf Selmas Papa und bangten mit Selma um ihre Tante. Sie fieberten mit, als das Mädchen heldenhaft zwei Brüdern und ihrer Schwester zur Hilfe eilte. Immer wieder hielten sie die Luft an, wenn Selma über etwas oder jemand stolperte. Sie sich neuen Herausforderungen stellte. Und immer wieder atmeten sie erleichtert oder erfreut auf, wenn dem Mädchen nichts geschah, sie erfolgreich war oder ihr geholfen wurde.

Schlittenfahrt in neues Familienmodell

Erik Ole Lindström: „Die wundersame Winterreise der Selma Larsson“

Selma ist ein so großartiges Mädchen. Tapfer und mutig, freundlich, schlau und überlegt. Doch fühlt sie sich auch verloren, ist traurig und wütend. Wünscht sich eine Familie. Denn ihre ging kaputt. Ihre Eltern streiten nur noch. Trennten sich. Zusammen war gestern. Seit sie zehn Jahre alt ist, gibt es keine Familienfotos mehr.

Auf ihrer abenteuerlichen Schlittenfahrt lernt Selma aber Menschen kennen, die ihr ein anderes Bild von Familie offenbaren. Kinder mit Extra-Eltern. Kauzige Alte, die weder einsam noch unglücklich sind. Liebe Menschen, die sich kümmern und Perspektiven bieten. Sie lernt, dass es Möglichkeiten gibt. Andere Familienmodelle, die auch glücklich machen. Und sie lernt, das es hilft zu reden. Sich Luft zu machen.

Damit vermittelt diese zauberhafte Geschichte ein Gefühl für Familie in ihren verschiedenen Facetten. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger, nebenbei und selbstverständlich.

Von Füchsen und Menschen: Die Lieblingsstellen

So endet Selmas Winterreise mit einem Happy End, dass die Augen meiner Kinder strahlen ließ. Der Chef (7) freute sich dermaßen mit Selma, dass sein Grinsen fast von einem Ohr zum anderen reichte. Das Finale war definitiv seine Lieblingsstelle. Auch der Vize (4) leuchtete beim Weihnachtsfest. Jedoch war sein Highlight – ganz klar – der kleine Findelfuchs.

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„Olaf Hajeks Buch der Blumen“ mit Texten von Christine Paxmann

„Olaf Hajeks Buch der Blumen“ mit Texten von Christine Paxmann

Olaf Hajek ist ein unheimlich bekannter Illustrator. Trotzdem kannte ich ihn nicht. Asche auf mein Haupt! Ok, der Stil von „Olaf Hajeks Buch der Blumen“ kam mir bekannt vor. Aber ich dachte wirklich, es wären wiederentdeckte Bilder alter Meister. Aufbereitet und mit passenden Texten versehen. Ja, ja, peinlich, …ich weiß.

Aber so falsch lag ich gar nicht. Denn der Berliner Künstler ließ sich von den Bildern Maria Sibylla Merians inspirieren. Die Naturforscherin veröffentlichte zwischen 1675 und 1677 ihr „Neues Blumenbuch“ (3 Bände). Ihr Werk vor Augen schuf Olaf Hajek sein „Buch der Blumen“. Auch über die Werke großer Renaissance-Meister streifte sein Blick. Nebenbei huldigt er Folk Art aus aller Welt. Was sich Hajek dachte, als er die märchenhaften Pflanzengeschichten schuf, das verrät uns Christine Paxmann am Ende des Blumenbuches.

Ein einziger Genuss

„Olaf Hajeks Buch der Blumen“ mit Texten von Christine Paxmann

Die Texterin stellt uns „Olaf, den Pflanzenerzähler“ so wundervoll vor, so herzlich und zugetan. Ihre Ansprache richtet sich an Kinder und kindliche Gemüter. Damit erreicht sie auch mich sehr wirksam. Genauso überzeugt ihre Einleitung und jede ihrer Heilpflanzenbeschreibung.

Das gesamte Buch ist ein einziger Genuss. Egal ob Schwertlilie, Mohn oder Ingwer – Paxmanns Texte harmonisieren perfekt mit den volkstümlich bis surrealistisch anmutenden Bildern Hajeks. Beide verbinden Legenden und Wissen über die vorgestellten Heilpflanzen. Erzählen von Schönheit und Nutzen. Nehmen uns mit, auf einen Spaziergang durch den überraschend bunten Medizingarten voll heimischer und exotischer Gewächse.

