„Miroloi“ von Karen Köhler

"Miroloi" von Karen Köhler
„Miroloi“

Sie war ein Findelkind. Wurde vom Betvater gefunden. Gewickelt in die Zeitung des letzten Jahres. Ihre Mutter? Unbekannt. Von hier – von der schönen Insel – konnte sie nicht sein. Dennoch: Der Betvater nahm sie auf. Zog sie groß. Das Dorf duldet sie. Nennt sie Eselshure. Verachtet sie. Quält sie. Sie denkt einfach. Simpel. Sie singt beim Singen. Kocht beim Kochen.

Bis ihr Ziehvater ihr das Lesen beibringt. Bis ihre Mentorin und einzige Vertraute ihr Weltbild auf den Kopf stellt. Bis eine Dorffrau ihre Freundin wird. Und sie ihre Sexualität entdeckt. Vielleicht gar so etwas wie Liebe. Bis sie einen Namen erhält.

Ihre Gedanken verselbstständigen sich. Sie kocht nicht mehr beim Kochen. Gießt nicht mehr beim Gießen. Erst ist da ein Funken, dann eine Flamme. Lodernd.

Kein Zurück mehr

Zu Karen Köhlers Romandebüt gibt es die unterschiedlichsten Meinungen. Von erleuchteter Begeisterung über indifferente Unentschlossenheit bis hin zu absolutem Unverständnis oder geringschätzender Besserwisserei. Ich war mir lange unschlüssig, wo ich mich in diesem Reigen einsortieren sollte. Schließlich benötigte ich fast sieben Monate, um „Miroloi“ zu lesen.

Die erste Hälfte zog sich dahin. Seitenweise Wörter, Aufzählungen, eine sich langsam entwickelnde Sprachraffinesse – die literarischen Experimente faszinierten, aber ermüdeten mich auch. In der zweiten Hälfte nimmt die Erzählung dann Fahrt auf. Das Mädchen erwacht in vielerlei Hinsicht. Für sie gibt es kein Zurück mehr in die Zeit vor der Erkenntnis, dem Feuer, dem Wissen. Und für mich gab es auch kein Zurück mehr.

Funken fliegen

"Miroloi" von Karen Köhler
„Miroloi“

Die Memoiren des namenlosen Mädchens erschienen mir glaubwürdig. Erschreckend, grausam und absolut realistisch. Menschliche Gemeinschaft funktioniert so. Leider. Immer noch und immer wieder. Wir suchen Sündenböcke. Außenseiter und Fremde bieten sich an.

Den feministischen Aspekt sah ich dabei weniger deutlich als viele andere Leser*innen. Ja, die Frauen werden besonders unterdrückt. Dürfen per se nicht Lesen. Haben es besonders schwer. Doch Arme, Schwache, Schwule oder Querdenker haben in der Welt der schönen Insel genauso wenig Rechte. Genauso wenig eine Daseinsberechtigung.

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Sebastian Guhr: „Die langen Arme“

Bei der letzten Frankfurter Buchmesse saß ich im Frankfurt Pavilion als Sebastian Guhr für seinen Roman „Die langen Arme“ den Blogbuster-Preis 2018 erhielt. Die Story klang interessant. Doch noch mehr weckte das Ungesagte meine Neugier. Dieses Schmunzeln um die Lippen von Autor und Blogbuster-Verantwortlichen. Dieses Schmunzeln hätte mich vorbereiten können. Dennoch stürzte ich kopfüber in den Kaninchenbau als ich Erzählerin Antje in ihre pataphysikalische Welt folgte.

Antje Gruentner lebt mit ihrer jüngeren Schwester Yvette und ihrem Vater am Stadtrand der DDR-Kleinstadt Gangolfsömmern. Zusammen mit der hochbegabten Synästhetikerin Yvette erfindet sie bizzare Pseudomaschinen. So produziert ihre Fleischblume (ein Apparat aus einem Leuchtglobus, einem Akkordeon, Schläuchen und … Katzenköpfen) Düfte in absoluter Reinheit.

Yvette geht in der Ausbildung ihres synästhetischen Talents auf. Die Erforschung des Swing nimmt sie komplett ein. Diese mächtige Geruchsmelodie soll die Körperzellen des Riechenden zum Schwingen bringen und so eine grundlegende Veränderung herbeiführen können.

Antje dagegen interessiert sich für Kommunikation. Für die Verbindungswege zwischen den Menschen – verbal, sensorisch, oberflächlich, unterirdisch. Ja, unterirdisch. Denn Antje entdeckt schlafwandelnd ein Tunnelsystem, das die Gebäude der Stadt wie ein Nervensystem durchzieht. Die Einzelgängerin kartografiert die Stadt, Ihre Bewohner, ihre Geheimnisse. Sortiert die Bürger in Oberflächliche und Untergründige. Verliert sich in ihrem psychologischen Forschungswahn.

Was für ein krasser Scheiß!

Sebastian Guhr: "Die langen Arme"
Sebastian Guhr: „Die langen Arme“

Man, oh man, oh man! Sebastian Guhr schickt den Leser in „Die langen Arme“ auf einen abstrus-abgefahrenen, kafkaesken Tripp! Was für ein krasser Scheiß! Und das meine ich als Kompliment. Ich habe lange nichts mehr derart anarchisch Abgedrehtes gelesen.

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Kiri Johansson: „Islandsommer“

Kiri Johansson: "Islandsommer"
Kiri Johansson:
„Islandsommer“

Als sich Snob Ferdinand von Merit trennt, hält sie nichts mehr in Berlin. Die junge Künstlerin ergreift die Chance und übernimmt kurzerhand einen Job als Katzenhüterin. In Island. In Reykjavík angekommen, merkt die sympathische Chaotin schnell, dass zwei Streuner mit ihr unter einem Dach leben: Kater Köttur und der wortkarge Kristján.

Die atemberaubende isländische Landschaft, die herzlichen und aufgeschlossenen Menschen, die hellen Sommernächte – im hohen Norden findet Merit viel mehr als Ruhe von ihrem herablassenden Ex. Was als überstürzte Flucht beginnt, endet im Ankommen – bei sich, bei einer Liebe, in einem Zuhause.

Natürlich ist der Weg dorthin steinig und voller Schlaglöcher. Natürlich tragen Merit und Kristján dunkle Dämonen mit sich herum. Und natürlich haben beide Angst sich aufeinander einzulassen.

Fernweh nach der eisigen Vulkaninsel

„Islandsommer“ ist ein stimmungsvoller Liebesroman, der ins märchenhafte Island entführt. Merits Ausflüge, die greifbaren Beschreibungen ihrer Bilder, die atmosphärischen Schilderungen der Landschaft – das alles weckt eine ungeheure Neugier, eine schwingende Sehnsucht auf dieses Feenland. Wie gerne würde ich nun in heißen Thermalquellen baden, über Lavafelder wandern und Polarlichter bestaunen.

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Daniela Krien: „Muldental“

Daniela Krien: „Muldental“
Daniela Krien: „Muldental“

Marie, Anne, Maren und Bettina, Juliane, Otto, Gunnar, