Erik Ole Lindström: „Die wundersame Winterreise der Selma Larsson“

Erik Ole Lindström: „Die wundersame Winterreise der Selma Larsson“

Selmas Mama muss an Heiligabend arbeiten. Aber das ist gar nicht schlimm. Eigentlich. Denn das Mädchen sollte mit ihrem Papa und seiner neuen Familie Weihnachten feiern. Doch dann kommt alles anders. Ihr Papa fährt nach Frankreich. Zur Familie seiner neuen Frau. Und Selma?

Mama organisiert flott, dass Selma über die Weihnachtstage zu Tante Maja kann. Damit ist Selma sehr einverstanden. Schließlich ist Tante Maja Tierärztin und hat einen Hof voller Ponys und Hunde. Aber dann geht irgendwie alles schief. Weder Tante Lotta ist zu Hause (wo Maja das Mädchen hätte auflesen sollen). Noch Tante Maja! Zu der das clevere Kind kurzerhand allein weiterreist.

Da stimmt doch was nicht? Warum ist Maja nicht zu Hause? Weshalb fehlt ein Pony im Stall? Entschlossen macht sich Selma auf die Suche. Spannt ihr Lieblingspony vor den Schlitten und bricht mit den beiden Hunden Kato und Luna zu einer abenteuerlichen Reise auf. Mitten durch den weißen, schwedischen Winterwald.

Wahrlich wundersames Winterabenteuer

„Die wundersame Winterreise der Selma Larsson“ versetzte uns in ein wahrlich wundersames Winterabenteuer. Wundersam und doch realistisch. Dass Mama Termine durcheinanderwirft, das kennt Selma schon. Da muss sie halt selbst handeln. Das fällt dem tatkräftigen Mädchen nicht schwer. Selbstverständlich macht sie sich alleine auf dem Weg. Natürlich sucht sie ihre Tante. Schließlich könnte ihr etwas passiert sein. Und ein Schneesturm zieht auf…

Erik Ole Lindström gelang ein herrlich zeitloses, unaufgeregtes und doch unfassbar spannendes Kinderbuch. Meine Jungs waren so wütend auf Selmas Papa und bangten mit Selma um ihre Tante. Sie fieberten mit, als das Mädchen heldenhaft zwei Brüdern und ihrer Schwester zur Hilfe eilte. Immer wieder hielten sie die Luft an, wenn Selma über etwas oder jemand stolperte. Sie sich neuen Herausforderungen stellte. Und immer wieder atmeten sie erleichtert oder erfreut auf, wenn dem Mädchen nichts geschah, sie erfolgreich war oder ihr geholfen wurde.

Schlittenfahrt in neues Familienmodell

Erik Ole Lindström: „Die wundersame Winterreise der Selma Larsson“

Selma ist ein so großartiges Mädchen. Tapfer und mutig, freundlich, schlau und überlegt. Doch fühlt sie sich auch verloren, ist traurig und wütend. Wünscht sich eine Familie. Denn ihre ging kaputt. Ihre Eltern streiten nur noch. Trennten sich. Zusammen war gestern. Seit sie zehn Jahre alt ist, gibt es keine Familienfotos mehr.

Auf ihrer abenteuerlichen Schlittenfahrt lernt Selma aber Menschen kennen, die ihr ein anderes Bild von Familie offenbaren. Kinder mit Extra-Eltern. Kauzige Alte, die weder einsam noch unglücklich sind. Liebe Menschen, die sich kümmern und Perspektiven bieten. Sie lernt, dass es Möglichkeiten gibt. Andere Familienmodelle, die auch glücklich machen. Und sie lernt, das es hilft zu reden. Sich Luft zu machen.

Damit vermittelt diese zauberhafte Geschichte ein Gefühl für Familie in ihren verschiedenen Facetten. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger, nebenbei und selbstverständlich.

Von Füchsen und Menschen: Die Lieblingsstellen

So endet Selmas Winterreise mit einem Happy End, dass die Augen meiner Kinder strahlen ließ. Der Chef (7) freute sich dermaßen mit Selma, dass sein Grinsen fast von einem Ohr zum anderen reichte. Das Finale war definitiv seine Lieblingsstelle. Auch der Vize (4) leuchtete beim Weihnachtsfest. Jedoch war sein Highlight – ganz klar – der kleine Findelfuchs.

