„Die Bummelbande im Weltall“ von Johanna Fischer, Gareth Ryans und Yasmin Karim

Krokodil Karo, Papagei Paolo, Alpaka Alma und Panda Pavel sind die besten Freunde. Die es nie ohne Umwege von der Schule nach Hause schaffen. Deswegen nennen ihre Eltern die Vier auch Bummelbande.
Das Vorlesebuch „Die Bummelbande im Weltall“ von Johanna Fischer, Gareth Ryans und Yasmin Karim auf einer weißen Tischdecke mit silbernen Sternen

Weil sie als Hausaufgabe einen Vortrag über das Weltall halten sollen, besucht die Bande nach der Schule ihren Freund Professor Doktor Schlauschlau. Der weiß bestimmt etwas, dass selbst Paolo spannend findet.

Aber der Professor ist nicht da. Dafür entdecken die Tierkinder in seinem Labor ein Raumschiff. Wow! Die neugierige Alma fummelt an Schaltern und Knöpfen herum. Und – schwupps – hebt das Raumschiff ab. Plötzlich schweben die Vier schwerelos im Weltraum. Wie gut, dass Professor Schlauschlau sie über einen Bildschirm kontaktiert. Auch gut, dass er einen Rückholknopf eingebaut hat.

Ausschnitt einer Innenseite aus dem Vorlesebuch „Die Bummelbande im Weltall“ von Johanna Fischer, Gareth Ryans und Yasmin Karim

Doch bis der Professor die Anleitung gefunden hat, bummelt die Bande im Raumschiff herum. Dabei wiederholen sie ganz nebenbei alles, was sie am Morgen in der Schule über Sonnensystem und Weltraum gelernt haben. Überlegen, auf welchen Planeten sie landen könnten. Weichen Asteroiden aus. Irritieren die Besatzung einer Raumstation.

Ausschnitt einer Innenseite aus dem Bilderbuch „Die Bummelbande im Weltall“ von Johanna Fischer, Gareth Ryans und Yasmin Karim

Gerade als Karo nun wirklich ganz dringend nach Hause will, Paolo auf Klo muss und Pavels Bambusvorrat erschöpft ist, finden sie zurück nach Hause.

Die Bummelbande: Eine liebenswert vielfältige Truppe

Rückseite des Bilderbuchs „Die Bummelbande im Weltall“ von Johanna Fischer, Gareth Ryans und Yasmin Karim

Was für ein Abenteuer. Was für zuckersüße Helden! Dass wir die Bummelbande mögen, war sehr schnell klar. Denn jeder von uns erkannte sich in einem der Bandenmitglieder wieder. Die unterschiedlicher nicht sein könnten. Stark und schüchtern, verwegen und neugierig, neunmalklug-grummelig, bedacht und verfressen – jedes Tier hat seine Eigenart. Eine liebenswert vielfältige, wuselig bunte und trotzdem herzig harmonische Truppe. Bei der wir gerne mitmischen.

Denn ihre Reise macht auch uns viel Spaß. Unterwegs erleben wir unser Sonnensystem auf eine fantastische Weise. Kreativ, lehrreich und wild. Dass wir dabei ganz schön viel lernen, fällt gar nicht auf. So luftig-leicht fliegen wir durchs All.

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„Schokuspokus 6: Der Piffpaff-Pfeffer-Plan“ von Maja von Vogel und Franziska Harvey

Das Kinderbuch „Schokuspokus 6: Der Piffpaff-Pfeffer-Plan“ von Maja von Vogel und Franziska Harvey

Oskar, Lina, Klarissa, Kalle, Jantje, Fiete und Amanda leben im Waisenhaus von Dr. Agathe Nieswurz. Die fiese Heimleiterin führt ein tyrannisches Regime. Denn in den Gewölben der alten Villa müssen die Kinder die weltberühmte Schokuspokus Schokolade herstellen.

Im Gegensatz zur schokoladensüchtigen Direktorin herrscht für die Waisen strengstes Naschverbot. Die „Fieswurz“ gönnt den Kindern nichts. Um ihrem tristen Leben zu entkommen, suchen die sieben Freunde die Zutaten des sagenumwobenen Glückskakao. Denn wer von diesem trinkt, wird für immer glücklich sein.

Es fehlen nur noch zwei Zutaten

Rückseite des Kinderbuches „Schokuspokus 6: Der Piffpaff-Pfeffer-Plan“ von Maja von Vogel und Franziska Harvey

Bisher fanden die Kinder schon den verschollenen Maya-Becher mit einer Glückskakaobohne. Auch die Goldene Glücksvanille, das Jaguar-Schnurrhaar, die Quetzal-Schwanzfeder und die salzigen Tränen befinden sich in ihrem Besitz. Es fehlen nur noch zwei weitere Zutaten: Piffpaff-pfeffer und Zaubernuss.

Beim Großputz finden die Waisen nun ein verschollenes Büchereibuch wieder. „Gigantisch gute Gewürze aus aller Welt“ hatte ihnen bei der Suche nach der Glückvanille entscheidende Hinweise geliefert. Auf gut Glück schlagen sie nach, ob die Enzyklopädie auch etwas zum Piffpaff-Pfeffer weiß. Und tatsächlich – wieder bringt sie das Buch auf die richtige Spur.

Zusammen, clever und mutig zum Erfolg

Seit dem ersten Band („Der geheime Kakaoklau“) lieben Chef (9) und Vizechef (6) die Schokuspokus-Reihe. Sobald es einen neuen Band gibt, wollen sie ihn lesen. Bisher hat sie noch keiner enttäuscht. Am sechsten Abenteuer gefiel ihnen besonders, wie die Kinder die Fieswurz austricksten. Wie sie zusammen, clever und mutig Erfolg haben. Ich selbst fand beim Vorlesen die Alliterationen höchst spaßig.

Neben der Piffpaff-Pfeffer-Organisation erfahren wir diesmal ein wenig mehr über den fußballverrückten Kalle. Dessen geliebter Fußball die Fieswurz konfiszierte. Aber auch für dieses Problem finden die Freunde gemeinsam eine Lösung.

Leseenthusiasten ab der zweiten Klasse sollten mit der überwiegend einfachen Sprache und der großen Schrift ganz gut zurechtkommen. Die vielen sympathischen Illustrationen verwandeln die Lesestarter-Reihe für Kids ab 7 Jahren aber auch in eine wundervolle Vorlesegeschichte.

So ist denn auch mein fünfjähriger Vorschüler der größte Fan von uns. Der es kaum erwarten kann, dass der siebte und letzte Band erscheint.

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„Alfred – Elefant seit 1932“ von Kristina Heldmann

1999 rettete Illustratorin Kristina Heldmann einen lädierten Holzelefanten namens Alfred aus dem Main. Das in die Jahre gekommene Spielzeug durfte bei ihr zur Ruhe kommen. Bis sie viele Jahre später seine Geschichte zwischen Buchdeckel malte. So wie sie gewesen sein könnte.
Das Kinderbuch „Alfred - Elefant seit 1932“ von Kristina Heldmann liegt auf einer Backsteinmauer von Efeu umgeben

Vor 90 Jahren bauten Emmi und ihr Opa den Alfred. Als Geschenk zum zweiten Geburtstag von Emmis kleinem Bruder Otto. Der fortan mit dem Elefanten an seiner Seite die Welt entdeckte.

1943: „In dieser Zeit mussten Jungen in Deutschland Maschieren üben – Zeit für Elefanten hatten sie nicht.“ Deswegen zog Alfred zu Ottos kleiner Cousine Henne. Doch als diese wegen des Krieges die Stadt verlassen musste, blieb der tapfere Elefant bei Nachbarin Bach.

Als die Familie Monate später wiederkommt, „war nicht mehr viel übrig von der Stadt.“ Auch ihr Haus ist zerstört. Aber welch Wunder – in der Trümmern entdecken sie Alfred! In einer atemberaubenden Rettungsaktion gelingt es Henne und ihren Geschwistern den geliebten Elefanten zu bergen.

Alfred zog von Kind zu Kind

Die Rückseite des Kinderbuches „Alfred - Elefant seit 1932“ von Kristina Heldmann

Jahre später gab auch Henne Alfred wieder in neugierige Kinderhände. So zog das treue Tier von Kind zu Kind. Gab Selbstvertrauen und Sicherheit. Führte ein aufregendes Spielzeugleben. Rettete gar Leben. Testete verschiedene Lebensweisen. Kam auch mal aufs Abstellgleis. Und doch ging es immer weiter.

Im Buch beginnen die Söhne der Autorin zu forschen. Die sozialen Netzwerke zu durchkämmen. Um Vorbesitzer zu finden. Mit Hashtags suchen sie nach Alfreds Kindern: #elefantalfred #werkenntdiesenelefanten #bittemelden #holzelefantmitgeschichte #elefantsuchtseinekinder. Und werden fündig.

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„Hoffnung“ von Corrinne Averiss und Sébastien Pelon

Das Bilderbuch „Hoffnung“ von Christine Naumann-Villemin und Grégoire Mabire umgeben von Efeu

„Komet war Finns bester Freund.“

Der Hund rannte mit ihm durch den Park. Oder sah ihm beim Spielen zu. Doch eines Tages wollte er all das nicht mehr. War krank. Musste in die Tierklinik. Finn durfte nicht bei Komet bleiben. Verkroch sich zu Hause in sein Spielzelt.

„Und Tränen stiegen ihm in die Augen.“

Doch Finn ist nicht alleine. Sein Papa kuschelt sich zu ihm ins Zelt. Mit einer Taschenlampe. Weiß auf Finns Frage, was sie tun könnten, eine Antwort. Sie können hoffen. Weil:

„Hoffnung ist das kleine Licht, dass immer anbleibt, auch wenn rundherum alles dunkel ist.“

Und Finn hofft. Beim Abendessen. In der Badewanne. In der Nacht. Mit der Taschenlampe in der Hand und dem Mond am Nachthimmel. Hofft so dolle, dass die ganze glitzernde Hoffnung bei Komet ankommt. Als Komet wieder nach Hause kommt, ist die Welt wieder in Ordnung.

Mit Hoffnung ist alles etwas weniger schlimm

Rückseite des Bilderbuches „Hoffnung“ von Christine Naumann-Villemin und Grégoire Mabire

Christine Naumann-Villemin vermittelt in ihrem hoffnungsvollen Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren, wie schwer es ist, nichts tun zu können. Dass es ok ist, traurig zu sein. Dass es leichter ist, wenn man hofft. Das Bild des Lichtes in der Dunkelheit ist eingängig und verständlich.

Die Illustrationen von Grégoire Mabire fangen das Lichtthema großartig ein. Zeigen einfühlsam die innige Freundschaft zwischen Kind und Hund. Beleuchten herzerweichend Finns Gefühle und Bedürfnisse. Aber auch seine starke Beziehung zu seinen Eltern. Besonders zu seinem Vater.

Denn der Papa ist es, der hier tröstet. Der Komet mit Finn zur Tierklinik bringt. Der seinem Sohn Hoffnung gibt. Mit ihm kuschelt. Über Gefühle redet. Und Schürze tragend das Essen bereitet. Dass ein Vater bei der Care-Arbeit gezeigt wird, das finde ich großartig!

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„Alles Humbug“ von Nadia Al Omari und Richolly Rosazza

Die Nächte werden länger. Der Herbst zieht endlich ins Land. Bald schon reitet St. Martin durch die Gassen und der Advent rückt näher. Meine Kinder träumen von gemütlichen Sofanachmittagen und einer Zeit voller Geschenke. Doch nicht alle freuen sich auf diese Tage. Sind alleine. Haben Geldsorgen. Wie gut passt es da, dass die Feste die wir als nächstes feiern auf Nächstenliebe und sozialer Verantwortung gründen. Das Schenken, das Teilen und die gemeinsame Zeit feiern. Das Bilderbuch „Alles Humbug“ vermittelt diesen Gedanken in meinen Augen ganz wunderbar.

Das Bilderbuch „Alles Humbug“ von Nadia Al Omari und Richolly Rosazza

„Ich hatte meine Mama schon oft gefragt, warum sie gerade mich immer zu Tante Chaqiquita schickte.“

Jeden Mittwoch schickt die Mutter das kleine Mädchen zu Tante Chapiquita Eier holen. Bis zum oberen Rand des Dorfes muss sie laufen. Denn die Mutter sorgt sich zu sehr um die Eier, um sie mit dem Fahrrad fahren zu lassen. Aber der Weg – am Spielzeugladen vorbei und über Pfützen hüpfend – ist schnell bewältigt.

Fest muss das Kind klopfen. Laut muss es rufen. Denn Chaqiquita macht erst auf, wenn sie weiß wer vor der Türe steht. Zu oft spielen die Kinder des Dorfes der alten Frau Streiche. Auch dem Mädchen ist sie nicht geheuer. Die schrille Stimme; das seltsame Grinsen; das kleine Türchen mit der Dunkelheit dahinter aus der sie die Eier holte: „das ganze Dorf sagte, sie sei eine Hexe“. Vielleicht hängen in Chapiquitas Stube deshalb überall Kräuter und Wurzeln von der Decke. Lagern deshalb Fläschchen in allen Farben in ihrer Vitrine.

Die Mutter schickt sie trotzdem. Oder gerade deshalb? Fest steht: Woche für Woche taucht das Kind ein in eine magisch anmutende Welt. Voller Schatten, Fantasiewesen und Düfte.

„Ein wenig erinnerte mich der Geruch auch an Purzelbäume, die ich im Frühling auf der Wiese schlug.“

Rückseite des Bilderbuches „Alles Humbug“ von Nadia Al Omari und Richolly Rosazza

Voller Düfte und voller Geschichten. Denn nachdem Eier und Geld ausgetauscht sind, bleibt das Mädchen. Trinkt aromatischen Blütentee. Isst warmes Gebäck. Lauscht gebannt den grausigen Heiligengeschichten, welche ihr Chaqiquita erzählt. Während die schon wieder ihrer Arbeit nachgeht. Welche genauso magisch ist, wie alles an diesem Ort. Aber auch genauso unheimlich.

Voll gestopft mit kindlicher Magie.

Mit Gänsehaut las ich dem Vize (5 Jahre) „Alles Humbug“ vor. Und er lauschte ergriffen. Betrachtete voller Aufmerksamkeit die warmen Bilder. Entdeckte Details, die mir entgangen waren. Fragte nach und schaute hinter die Worte.

Obwohl das Mädchen am Ende erschreckt aus dem Haus der alten Frau flieht. Ja, es ist ein durchaus gruseliges Bilderbuch. Voll gestopft mit kindlicher Magie. Mit Wesen, welche wir Erwachsenen nur noch selten sehen. Mit Visionen und Ängsten. Die zu leicht in Menschenköpfen entstehen, wenn Aufklärung fehlt. Und wenn Gruselgeschichten erzählt werden.

Wir lasen das Buch nach dem ersten Mal direkt ein zweites Mal. In dem Wissen, dass jeder Mittwoch gleich ist. Mit der Erkenntnis, dass dennoch am Anfang ein Lächeln auf dem Gesicht des Mädchens liegt. Genau auf die Worte lauschend. Die trotz allem von Behaglichkeit und Zauber berichten. Tief in die kunstvollen Illustrationen schauend und durch die Furcht blickend.

Für mich ist „Alles Humbug“ ein absolutes Herzensbuch. Das, bedacht gemeinsam gelesen, viel Wärme in die Welt zu bringen vermag.

Ausschnitt des Vorsatzpapiers des Bilderbuches „Alles Humbug“ von Nadia Al Omari und Richolly Rosazza
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Kuschelflosse 7: „Das goldige Glücksdrachen-Geglitzer“ von Nina Müller

Das Vorlesebuch "Kuschelflosse - Das goldige Glücksdrachen-Geglitzer“ von Nina Müller an einen Regenbogendelfin gelehnt auf einem flauschigem, naturfarbenen Kissenliegen

Gleich soll sie verlost werden. Die größte Seeigel-Sahnetorte der Welt. Ganz Fischhausen versammelt sich vor der Konditorei „Süßes Glück“. Alle warten gespannt auf den großen Moment. Auch Fellfisch Kuschelflosse, Seebrillchen Sebi, Schwimmerdbeere Emmi und Herr Kofferfisch warten seit Wochen auf diesen Moment.

Doch, oh weia! Herr Kofferfisch rumpelt aus Versehen Kuschelflosses Glückbringer entzwei. Um seinen arg betrübten Freund zu trösten, will er ihm ganz schnell Ersatz beschaffen. Also landet die Truppe im Krimskramsladen. Wo Herr Kofferfisch eine geheimnisvolle Glücksdose findet. Mit der kann bei der Verlosung nichts mehr schief gehen! 😊

Tatsächlich enthält die Dose eine glücksbringende Überraschung: Einen höchst seltenen und enorm schüchternen Glücksflutsch. Ob der kleine Glücksdrache wirklich Glück bringt? Und was ist das überhaupt, dieses Glück?

Flauschig-fluffig und lehrreich

Im siebten Abenteuer der Fischhausener Freunde dreht sich alles um große Erwartungen. Um Vorfreude und Wünsche. Aber auch um Einfühlungsvermögen und Verständnis. Zusätzlich ist das Mogeln Thema. Was es in anderen auslöst. Wie man damit umgehen kann, wenn man jemanden beim Schummeln erwischt.

Ausschnitt einer Innenseite des Vorlesebuches „Kuschelflosse: Das goldige Glücksdrachen-Geglitzer“ von Nina Müller
Kuschelflosse Band 7: „Das goldige Glücksdrachen-Geglitzer“ von Nina Müller

Für mich ist es wieder eine absolut lehrreiche Geschichte. Dabei flauschig-fluffig. Ohne Zeigefinger. Dafür mit viel Niedlichkeit. Und Sahnetorte. 😉

Chef (9) und Vizechef (5) mögen „Das goldige Glücksdrachen-Geglitzer“ sehr. Der Große fühlt sich in Kuschelflosses Clique noch immer wohl. Das Vorschulkind fühlt sich immer wohler. Ist im besten Kuschelflosse-Alter.

Kuschelige Vorlesemomente

Rückseite von Kuschelflosse Band 7: "Das goldige Glücksdrachen-Geglitzer“ von Nina Müller

Wir genießen die Vorlesemomente mit allen zusammen auf dem Sofa lümmelnd. Stecken die Nasen in die Blätter mit ihren wundervollen Wuselbildern. Entdecken alte Bekannte. Freuen uns über neue. Sind ganz vernarrt in den zuckersüßen, traurigen Glücksflutsch. Genießen die Momente, in denen unsere Unterwasserfreunde über sich hinauswachsen.

Nächste Woche erscheint schon Band 8 der blubberfrischen Reihe. „Das kurios komische Klimbim-Kliff“ verspricht ein spukiges Urlaubsabenteuer. Hach, was freuen wir uns auf üsselige Herbstnachmittage auf unserer Couch!

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„Tierisch gute Freunde“ von Sy Montgomery & Rebecca Green

Das Bilderbuch „Tierisch gute Freunde“ von Sy Montgomery & Rebecca Green vor einer alten Backsteinmauer

Naturforscherin und Bestseller-Autorin Sy Montgomery schreibt einfühlsame biographische Tiergeschichten. Romane für Erwachsene. Wie „Rendezvous mit einem Oktopus“. In ihrem Bilderbuch „Tierisch gute Freunde“ erzählt sie nun auch Kindern ab vier Jahren von den Lehrern, die ihr am meisten beibrachten: Den Tieren.

Von Rebecca Green zauberhaft illustriert berichtet Montgomery, wie sie schon als kleines Mädchen von Tieren lernte. Erst war es ihre Hündin Molly, die ihr beibrachte Augen und Ohren offen zu halten. Als junge Frau zeigten ihr Emus im australischen Busch, welchen Weg ihr Leben nehmen sollte. Von Gorillas in afrikanischen Bergen lernte sie, „wie wichtig es ist, das Revier des anderen zu achten.“

Nicht aufgeben und verzeihen können

Rückseite des Kinderbuches „Tierisch gute Freunde“ von Sy Montgomery & Rebecca Green