Sie zeigen uns Ananas, Artischocke, Eberesche und Glockenblume; stellen uns Mariendistel, Passionsblume, Löwenzahn und Madonnenlilie vor. Berichten von Passions- und Ringelblume, Wild- und Pfingstrose, Sonnenhut, Wegwarte und Wilder Malve. Welch Vielfalt! Welch Reichtum!

Hajeks Blumenpracht, seine erzählenden Bilder und Paxmanns lebendig-leerreicher Text – dieses „Buch der Blumen“ ist eine absolut runde Geschichte. Nicht nur für Heilpflanzenfans. Es ist das perfekte Geschenk für alle Blumenfreunde und Hajek-Liebhaber. Das Alter ist dabei Nebensache. Auch mein Papa (77) liebt das Buch. Fast noch mehr als mein Siebenjähriger. ?

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Superleser! „Hallo, Igel!“ – Sach-Geschichten für Leseanfänger

Hallo, Igel! Sach-Geschichten für Leseanfänger, 1. Lesestufe
Hallo, Igel!

Ha! Mein Lesemuffel liest! Endlich. Der Knoten löst sich. Und ich beginne mich etwas zu entspannen. Denn mitten in der zweiten Klasse wird es doch auch langsam Zeit. Finde ich.

Den Durchbruch brachte tatsächlich eine Schulaufgabe. Die flatterte letzte Woche während der (ersten) Klassen-Quarantäne des Herbstes per Padlet zu uns in den Heimunterricht. Die Kinder sollten eine Lesetagebuch anlegen. Dafür sollten sie sich selbst ein Buch aussuchen. Und dieses Buch dann komplett lesen. Was soll ich sagen? Der Chef liest!

Seine Wahl fiel auf „Hallo, Igel“ aus der Superleser!-Reihe des DK Verlags. Praktisch veranlagt, wie mein Großer ist, wählte er ein Buch aus, mit dem er nicht nur ein Fach bedient. Denn im Sachunterricht geht’s grade – passend zur Jahreszeit – auch um Igel.

Große Igel-Liebe

Hallo, Igel! Sach-Geschichten für Leseanfänger, 1. Lesestufe
Hallo, Igel!

Aber bei uns herrscht insgesamt große Igel-Liebe. Schon lange. Nun liest der Chef jeden Nachmittag dem Vize zwei, drei Seiten aus „Hallo, Igel“ vor. Danach huschen hier zwei Igelkinder durch die Räume, bauen Nester und spielen Verstecken. Was ich durchgehend versuche, nicht nervig sondern niedlich zu finden… ?

Das Superleser!-Igel-Buch mag der Chef sehr. Die Größe (etwas länger als Din A5), liegt dem Siebenjährigen gut in der Hand. Die Seitenzahl (48) erschlägt ihn nicht. Das Lesebändchen ist der Hit! Für das Lesetagebuch-Projekt wählte er das Buch wegen der großen Buchstaben aus. Am besten findet er die Seite mit den Igel-Babys. Die schaut er sich täglich an. Egal welche Seiten er gerade gelesen hat. ?

Gut verdaubare Texthappen und putzige Bilder

Hallo, Igel! Sach-Geschichten für Leseanfänger, 1. Lesestufe
Hallo, Igel!

Der Chef findet den Schwierigkeitsgrad der Sätze genau richtig. Meine Meinung: Insgesamt wurde sehr auf Einfache Sprache geachtet. Doch Trennstriche irritierten den Zweitklässler schon etwas (Beispiele: „Vorder- und Hinterbeine“ oder „Hör- und Geruchssinn“).

Ansonsten: Alles top! Gut verdaubare Texthappen, putzige Bilder, verständliche Sprache – hier passt alles. Zusammen mit dem günstigen Preis (5,95 €) ein absolutes Preis-Leistungswunder. Es wird nicht das letzte Buch der Reihe sein, das bei uns einzieht.

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„Drachen – Eine faszinierende Reise durch die Welt der fantastischen Wesen“

Drachen - Eine faszinierende Reise durch die Welt der fantastischen Wesen
Drachen

Nein! Das ist kein Kinderbuch. Ehrlich!! Nein, lieber Chef, lieber Vizechef: Das ist meins!!! Eure Mama ist nämlich der aller größte Drachenfan Deutschlands. Wenn nicht gar der ganzen Welt! Ok, zumindest der Größte in dieser Familie. Wie? Ihr mögt Drachen auch!? Aber…

Tja, wieso sollte es mit Büchern auch anders sein als mit meinen Lieblingschips oder der gehüteten Seelenschokolade. Früher oder später bekommen die Kinder eh alles spitz. Wollen was probieren. Machen’s Mama nach. Und Mama teilt. Natürlich. Und Bücher teile ich eigentlich besonders gerne. Viel lieber als Schokolade.

Drachen: Die Grundlagen

Drachen - Eine faszinierende Reise durch die Welt der fantastischen Wesen
Drachen von hinten

Also bilden wir uns alle weiter. Werden Experten der Drachenkunde. Wahre Drachenmeister. Lernen alles über die verschiedenen Europäischen und Asiatischen Drachen. Bis wir die Unterschiede zwischen Lindwurm, Eisdrache und Wyvern im FF beherrschen. Bis wir Naga, Druk und Neak unterscheiden können. Auch ungewöhnliche Drachen wie Tarasque und Basilisk kennen wir nun. Wissen über Körperbau, Entwicklung und Futtervorlieben Bescheid. Ihr seht: Die Grundlagen sitzen.

Noch fehlt uns ein adäquater Drache für den Praxisteil. Doch wie wir diesen fangen, trainieren, reiten und in Form halten – das wissen wir bereits. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis wir so richtig loslegen können. Sogar Erste Hilfe könnten wir leisten, dank dieses umfassenden Lehrbuchs.

Für die nächste Generation Drachenforscher

„Drachen – Eine faszinierende Reise durch die Welt der fantastischen Wesen“ beeindruckt mit detailreichen Darstellungen. Illustratorin Anna Láng haucht den Fabelwesen Leben ein. Dabei erinnern mich ihre Kreaturen mal etwas mehr an die Drachen aus „Drachenzähmen leicht gemacht“, mal an AD&D-Geschöpfte und mal an „Eliot, das Schmunzelmonster“ oder an Glücksdrache Fuchur aus der „Unendlichen Geschichte“. Diese graphische Vielfältigkeit passt zur inhaltlichen Vielfalt.

Federica Magrin beschreibt ihre Drachen in einem wunderbaren Mix legendärer Überlieferungen. Damit verwandelt sich dieses (fiktive) Lehrbuch in ein (echtes) Lexikon der unterschiedlichsten Drachenlegenden.

Nun… meine besten Tage als Drachenforscher liegen wahrscheinlich schon hinter mir. Sei es wie es ist: Die nächste Generation ist dran. So gebe ich dieses Nachschlagewerk an meine Nachfolger weiter. Auf das unsere Familie noch lange die Geheimnisse dieser edlen Wesen hüten wird. ?

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„Ich und meine Chaos-Brüder 3: Beste Party aller Zeiten“

Ich und meine Chaos-Brüder – Beste Party aller Zeiten

Ja, das lief nicht optimal. Beim Streit mit Ben landen irgendwie die Haferflocken mitten in Mamas Gesicht. Und dann trödelt Papa auch noch rum, obwohl Mama zur Arbeit muss. Doch deswegen muss sie doch nicht sooo schlecht drauf sein! Na gut, vielleicht liegt es daran, dass sie bald 40 Jahre alt wird. Und nicht feiern will.

Nicht feiern? Das geht ja mal gar nicht! Also plant Bela mit seinen Brüdern eine mega coole Überraschungsparty. Denn auch wenn sein großer Bruder Henry sich immer Belas Turnschuhe leiht und sein kleiner Bruder Ben dauernd sein Lieblingsmonster moppst: Wenn’s darum geht eine Party zu schmeißen, halten die drei Chaos-Brüder zusammen.

Chaos-Brüder in typisch, stereotyper Jungswelt

„Beste Party aller Zeiten“ ist schon der dritte Band von Sarah Welks „Ich und meine Chaos-Brüder“-Reihe. Für uns war es allerdings der Erste. Was grundsätzlich kein Problem war. Denn in der typisch, stereotypen Jungswelt der Reihe fanden wir uns flott zurecht. Im ersten Kapitel stellt Bela (der Mittlere) seine Familie und deren Grundstimmung nebenbei vor, während er das aktuelle Geschehen schildert. So kamen wir wunderbar fluffig bei den Brüdern an.