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„Unsere kleine Höhle“ von Céline Claire und Qin Leng

"Unsere kleine Höhle" von Céline Claire und Qin Leng

Der Wald erwacht. Alles scheint friedlich. Doch ein Sturm zieht auf! Die Waldbewohner bereiten sich eilig auf das Unwetter vor. Sammeln Vorräte, verrammeln die Türen. Als in der Ferne zwei Gestalten erscheinen, beobachten die Waldbewohner sie misstrauisch. Was wollen die hier? Unsere Vorräte?

Die beiden gehen von Tür zu Tür. Suchen Schutz vor dem kalten Wind. Doch niemand öffnet ihnen. Alle wissen einen Grund die beiden abzuweisen. Nur Kleiner Fuchs läuft ihnen hinterher. Bringt ein wenig Licht in ihr Dunkel. Und das können die beiden gut gebrauchen.

Von Hoffnung und Güte

"Unsere kleine Höhle" von Céline Claire und Qin Leng

„Unsere kleine Höhle“ erzählt eine zeitlose, immer aktuelle Geschichte. Die Geschichte von der Angst vor dem Fremden. Von Hoffnung und Güte; Nächstenliebe und Zusammenhalt. Die Fabel führt uns vor Augen, nicht wegzusehen. Zu handeln. Auf andere zuzugehen und zu vertrauen. Denn das Gute, das wir geben, das kommt zu uns zurück. Bestimmt.

In nebelzarten Aquarellen haucht Illustratorin Qin Leng die Geschichte aufs Papier. Nimmt uns mit in diesen kalten Spätherbsttag voll warmer Erdtöne und eiskaltem Wind.

Mama? Warum helfen sie nicht?

Die Moral leuchtet schon den Kleinsten ein. Oder eher: Sie verstehen nicht, dass es einer Moral bedarf. Für meinen Vize (4) war es gar keine Frage. Er hätte die beiden sofort reingelassen. Verstand nicht, warum die Tiere sie abweisen.

Unser Gespräch drehte sich also weniger darum, dass wir helfen sollten wo es nur geht. Es drehte sich darum, warum die Tiere es eben nicht tun. Und ja, er hat recht! Eigentlich ist es vollkommen unverständlich. Wenn jemand in Not ist, dann müssen wir hinschauen. Dann müssen wir helfen!

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„Deine Umwelt: Alles hängt zusammen!“ von Jacques Pasquet und Yves Dumont

„Deine Umwelt: Alles hängt zusammen!“ von Jacques Pasquet und Yves Dumont

Wir bestehen aus Wasser; atmen Luft. Sind abhängig von unserer Umwelt. Auf Gedeih und Verderb. Wir sind Teil von ihr; kommen nicht ohne sie aus. Das zu verstehen ist wichtig. Überlebens wichtig.

Dieses übersichtliche Sachbuch für Kinder hilft dabei, die Zusammenhänge zu verstehen. Dabei lenkt es den Blick behutsam auf die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

„Deine Umwelt – Alles hängt zusammen!“ gliedert sich in fünf Kapitel: Wasser, Luft, Boden, Energie und Klima. Im ausführlichen ersten Kapitel lernen wir z. B., dass die Erdoberfläche zwar zu großen Teilen aus Wasser besteht. Davon aber nur ein minimaler Bruchteil Trinkwasser ist. Wir erfahren, wieviel Wasser wir in unserem Alltag verbrauchen und welche Gefahren den Meeren drohen. Bevölkerungswachstum, Fischfang, Erderwärmung, invasive Tierarten, Verschmutzung – das alles gefährdet unsere Ozeane. Und damit uns.

Unserer Umwelt und unsere Rolle in ihr

„Deine Umwelt: Alles hängt zusammen!“ von Jacques Pasquet und Yves Dumont
„Deine Umwelt“

Im Kapitel über Luft geht es um unsere gesamte Atmosphäre. Welche Aufgabe hat Wind? Wie steht es um unsere Luftqualität? Was sind die Folgen von Luftverschmutzung und was können wir dagegen tun? All diese Fragen werden hier beantwortet.

Danach schauen wir uns den Boden genauer an. Seine Zusammensetzung, seine Entstehung, die verschiedenen Arten. Seine Rolle im Ökosystem und wie schlimm manche Stoffe für ihn sind. Wie gründlich der Mensch schon war, fruchtbare Erde zu vergiften.

Das kurze Kapitel Energie widmet sich der Fragen: Warum brauchen wir Energie und woher kommt sie? Abschließend werfen wir einen Blick aufs Klima, unsere Klimazonen, den Treibhauseffekt und den Klimawandel. Insgesamt verschafft uns dieses Buch einen soliden Überblick über unsere Umwelt und die Rolle des Menschen in ihr.

Ein Schritt in Richtung einer besseren Zukunft

So kann ich Karel Mayrand (Président-Directeur général de la Fondation du Grand Montréal) nur zustimmen, wenn er im Vorwort betont:

„Unsere Abhängigkeit von der Natur zu verstehen, unsere Einheit zu begreifen, ist der erste Schritt in Richtung einer besseren Zukunft. Einer Zukunft in einer Welt für uns und alle Arten, mit denen zusammen wir diesen fantastischen Planeten Erde bewohnen.“

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„Käpt’n Waschbär und die Luftpiraten“ von Martin Gries und Günther Jakobs

"Käpt’n Waschbär und die Luftpiraten" von Martin Gries und Günther Jakobs

Das Städtchen Spitzhorn liegt am Fuße eines hohen Berges. Bürgermeister Wombat, Bäckerin Dachs, Kantonin Ameisenbär, Herr Ziege aus dem Papierladen und all die anderen tierischen Bewohner leben ein ruhiges Leben. Es könnte friedlicher nicht sein. Wenn da nicht Käpt’n Waschbärs Luftpiraten wären. Ja, genau. Luftpiraten!

Auf dem Gipfel des Spitzhorn-Berges liegt der geheime Heimathafen der Luftpiraten. Der Heimathafen ist wirklich sehr geheim. So geheim und gut versteckt, dass die Piraten ihn oft selbst nicht finden. Deswegen irren sie dauernd durch kalte Nächte und fangen sich Erkältungen ein. So kann das nicht weiter gehen, entscheidet Käpt’n Waschbär. Eine Lösung muss her.

Tja, und Käpt’n Waschbärs Problemlösungsideen sind von ganz eigener Schönheit und Logik. Genauso überraschend wie seine Ideen an sich, sind auch die Folgen für die Bewohner Spitzhorns. Es beginnt ein Reigen verrücktester Abenteuer. Ein wilder Tanz von Ursache und Wirkung.

Ein meisterhafter Schelmenstreich

"Käpt’n Waschbär und die Luftpiraten" von Martin Gries und Günther Jakobs

„Käpt’n Waschbär und die Luftpiraten“ ist ein wundersamer Spaß – voller bekloppter Ideen und urkomischer Missgeschicke. Martin Gries zündet ein übermütig leuchtendes Feuerwerk voll Schabernack und Unfug. Ein meisterhafter Schelmenstreich.

Günther Jakobs bannt die exzentrisch-drolligen Charaktere aufs Papier. Seine Illustrationen unterstreichen die brillante Abgedrehtheit. Durch sie kommen uns die Figuren nahe, wachsen ans Herz.

Wir lasen dieses mehr als unterhaltsame Kinderbuch in den Herbstferien. Alle zusammen: Chef (7), Vizechef (4), Mama und Papa (ü40). Anstatt – wie meist – die Zeit für Simonekram zu nutzen, während mein Mann den Jungs vorliest, blieb ich dabei. Lauschte. Und grinste.

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Geh weg, du Problem!“ von Rachel Rooney und Zehra Hicks

„Geh weg, du Problem!“ von Rachel Rooney und Zehra Hicks

„Probleme sind Monster.“ Das ist mal klar. „Sie graben dir Gruben… Vermasseln den Spaß… Verfinstern den Himmel, verdunkeln das Gras.“

Dass die meisten Probleme gar nicht so monströs sind, zeigt das grandiose Bilderbuch „Geh weg, du Problem!“. Seine Botschaft: Mit Ruhe, Mut und frischem Blick lösen sich viele Probleme einfach auf. Ok, manchen muss man sich zuwenden. Manche muss man lösen. Doch bei vielen hilft: „Nicht füttern! Nicht streicheln! Sei klug, halt Dich fern.“ Nach einem Schläfchen verschwinden sie gern. Auch drüber reden hilft furchtbar gut. Und mit anderen zusammen, wächst dann der Mut. ?

Hier ist alles bunt: Monster, Räume, Kinder

„Geh weg, du Problem!“ von Rachel Rooney und Zehra Hicks

Die mutmachenden Verse von Rachel Rooney reimen sich durch Zehra Hicks‘ bunte Illustrationen. Und hier ist alles bunt: Monster, Räume, Kinder. „Geh weg, du Problem!“ ist ein Paradebeispiel für unbeschwerte Diversität in Kinderbüchern. Denn Probleme hat jede*r. Egal welche Hautfarbe er oder sie hat. Das Kind im Rollstuhl hat welche, genauso wie die Kids mit dem Ball.

Ich bin ganz hin und weg. Die Kinder hier sind Kinder – nicht Jungs oder Mädchen. Farben und Formen gehören jedem.

Ok, die Mama ist von der Vielfalt und der Diversität begeistert. Chef (7) und Vizechef (fast 4) fällt nichts Besonderes auf. Und auch das begeistert die Mama. ?

Geh weg, du Problem! Ich bin nicht allein!!!

Ganz wichtig finde ich die Botschaften des Buches. Bleib ruhig. Schau Dir die Sache mal aus einem anderen Blickwinkel an. Hab Verständnis für die Probleme von anderen. Auch, wenn Du darin gar kein Problem sehen solltest. Und besonders: Rede über Probleme. Du bist nicht allein!

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Nina Müller: „Der verhexte Blubberblitz-Besuch“ (Kuschelflosse 6)

Nina Müller: Kuschelflosse 6 "Der verhexte Blubberblitz-Besuch"
Kuschelflosse 6

Eigentlich möchten Kuschelflosse, Sebi und Herr Kofferfisch doch nur Emmis blubberleckere Mango-Limo genießen. Doch dann kracht ein blubbernder Blitz in Emmis Zuckerwattebaum. Aus dem ein merkwürdiges gelbes Etwas purzelt. Mit Augen!

Seebrillchen Sebi weiß sofort Bescheid: Das ist eine Wasserhexe! Mit ihrem Zauberkugelfisch. Wasserhexen leben eigentlich im Wasserhexenwald. Dort bleiben sie für sich. Weil sie denken, dass Fische gefährlich sind. Was macht diese nervöse Hexe also hier in Fischhausen?

Nachdem Missverständnisse und Verzauberungen aus dem Weg geräumt sind, finden die vier Freunde das schnell heraus. Schließen Freundschaft mit Wasserhexe Pupsiblubber-Gänseblümia-Blubberblitz. Und helfen ihr beim Kampf gegen den böse-verwirrten Wasserhexenwaldmeister.

„Der ist so verliebt in sich selbst, dass er gar nicht mehr richtig denken kann. Er will der einzige Bestimmer sein. Wenn jemand anders denkt als er, findet er den doof…“ Er verhexte seine Spinne, die ihm nun Lügennetze spinnt. Und „mit jedem Lügennetz mehr weiß er weniger, was stimmt.“

Verzauberungen und Pups-Action

Nina Müller: Kuschelflosse 6 "Der verhexte Blubberblitz-Besuch"
Kuschelflosse 6

Oha! Da musste die Mama beim Vorlesen arg schmunzeln. Der sechste Kuschelflosse-Band ist ja mal brandaktuell. Die Parallelen zu aktuellem Zeitgeschehen einfach zu greifbar. Der überforderte Waldhexenmeister eine großartige Karikatur bestimmter politischer Persönlichkeiten.

Den Kindern ist’s schnurz. Die schmunzeln – wie üblich – über Herrn Kofferfischs Grummeligkeit und Pups-Action. Über die Verzauberungen der tollpatschigen Hexe und Herrn Kofferfischs fabulösen Plan B.

„Der verhexte Blubberblitz-Besuch“ ist wieder ein quirlig-bunter Unterwasserspaß. Genauso fantastisch und unterhaltsam wie seine Vorgänger. Genauso besonders. „Kuschelflosse“ sticht durch ausgefallene Ideen, liebenswerte Protagonisten, harmlosen Blödelquatsch und flauschig eingebaute Problemthemen aus der Masse an Kinderbüchern hervor.

Immer gibt es eine Moral. Eine Botschaft. Die den Kindern aber nicht um die Ohren gehauen wird. Genauso wenig wird sie in Stein gemeißelt. Die Blubberblitz-Botschaft lautet:

  • „Glaub nicht alles, was man erzählt.“
  • „Denk selber nach.“
  • „Mach Deine eigenen Erfahrungen.“
  • „Beurteile jemanden nicht nur nach seinen Fehlern.“

Der beste Kuschelflosse überhaupt

Dem Chef (7) gefiel der neue Kuschelflosse ganz, ganz großartig. Es wäre der beste Band von allen. Mal wieder. Denn das sagt er tatsächlich nach jedem Band. Im Brustton der Überzeugung. ?

Besonders mochte er, – ACHTUNG SPOILER – dass der Waldhexenmeister am Ende nicht mehr irre und böse ist. Wie er auf die Freundlichkeit der Kuschelbande reagiert. Das hat dem Chef schwer imponiert.

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„Komm mit, Moritz“ von Dieter Wiesmüller

„Komm mit, Moritz“ von Dieter Wiesmüller

„Die besten Seeräubergeschichten“ ist verschwunden. Das Buch mit dem roten Umschlag. Das Lieblingsbuch von Moritz! Doch bevor Moritz lange Trübsal blasen kann, reißt ihn eine Stimme aus seinen Gedanken: „Ahoi, Moritz!“ Und ehe er sich versieht, klettert er an einer Strickleiter hinauf. Hinauf an Bord des Luftschiffes der schwarzhaarigen Lissi.

Lissi jagd mit ihrer tierischen Mannschaft einen Schatz, der ihnen vom berüchtigten Seeräuber Grimmbart gestohlen wurde. Mit List luchsen die Kinder den grausigen Piraten den Schatz wieder ab. Ganz nach Piratenart geht auch Moritz nicht leer aus. Denn auch er bekommt seinen Anteil. Seinen ganz persönlichen Schatz.

Atemberaubenden Illustrationen

„Komm mit, Moritz“ von Dieter Wiesmüller
„Komm mit, Moritz“

Wie nur, ja wie konnte dieses Kinderbuch bisher unbemerkt an mir vorbeigehen? Zwar duftet diese wundervolle Ausgabe des Atlantis Verlags druckfrisch, doch erblickte „Komm mit, Moritz“ schon 1988 das Licht der Welt. Sein Schöpfer Dieter Wiesmüller erhielt schon 1990 den 1. Preis des Troisdorfer Bilderbuchpreises für seine außergewöhnliche Bildergeschichte. Und ich? Ich entdeckte sie erst dieses Jahr als ich in der Herbstvorschau des Verlages blätterte.

Ein klarer Fall von „Besser spät als nie“. So kommen zumindest meine Kinder schon im passenden Alter in den Genuss dieses modernen Klassikers. Wobei…ich weiß gar nicht, ob meine Jungs die atemberaubenden Illustrationen des Hamburgers zu schätzen wissen.

Denn die großformatigen Buntstiftgemälde dieses Kinderbuches sind ganz hohe Zeichenkunst. Teilweise wirken Landschaften und Städte fast fotorealistisch. Dagegen ragen die Piraten als überzeichnete Graphic Novel-Charaktere hervor. Allein wie Wiesmüller Licht und Schatten inszeniert, imponiert mir Kunstdilettantin enorm. In den atmosphärischen Traumlandschaften könnte ich Nächte lang wandeln.

Ganz besondere Schätze

Gut, Chef (7) und Vize (fast 4) finden die Bilder mit eigenen Worten „schön“. ? Allerdings würde ich schon behaupten, dass sie die Zeichnungen fasziniert betrachteten. Durch sie tief in das Geschehen abtauchten. Wegen ihnen so sehr mit fieberten. Und das taten sie.

Welch Abenteuer! Mitten in der Nacht auf einem Luftschiff durch Sturm und Wald und übers Meer zu reisen. Zu einer gefährlichen Piratenhorde. Um ihnen einen Schatz zu stehlen. Wie aufregend. Wie verwegen!

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Anne Scheller: „Becky und der geheimnisvolle Bonbonkocher“

Anne Scheller: Becky und der geheimnisvolle Bonbonkocher

Eigentlich ist die zwölfjährige Lotta ja die Mutige. Doch Lotta liegt mit fiesem Husten im Bett. Und irgendwie gelang es ihr, Becky zu überreden die Mutprobe für sie zu machen. Denn Beckys Zwillingsschwester Lotta ist die Anführerin der „Wilden Fünf“. Und als Anführerin, darf sie sich vor den anderen Mädchen doch nicht blamieren.

So findet sich Becky nun also in der alten, verlassenen und heruntergekommenen Bonbonfabrik wieder. Aber anstatt Ratten und Moder entdeckt sie die absolut geheime Bonbonküche von Doktor Mellis. Vor langer, langer Zeit waren seine Bonbons in aller Munde. Doch seit vielen Jahrzehnten stellt er seine süßen Wunderwerke nur noch im Verborgenen her. Und Wunderwerke sind es wirklich, denn einige seiner Kreationen haben magische Kräfte.

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Wusel-Yeshi macht was ihr gefällt. Im Yeshi-Style.

Gabriela Kasperski: Einfach Yeshi
Gabriela Kasperski: Einfach Yeshi

Die neunjährige Yeshi lebt mit ihrer Herzmama und ihrem Herzpapa glücklich auf dem Land. Bis ihre Eltern sich trennen und Yeshi mit ihrer Mama in die Stadt zieht. Und dort haben Yeshis Flatterherz und ihr Grummelbauch ganz schön viel zu flattern und zu grummeln. Denn in der neuen Schule macht Oberzicke Doro ihr das Leben schwer, versteckt sogar ihre geliebten pfefferminzgrünen Turnschuhe. Überhaupt: Yeshi vermisst ihr Baumhaus und ihre Sockenpferde; komplizierte Wörter und Zahlen vermiesen Ihr die Laune; und warum nur trifft Mama dauernd diesen doofen Gian?

Und als ob das alles nicht schon genug wäre, stolpert Yeshi in einen abenteuerlichen Tag voller Verwirrungen und Irrungen. Dabei wollte sie doch eigentlich nur der „dunkelhäutigen Frau mit dem Kopftuch und dem runden Bauch“ und ihrem kleinen Kind helfen. Yeshi liebt kleine Kinder. Nur ganz kurz wollte sie mit dem kleinen Jungen nach Hause. Aber wir wissen ja alle, wie das so ist mit der Zeit…

Yeshi scheint uns vom Cover ihres Buches aus entgegen zu laufen. Ein leichtes Lächeln auf den Lippen und mit fliegenden Zöpfen. Wild plaudert sie los, platzt in unser Leben. Überrumpelt uns mit ihrer liebenswerten Offenheit, Ihrer überraschenden Spontanität und ihrem sprudelnden Übermut. Ich schloss das quirlige Mädchen sofort in mein Herz. Wie eine moderne Pippi Langstrumpf tanzt die Neunjährige durchs Leben. Stark und schnell und sehr, sehr kindlich. Ihre Aufmerksamkeit wandert von hier nach da und wieder dorthin. Wusel-Yeshi macht was ihr gefällt. Im Yeshi-Style.

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Alex Rühle: „Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst“

Alex Rühle: Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst
Alex Rühle: Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst

Sonntags auf der Frankfurter Buchmesse – Menschenmassen schieben sich durch die Gänge, es ist der fünfte Tag für mich, die Füße tun mir weh, ich bin übervoll mit wunderbaren Eindrücken, aber auch sehr erschöpft. Und ich will langsam nur noch nach Hause zu meinen Jungs. Meine Geheimwaffe gegen miese Laune und Messeendstress? Ich setze mich ins Lesezelt auf der Agora und höre Kinderbuchautoren zu. Das bereitet mir immer gute Laune. Egal wer liest. Beim letzten Mal hatte ich aber das Glück, Alex Rühle erleben zu dürfen, wie er aus seinem Kinderbuchdebüt las: „Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst“. Alex und Zippel überzeugten mich sofort!

Von wegen Schloss wie Burg

Als Paul nach seinem ersten Schultag nach den Sommerferien nach Hause kommt, entdeckt er etwas Erstaunliches. Im fast schon antiken Türschloss der Altbauwohnung, in der er mit seinen Eltern lebt, spukt doch tatsächlich – ja – ein SCHLOSSgespenst. Denn: Von wegen Schloss wie Burg! Richtige Gespenster wohnen in Türschlössern. Und das weiß Zippel ganz genau. Schließlich ist er ein wirklich wahres Schlossgespenst.

Ansonsten weiß Zippel nicht viel. Das kleine Gespenst reimt gerne Quatschgedichte, hat Angst vor Awachsanan, findet den menschlichen Verdauungsapparat ziemlich witzig und macht überhaupt gerne Unsinn. Schnell werden Paul und Zippel die besten Freunde und es beginnt eine wuselig-aufregende Zeit. Doch als die doofen Awachsanan das alte Türschloss austauschen wollen, müssen sich die beiden etwas einfallen lassen. Denn wo soll Zippel denn dann wohnen?

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