HUCKEPACK Bilderbuchpreis – die Nominierten 2021

HUCKEPACK Bilderbuchpreis 2021

Hach, gerade kommt ein bisschen Messestimmung in mir auf. Denn die Shortlist des Huckepack Bilderbuchpreises ist da! Das Bremer Institut für Bilderbuchforschung (BIBF) und das Projekt „Vorlesen in Familien“ der Phantastischen Bibliothek Wetzlar vergeben diesen Preis nun schon zum sechsten Mal.

Der Preis zeichnet ganz besondere Bilderbücher aus. Die nicht nur mit Wort und Bild überzeugen, sondern auch mit ihrer Wirkung. Es handelt sich um Bücher, die Kinder ermutigen und emotional stärken. Die zu Selbstverstrauen verhelfen oder ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind. Bücher, die Kinder ernst nehmen und die zeigen, was sie alles schaffen können.

All das trifft nicht nur auf das Gewinnerbuch zu. Aus 444 Büchern wählte die Jury elf Titel für die Shortlist aus. Die Nominierungsliste strotzt nur so vor wundervollen, diversen, klischeefreien Bilderbüchern.

Diese Bücher sind für den HUCKEPACK Bilderbuchpreis 2021 nominiert:

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„Pluck mit dem Kranwagen“ von Annie M.G. Schmidt und Fiep Westendorp

Dieses Kinderbuch ist ein absoluter Klassiker. Dennoch kannte ich „Pluck mit dem Kranwagen“ nicht. Bis mir eine Freundin ihre deutsche Ausgabe lieh. Sie selbst liest mit ihren Mädels das niederländische Original.
„Pluck mit dem Kranwagen“ von Annie M.G. Schmidt und Fiep Westendorp

Und in den Niederlanden kennt wirklich jeder diesen Pluck. Schon 1968 erschienen die ersten Abenteuer von Pluck. Als Folgegeschichten in der Zeitschrift Margriet. Seit 1971 fährt der Junge mit dem kleinen, roten Kranwagen in seiner jetzigen Form durch die Kinderzimmer. Auf Deutsch seit 1973.

Doch wirkt die Geschichte keineswegs verstaubt. Vielmehr ist sie zeitlos kurios und herrlich anarchisch. Immer hilfsbereit und freundlich erobert Pluck die Herzen der Leser. Auch wenn er nicht alle Bewohner des Hochhauses, in dessen Wohntürmchen er zieht, direkt für sich gewinnen kann.

Eine Geschichte wunderlicher als die andere

„Pluck mit dem Kranwagen“ von Annie M.G. Schmidt und Fiep Westendorp

So ist sein Haustier Zaza der peniblen Frau Sauberer ein Dorn im Auge. Damit spricht sie manch vorlesendem Elternteil aus dem Herzen. Denn Kakerlaken im Haus sind wahrlich Geschmackssache… Doch Zaza ist ein wirklich freundliches Tier.

Genauso wie Eichhörnchen Düselchen. Dem Pluck hilft seine Höhenangst zu überwinden. Oder die Dicke Dolly, deren Taubenverwandtschaft ihr Zuhause im Turtelgarten nur durch Plucks Einsatz behält.

In vielen, kurzen Kapiteln erlebt Pluck zahlreiche, reichbebilderte Abenteuer. Dabei kann ich mich kaum entscheiden, welches mein Liebstes ist. Eine Geschichte ist abgedrehter und liebenswerter als die andere.

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Nina Müller: „Der verhexte Blubberblitz-Besuch“ (Kuschelflosse 6)

Nina Müller: Kuschelflosse 6 "Der verhexte Blubberblitz-Besuch"
Kuschelflosse 6

Eigentlich möchten Kuschelflosse, Sebi und Herr Kofferfisch doch nur Emmis blubberleckere Mango-Limo genießen. Doch dann kracht ein blubbernder Blitz in Emmis Zuckerwattebaum. Aus dem ein merkwürdiges gelbes Etwas purzelt. Mit Augen!