Bei den drei Jungs fühlte sich mein Chef (7) wohl. Die Wortgefechte und Ideen der Drei fand er ziemlich lustig. Da lachte er viel. Die Zankereien ließen ihn dagegen ziemlich nachdenklich zurück. Meinte im Nachgang, wie schade er es findet, dass sich die Brüder so viel zoffen. Die Großen müssten doch auf die Kleineren Acht geben. Diese Bedenken milderten seinen Spaß am Buch aber nur wenig. Die Idee, für Mama eine Überraschungsparty zu veranstalten, fand er großartig. Ich freu mich jetzt schon auf meinen nächsten Geburtstag…

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„Agentin Yeshi“ von Gabriela Kasperski

„Agentin Yeshi“ von Gabriela Kasperski
„Agentin Yeshi“

Die Herbstferien verbrachte die zehnjährige Yeshi bei ihrem Herzpapa in London. Dort lebt er seit einer Weile. Tja, und da verlor Yeshi ihren Papa in der Tube-U-Bahn. Doch dann fand sie ganz allein zum London Eye. Da wollten sie nämlich hin. Ganz agentenmäßig schaffte Yeshi das. Traf ihren Papa und alles ging gut.

Zurück in der Schweizer Großstadt muss sie nun all ihre Agentenkräfte mobilisieren. Denn die neue Klassen-Queen Liv meint, Prinzessinnen wären alle weiß. Deswegen könne Yeshi mit ihrer braunen Haut auf gar keinen Fall die Hauptrolle in der Weihnachtsaufführung spielen. Das sei nun mal so.

„Agentin Yeshi“ von Gabriela Kasperski

Aber Yeshi wäre nicht Yeshi, wenn sie einfach klein beigeben würde. Nach einer gründlichen Recherche zum Thema dunkelhäutige Prinzessinnen, schreib Yeshi kurzerhand ein eigenes Weihnachtsstück. Zwar sind ihre besten Freunde gerade keine große Hilfe – Doro hat nur noch Fußball im Kopf; Lian trainiert die ganze Zeit für die Aufnahmeprüfung auf der Tanzschule… Doch Yeshi packt das. Im Yeshi-Style.

Schlaue Gedanken und kindliche Weisheit

„Agentin Yeshi“ von Gabriela Kasperski

Yeshi springt uns vom „Agentin Yeshi“-Cover entgegen. Ein wildes Lächeln im Gesicht und mit fliegenden Zöpfen. So platzt Yeshi mit ihrer Offenheit, ihren schlauen Gedanken und ihrer kindlichen Weisheit in unser Leben. In unsere Herzen. Ihrer Spontanität, Herzenswärme und sprudelndem Übermut kann man sich einfach nicht entziehen.

Ihr Flatterherz denkt von den Menschen immer das Beste und gibt auch gerne zweite Chancen. Sie ist ein glitzerluftiges Supermädchen, das alle Herausforderungen bewältigt. Mit ihrem Tanzfuß, ihrer Fantasie und letztendlich auch mit ihren Freunden.

Genau die richtige Mischung

Gabriela Kasperskis zweiter „Yeshi“-Band gefiel mir richtig, richtig gut. Fand ich den Ersten („Einfach Yeshi“) etwas zu Problem beladen, trifft der Zweite genau die richtige Mischung aus Kinderalltag, Abenteuer und Themen wie Mobbing, Alltagsrassismus und Ausgrenzung.

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Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer (1): Die Jagd beginnt!

Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer: Die Jagd beginnt!

Die Zwillinge Marie und Lukas, ihre Eltern, Hund Sokrates, Katze Pfötchen und Wellensittich Brötchen wohnen in einem kleinen roten Reihenhäuschen. Familie Stiefel ist eine ganz normale Familie. Außer vielleicht Tante Gundula. Die war schon als Kind total verrückt nach Abenteuern. Inzwischen reist sie als Forscherin durch die ganze Welt.

So wundert es die Zwillinge wenig, als sie zu ihrem 7. Geburtstag einen rätselhaften Brief von Tante Gundula erhalten. Der ein noch rätselhafteres Paket ankündigt. Schon als sie die dubiose Sendung am Flughafen abholen, wollen zwei merkwürdige Gestalten das Paket klauen. Oha!

Zuhause angekommen finden sie aber nur einen alten Koffer mit verstaubtem Plunder im begehrten Paket. Was soll denn das? Doch als die Kinder den Krempel näher betrachten entdecken sie, dass es sich um ganz besondere Gegenstände handelt. Mit sehr besonderen Eigenschaften.

Für den Chef geschrieben

Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer: Die Jagd beginnt!

Als ich von diesem Buch erfuhr, musste ich es haben. Für meinen Chef. Der im August sieben Jahre alt wurde. Und der Detektivgeschichten genauso liebt wie Bücher, bei denen er mitknobeln kann. Genau für ihn schrieb Cally Stronk „Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer“. Es muss so sein. ?

Dementsprechend gut kam der Kinderkrimi hier an. Als der Chef das Buch sah, war es um ihn geschehen. Sofort mussten wir es lesen. Und zwar in einem Rutsch. An eine Unterbrechung war gar nicht zu denken. Die drollige Geschichte war einfach zu spannend. Das clevere Zwillingspaar zu sympathisch. Die tollpatschigen Schurken zu lustig.

Ein Fernglas mit dem die Kinder durch Wände schauen können? Ein Hut, der unsichtbar macht? Wow! Das wollen wir auch! Naja, zumindest wollen wir mehr von Familie Stiefel. Der zweite Band der Detektivkoffer-Serie („Vorsicht, Ganoven!“) muss dringend her. Denn auch mir gefiel der Auftakt dieser Reihe sehr.

Macht Spaß

Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer: Die Jagd beginnt!

Genauso wie dem Vizechef. Der Dreijährige fieberte und knobelte nämlich mit. Besonders in Wellensittich Brötchen verliebte er sich. Überhaupt: Die tierischen Mitbewohner der Familie sorgen für allerlei Schmunzelei. Nicht nur wenn Mamas Zunge beim Vorlesen über Pfötchen und Brötchen stolpert. ?

Illustrator Patrick Fix bereicherte die rasante Detektivgeschichte mit lustig-einnehmenden, charismatisch-bunten Bildern. Damit macht die Erstlesegeschichte auch als Vorlesebuch für Kindergartenkinder großen Spaß.

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„Finde den Verbrecher!“ von Claudia Martin

„Finde den Verbrecher!“ von Claudia Martin

Ich weiß nicht, ob Ihr’s schon wusstet. Aber hier bei uns wohnt ein Detektiv. Eigentlich ist es auch geheim. Also: Pst!
Schon in KiTa gründete der Chef mit seinen Freunden einen Detektiv-Club. Nun ist er in der zweiten Klasse und noch immer Feuer und Flamme für alles Detektivische. Schulungsmaterial kommt immer gut an.

„Finde den Verbrecher!“ von Claudia Martin trifft da genau ins Schwarze. An 27 Projekten lernen Kriminaltechniker*innen von morgen, wie sie mit Hilfe der Wissenschaft Verbrechen aufklären können. Es beginnt beim professionell zu bestückenden Spurensicherungskoffer. Darauf folgt ein ausgefeiltes Spürnasen-Training.

Dabei werden natürlich die Klassiker wie Fingerabdrücke und Fußspuren behandelt. Aber es gibt auch spannende Experimente zur DNA und Personen-Identifikation; zur Deutung von Geräuschen und Spritzmustern. Oder zu Handschriftenvergleich, Datenforensik und Handy-Ortung.

Kinderzimmer-taugliche Detektiv-Ausbildung

„Finde den Verbrecher!“ von Claudia Martin

Wir lernen Geheimtinte herzustellen, Pulver zu identifizieren und zeitliche Abläufe anhand von Verwesung zu bestimmen. Wie verfolgt man Infektionsverbreitung? Welchen Wert haben Zeugenaussagen? Was macht ein Lügendetektor? Und was sagt ein Alibi aus? Zu all dem weiß das Heft eine Antwort und ein Projekt. Abschließend können die jungen Kriminalisten und Kriminalistinnen ihr frisch gewonnenes Wissen testen. Glossar und Lösungsteil vervollständigen das Heft.

Neben den ganzen Praxis-Projekten enthält es auch ganz viele Fakten der Kriminaltechnik. So viel praxisnahen, interessanten und durchführbaren Inhalt hätte ich diesem Heft gar nicht zugetraut. Doch „Finde den Verbrecher!“ überzeugt den siebenjährigen Detektiv vollkommen. Genauso wie die Mama. Wir empfehlen dieses Kinderzimmer-taugliche Ausbildungswerk allen Kriminalisten, Forensikerinnen, Agenten und Agentinnen in Spe.

Mit seinem Preis von sehr fairen 6 € eignet sich „Finde den Verbrecher!“ auch perfekt als Kindergeburtstagsgeschenk oder Enkelmitbringsel.

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