Tiger, Löwen, Haie, Piranhas und Zitterale nahmen ihr die Angst. Der Kasuar im australischen Dschungel lehrte sie Geduld. Und dass es sich lohnt, nicht aufzugeben. Ein Schwein brachte ihr bei, wie glücklich eine Familie machen kann. Und „Hyänen waren der beste Beweis, dass nicht alles stimmt, was die Leute dir erzählen.“

In Südamerika zeigte ihr eine Tarantel, dass im „Herzen für alles Platz sein kann“. Sie schloss Freundschaft mit einer Oktopusdame und verzieh einem Hühner raubendem Wiesel. Nahm Abschied von alt gewordenen Begleitern und ließ sich auf neue ein. Denn „auch in dunklen Zeiten kann schon hinter des nächsten Ecke ein wunderbarer neuer Lehrer auf dich warten…“

Ein besserer Mensch durch tierische Lektionen

Montgomerys Erfahrungen zeigen, wie viel wir von den wundervollen Wesen um uns herum lernen können. Voller Herzenswärme schildert sie wahrlich lehrreiche Lektionen. Welche sie allesamt von Tieren lernte. Lektionen, die sie zu einem besseren Mensch machten. So lautet übrigens auch der Originaltitel: ‎“Becoming a Good Creature“. 😉

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„Die Geschichte von Mo“ von Dorothee Schwab und Stefan Karch

Das Bilderbuch „Die Geschichte von Mo“ von Dorothee Schwab und Stefan Karch auf Sand liegend, drumherum Steine und kleine Äste als Bild angeordnet

„Jeden Tag, wenn die Sonne hinter dem Hügel hervorblitzt, geht Mo los.“

Jeden Tag geht sie den gleichen Weg. Kennt ihn genau. Doch heute hält sie inne. Schaut auf den Boden. Entdeckt ein Schneckenhaus. Hört eine Stimme. Macht sich auf. Auf zum Meer. Nimmt den anderen Pfad. Landet in einer anderen Geschichte. Genießt das Meer. Vielfältigste Eindrücke. Um endlich wieder heim zu kehren. Und:

„Auf dem Weg zurück wirkt für Mo alles strahlender und frischer als je zuvor.“

Rückseite des Bilderbuches „Die Geschichte von Mo“ von Dorothee Schwab und Stefan Karch

„Die Geschichte von Mo“ überrascht mit surrealem Verlauf und erstaunlicher Optik. Da abenteuert sich ein Kind auf seinem Alltagsweg in andere Welten. Versinkt in Details. Im Wesentlichen. Kommt erfrischt und achtsam zurück in den Alltag.

So weit und offen Mos Gedanken vom Weg abschweifen, so real und konkret wirken die Materialien der Collagen. Steine, Linsen, Äste, Pappe, Reis… Ein faszinierender Kontrast.

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„Die Chroniken der drei kleinen Helden – Chronik 1: Drachenschmalz“ von Rafael Bienia und Marvin Clifford

Das Kinder-Fantasy-Buch „Chronik 1: Drachenschmalz“ von Rafael Bienia und Marvin Clifford

Als ich neun Jahre alt war, öffnete mein großer Bruder die magischen Welten des Fantasy-Rollenspiels für mich. Mit Dungeons & Dragons lernte ich Würfel zu hassen und das Genre zu lieben. Während meiner Schulzeit frönte ich mit Schulfreunden ganz klassischen Pen-&-Paper-Abenden. Mit viel zu viel Süßzeugs und Knabberkram. Im Studium tauschte ich Wohnzimmertisch gegen Jugendherbergsumgebung. Charakterbogen gegen Latexschwert.

Doch wurde ich träge. Inzwischen zieht mich kaum noch etwas zum Fantasy-Rollenspiel. Bin nach kurzen Ausflügen ins Nordic-LARP quasi langweilig geworden. Immerhin – der Mann blieb dem Hobby treu. Mit ihm erlegen Chef (8) und Vizechef (5) sie regelmäßig das Ultraböse oder entdecken sagenhafte Drachenwelten. Zusammen meisterten sie auch schon das grandiose Kinder-Rollenspiel „So nicht, Schurke!“.

Auf ins Abenteuer

Mein Beitrag zur phantastischen Ausbildung besteht derzeit hauptsächlich darin vorzulesen. So auch das erste Kinderbuch des Zauberfeder Verlages. Der ansonsten für Gewandungshandbücher, historisch und fantastisch inspirierte Kochbücher und natürlich dem LARPzeit-Magazin bekannt ist.

In „Die Chroniken der drei kleinen Helden – Chronik 1: Drachenschmalz“ lernen wir Magierlehrling Allanor Augenglanz, Orkin Grascha da Krascha und Halbelf Leo Langfinger kennen. Allanor soll für seinen Unterricht Zwergenbuchstaben abzeichnen. Doch das ist ihm zu langweilig. Also schlägt er seinen Freunden vor, das alte Bergwerk zu erkunden. Und die sind natürlich Feuer und Flamme.

Dass es nicht dabei bleibt alte Bilder abzuzeichnen, versteht sich von selbst. Genauso, dass es nicht das letzte Abenteuer der drei jungen Helden sein wird.

Ausschnitt einer Seite des Kinder-Fantasy-Buches „Chronik 1: Drachenschmalz“ von Rafael Bienia und Marvin Clifford

Ein außergewöhnliches Buch

Rückentext, des Kinder-Fantasy-Buches „Chronik 1: Drachenschmalz“ von Rafael Bienia und Marvin Clifford

„Drachenschmalz“ ist wahrlich ein außergewöhnliches Buch. Marvin Cliffords drollige Cartoon-Illustrationen veranschaulichen Charaktere und Geschichte wild unterhaltend. Die kurzen Absätze mit Charakter-Icons neben dem Text sollen kleinen Lesern bei der Orientierung helfen.

„Die Chroniken der drei kleinen Helden – Chronik 1: Drachenschmalz“ von Rafael Bienia und Marvin Clifford weiterlesen

„Der kleine Drache, der kein Feuer spucken konnte“ von Gemma Merino

Das Bilderbuch „Der kleine Drache, der kein Feuer spucken konnte“ von Gemma Merino lehnt an einer Backsteinmauer und wird umgeben von einem Drachenkuscheltier und einem Krokodilkuscheltier

„Es war einmal ein kleines Drachenmädchen.
Und dieses Drachenmädchen mochte kein Feuer.“

Trotzdem will sie lernen Feuer zu speien. Versucht es so sehr. Will ihren Papa glücklich machen. Aber es klappt einfach nicht. Auch das Fliegen will ihr nicht gelingen. Und – oje – bei einem waghalsigen Versuch stürzt sie ins Wasser. Dabei hat Papa Drache seine Kinder strengstens vor dem Wasser gewarnt:

„Geht NIE, NIEMALS ins Wasser. Es ist kalt, es ist nass, und es ist FÜRCHTERLICH.“

Jedoch… das kleine Drachenmädchen findet es ganz und gar nicht fürchterlich. Sie fühlt sich wohl. Entdeckt im Wasser flügellose Drachen. Will mit ihnen spielen. Doch da fischt der alte Drache seine Tochter schon aus dem Nass. Auweia! Das gibt Ärger! Oder nicht?!

Ganz im Gegenteil. Denn Papa Drache hat erkannt, was wirklich in seiner Tochter steckt. Dass sie gar kein Drache ist. Dass sie andere Stärken hat. Und das ist für ihn absolut in Ordnung. Denn:

„Du bist meine wundervolle Krokodiltochter, und ich liebe Dich so wie du bist.“

Familie ist mehr als Blutsverwandtschaft

Das Bilderbuch „Der kleine Drache, der kein Feuer spucken konnte“ von Gemma Merino

„Der kleine Drache, der kein Feuer spucken konnte“ ist ein wundervolles, achtsam erzähltes Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren. Mit knuffigen Bildern und einfachen Sätzen vermittelt Gemma Merino, dass es ok ist anders zu sein. Das Familie mehr ist, als Blutsverwandtschaft. Dass es sich lohnt, ins kalte Wasser zu springen und sich auszuprobieren.

Was bangte der Vizechef (5) mit dem kleinen Drachenkind, als es von Papa aus dem Wasser gezogen wurde. Fürchtete ein Donnerwetter. Und was freute er sich, als der Vater nicht schimpfte. Als er Verständnis hatte. Sein Kind unterstützte und einfach lieb hatte.

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