Seebrillchen Sebi weiß sofort Bescheid: Das ist eine Wasserhexe! Mit ihrem Zauberkugelfisch. Wasserhexen leben eigentlich im Wasserhexenwald. Dort bleiben sie für sich. Weil sie denken, dass Fische gefährlich sind. Was macht diese nervöse Hexe also hier in Fischhausen?

Nachdem Missverständnisse und Verzauberungen aus dem Weg geräumt sind, finden die vier Freunde das schnell heraus. Schließen Freundschaft mit Wasserhexe Pupsiblubber-Gänseblümia-Blubberblitz. Und helfen ihr beim Kampf gegen den böse-verwirrten Wasserhexenwaldmeister.

„Der ist so verliebt in sich selbst, dass er gar nicht mehr richtig denken kann. Er will der einzige Bestimmer sein. Wenn jemand anders denkt als er, findet er den doof…“ Er verhexte seine Spinne, die ihm nun Lügennetze spinnt. Und „mit jedem Lügennetz mehr weiß er weniger, was stimmt.“

Verzauberungen und Pups-Action

Nina Müller: Kuschelflosse 6 "Der verhexte Blubberblitz-Besuch"
Kuschelflosse 6

Oha! Da musste die Mama beim Vorlesen arg schmunzeln. Der sechste Kuschelflosse-Band ist ja mal brandaktuell. Die Parallelen zu aktuellem Zeitgeschehen einfach zu greifbar. Der überforderte Waldhexenmeister eine großartige Karikatur bestimmter politischer Persönlichkeiten.

Den Kindern ist’s schnurz. Die schmunzeln – wie üblich – über Herrn Kofferfischs Grummeligkeit und Pups-Action. Über die Verzauberungen der tollpatschigen Hexe und Herrn Kofferfischs fabulösen Plan B.

„Der verhexte Blubberblitz-Besuch“ ist wieder ein quirlig-bunter Unterwasserspaß. Genauso fantastisch und unterhaltsam wie seine Vorgänger. Genauso besonders. „Kuschelflosse“ sticht durch ausgefallene Ideen, liebenswerte Protagonisten, harmlosen Blödelquatsch und flauschig eingebaute Problemthemen aus der Masse an Kinderbüchern hervor.

Immer gibt es eine Moral. Eine Botschaft. Die den Kindern aber nicht um die Ohren gehauen wird. Genauso wenig wird sie in Stein gemeißelt. Die Blubberblitz-Botschaft lautet:

  • „Glaub nicht alles, was man erzählt.“
  • „Denk selber nach.“
  • „Mach Deine eigenen Erfahrungen.“
  • „Beurteile jemanden nicht nur nach seinen Fehlern.“

Der beste Kuschelflosse überhaupt

Dem Chef (7) gefiel der neue Kuschelflosse ganz, ganz großartig. Es wäre der beste Band von allen. Mal wieder. Denn das sagt er tatsächlich nach jedem Band. Im Brustton der Überzeugung. ?

Besonders mochte er, – ACHTUNG SPOILER – dass der Waldhexenmeister am Ende nicht mehr irre und böse ist. Wie er auf die Freundlichkeit der Kuschelbande reagiert. Das hat dem Chef schwer imponiert.

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Jasmin Schreiber: „Marianengraben“

Jasmin Schreiber: "Marianengraben"
„Marianengraben“

Als Paulas Herz brach schlug es einhundertsechsundfünfzig Mal in der Minute. Paula weiß das, weil sie ihre Pulsuhr trug als ihre Mutter anrief. Als ihre Mutter anrief, um ihr zu sagen, dass ihr kleiner Bruder tot sei. Paula stürzt ins Bodenlose. Dorthin, „wo es kein Licht mehr gibt, keine Farben und kaum noch Sauerstoff“. In den Marianengraben ihrer Seele. Die Psychiaterin attestiert ihr pathologische Traurigkeit. Verschreibt Medikamente und Therapie.

Auch wenn die junge Frau die Therapie nur so mittel findet – der Therapeut inspiriert sie zu einem nächtlichen Friedhofbesuch. Bei dem sie Helmut trifft. Der just dabei ist Helga auszugraben. Nun…ihre Urne. Eins führt zum anderen… Und plötzlich sitzt Paula neben dem kauzigen 83-Jährigen, Schäferhündin Judy und Urnen-Helga in Helmuts Wohnmobil. Auf dem Weg in die Berge, um ein Versprechen zu erfüllen.

Auch mein Herz brach ein wenig

Wow! Einfach wow! Mein Herz schlug zwar nicht einhundertsechsundfünfzig Mal in der Minute als es passierte. Doch auch mein Herz brach ein wenig, als ich Paula begleitete. Jasmin Schreibers Debüt riss bei mir Dämme, aus denen Tränenströme rauschten. Trat Türen ein, hinter denen lebensfrohes Lachen polterte.

Marianengraben“ brachte mich zum Weinen und Lachen, zum Schmunzeln und Kopfschütteln. Und ließ mich nach den letzten Seiten als zerstörtes, glücklich schniefendes Häuflein auf dem Sofa zurück. Die letzten Kapitel heulte ich durchgehend. Und wer mich kennt weiß, dass das die Adelung meiner Lektüre ist.

Ins Leben

Jasmin Schreiber: "Marianengraben"
„Marianengraben“

Ein Buch, dass mich derart berührt, hat alles richtig gemacht! Protagonistin Paula berichtet ihrem kleinen Bruder, wie es ihr geht. Oder eben nicht geht. Weshalb sie sich wie ein leeres Menschenkostüm fühlt, seitdem er fort ist. Sie erzählt ihm davon, dass sie sich schuldig fühlt. Dass sie ihn vermisst. Von all den kleinen Erinnerungen, die immer wieder aufploppen. Von ihrer unendlichen Trauer. Und von Helmut. Seinen Marotten. Seinen Verlusten. Seinem (großen) Herzen. Von ihrer Reise in die Berge. Ihrem Weg nach oben. Nach oben an die Oberfläche. Ins Leben.

Extrem persönlich und unglaublich echt

Schreiber schickt da ein ganz besonderes Paar auf die Straße. Zwei Überlebende. Kaputt, drüber, voller Spleens, auf unterschiedliche Weisen am Ende. Der Ton: Extrem persönlich und unglaublich echt. Aus dem Leben. Ganz nah dran. Die Dialoge knackig. Ein Wechselspiel von tottraurig und zum Schreien witzig.

„Marianengraben“ ist ein Buch über unendliche Liebe und bodenlose Trauer. Ein Appell fürs Durchhalten. Denn am Ende ist es doch so, wenn man liebt: „Dann geht das schon!“

Jasmin Schreiber: "Marianengraben"
Jasmin Schreibers „Marianengraben“ im Aquarium des Kölner Zoos.

Ich danke dem Eichborn Verlag für mein kostenloses Rezensionsexemplar.

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Die Wannenbücher der Edition Wannenbuch

Zwei der Wannenbücher der Edition Wannenbuch
Zwei der Wannenbücher der Edition Wannenbuch

Schon als mir die liebe Leipziger Mama Anne vor fast einem Jahr ein Wannenbuch unter die Nase hielt, war ich begeistert.

Ich lese nämlich leidenschaftlich gerne in der Badewanne. Vergesse dabei die Zeit, schrumpel vor mich hin und schaffe es erst mich aufzuraffen, wenn das Wasser eisekalt ist. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das bisher jedes Buch unfallfrei überstanden hat. Hier ein Wasserfleck, da ein ertrunkenes Lesezeichen und selten auch mal ein aus der Hand gerutschtes, triefnasses Taschenbuch. Mein bibliophiles Herz weint dann immer sehr. Dennoch: Ich bin da ziemlich lernresistent.

Deswegen feiere ich die Bücher der Edition Wannenbuch ganz, ganz hart. Und laut! Und mit viel Liebe!!! Denn die sind für Wannennixen wie mich gemacht. Wasser ist ihre natürliche Umgebung. Das Habitat, in dem sie sich wohlfühlen. Wer sie artgerecht halten will, der MUSS baden!

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Carolin Schairer schrieb sich mit „Meeresschwester“ in mein Herz

Carolin Schairer: "Meeresschwester"
Carolin Schairer: „Meeresschwester“

Die Geschichte der „Meeresschwester“ reizte mich sehr. Als dann der 424-Seiten dicke Wälzer vor mir lag, sorgte ich mich doch etwas um mein Zeitmanagement. Schließlich brauchte ich für mein letztes Erwachsenenbuch „Melmoth“ über drei Wochen. Und das war fast 100 Seiten schmaler… Die Sorge hätte ich mir sparen können. Carolin Schairers Familiengeschichte zog mich in ihren Bann. Trotz begrenzter Lesezeit verschlang ich das dicke Buch an wenigen Leseabenden.

Aus dem Leben gerissen

Lea hat sowas von keine Lust auf diesen Urlaub in Kreta. Ihr Vater verschläft die Tage, Ihre Stiefmutter Eva gammelt lesend auf der Liege rum, ihre kleine Schwester Lisa nervt sie und zu allem Überfluss überfielen sie auch noch zum ersten Mal ihre Tage. Sie will nur schnell ihre Binde im Hotel wechseln und ein paar Minuten alleine sein. Dabei merkt sie nicht, wie die vierjährige Lisa ihr nachläuft. Sie merkt nicht, wie Lisa entführt wird.

Über sechs Jahre später taucht Lisa wieder auf. Ihr geht es gut. Wenn man davon absieht, dass die Menschen, die sie entführt hatten, nicht mehr da sind. Die Menschen, die sie als ihre Eltern kannte. Die gut zu ihr waren. Die mit ihr ihre eigene Tochter ersetzten. Sie wird einmal mehr aus ihren Leben gerissen. Zurück in ihre Familie gespült. In eine Familie, die kaum noch existiert. Durch den Schicksalsschlag zerrüttet, in ihren jeweiligen Schmerz gefangen, muss nicht nur Lisa zurück in die Familie, zurück ins Leben finden.

Es verschlang mich

Ich weiß gar nicht so recht, was dieses Buch mit mir gemacht hat. Es verschlang mich. Wühlte mich auf. Berührte mich tief. Ich fühlte so sehr mit der Familie. Mit allen Beteiligten. Sogar mit den Entführern. Als Mutter fühlte ich mich naturgemäß sehr mit Eva verbunden. Konnte so sehr nachempfinden, wie es ihr gehen muss. Egal wie unrealistisch, unempathisch oder zerstörerisch sie sich verhielt. Konnte mir so sehr vorstellen, dass ich ähnlich handeln und denken würde.

Am meisten fühlte ich aber mit Erzählerin Lea. Mittlerweile 22 Jahre alt, schildert uns die junge Frau das Geschehen. Abwechselnd berichtet sie von den Vorfällen vor sechs Jahren und dem, was nach Lisas Auftauchen geschieht. Sie erzählt von dem, was Lisas Verschwinden folgte. Von überstürzten Verdächtigungen, unendlicher Hoffnung, unerträglichem Schmerz, schmerzhafter Taubheit, Isolation und Resignation.

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Blubberbrausig anders und herrlich quirlig-wild

Nina Müller: Kuschelflosse - Die mächtig magische Glitzerbohne
Nina Müller: Kuschelflosse – Die mächtig magische Glitzerbohne

Heute möchte ich Euch etwas ganz Besonderes vorstellen. Eine Kinderbuchwelt, die – meiner bescheidenen Meinung nach – noch viel zu unbekannt ist: Die total verrückte, quietschebunte, quirlige Unterwasserwelt von Kuschelflosse und seinen Freunden.

Der Chef und ich lieben die Kuschelflosse-Bücher von Nina Müller seitdem ich die ersten Sätze vorgelesen hatte. Unsere Liebe begann, als der Große den dritten Band („Der knifflige Schlürfofanten-Fall“) letztes Jahr im April während eines Krankenhausaufenthaltes von Oma Monika geschenkt bekam. Wir waren sofort hin und weg. Der damals Vierjährige von dem kunterbunten Wasseruniversum, das so blubberbrausig anders ist und so herrlich quirlig-wild. Ich von der wundervollen Sprache, dem Wortwitz, den sprudelnden Ideen und den zauberhaften Bildern der Autorin UND Illustratorin. Die Texte der Diplom-Designerin sprühen lebendig und es bereitet eine unglaubliche Freude, sie vorzulesen. Immer, wenn wir einen Band gelesen haben, zieht der Jargon der Unterwasserwelt in unseren alltäglichen Sprachgebrauch ein. Das zaubert dann auch allen Mitmenschen ein Lächeln ins Gesicht.

Mittlerweile kennen wir natürlich alle Abenteuer von Kuschelflosse und seinen Freunden. Auch das neueste: „Die mächtig magische Glitzerbohne“.

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Aus der Rubrik: Bücher, die keinen Spaß machen

Alexa Hennig von Lange: Kampfsterne
Alexa Hennig von Lange: Kampfsterne

Oh man! Gut eine Woche ist vergangen, seit ich die letzte Seite von Kampfsterne umgeblättert habe. Eine Woche, in der ich immer wieder zu dem Gelesenen zurückkehrte. Eine Woche, in der mir die verkorksten Charaktere nicht aus dem Kopf gingen. Eine Woche, in der ich ständig über Handlungen nachgrübelte, über deren Folgen, über die Sehnsüchte der Protagonisten und ihre Unfähigkeit, sie auszuleben …oder auch nur zu kommunizieren.  Kampfsterne gehört zu den Büchern, die mich nicht loslassen. Das macht wohl ein gutes Buch aus. Auch wenn es sich nicht gut anfühlt. Aus der Rubrik: Bücher, die keinen Spaß machen weiterlesen

Herbstzeit – Kürbiszeit! Überbackener Sweet-Dumpling.

Überbackener Sweet-Dumpling Kürbis
Überbackener Sweet-Dumpling Kürbis

Beim letzten Besuch des Erlebnisbauernhofs Gertrudenhof in Hürth inspirierte mich die unglaubliche Auswahl an Kürbissorten zu kulinarischen Experimenten. Zwei kleine Sweet-Dumplings wanderten in den Einkaufskorb, um mich an gefüllten Kürbissen zu versuchen. Herbstzeit – Kürbiszeit! Überbackener Sweet-Dumpling. weiterlesen

„Opas Insel“ – eine herzwärmende Geschichte über das Abschiednehmen

Benji Davies: Opas Insel
Benji Davies: Opas Insel

Sams Opa wohnt im Haus am Ende des Gartens. Unter dem Blumentopf liegt immer ein Schlüssel für Sam bereit. Eines Tages findet Sam Opa erst nach langem Suchen. Vom Dachboden aus begeben sich die beiden auf eine Reise zu einer exotischen, weit entfernten Insel. Einer bunten, warmen Insel voller Pflanzen und Tiere. Opa fühlt sich hier sehr wohl. So wohl, dass er gar nicht mehr nach Hause möchte. Sam verabschiedet sich von Opa und fährt mit dem großen Schiff alleine zurück nach Hause.

Opas Insel von Benji Davies liegt mir sehr am Herzen. Das 32-seitige Bilderbuch aus dem Aladin Verlag schafft es, mich immer wieder zu berühren. Während ich diesen Text schreibe habe ich Gänsehaut. Die Geschichte handelt vom dauerhaften Abschied eines geliebten Menschen. Vielleicht wirklich nur wegen eines Umzugs in eine weit entfernte Gegend. Für mich ist die Insel aber ein Gleichnis für den Tod.

Benji Davies: Opas Insel
Benji Davies: Opas Insel

Kindgerecht und ohne religiöse Attitüde vermitteln Text und Bilder, dass es ok ist, wenn jemand Geliebtes fortgeht. Dass man sich keine Sorgen machen muss. Dass es ihm woanders vielleicht sogar besser geht. So braucht Opa auf der Insel zum Beispiel keinen Stock mehr. Es zeigt, dass es in Ordnung ist, den geliebten Menschen zu vermissen. Und, dass er in unseren Erinnerungen immer bei uns bleibt.

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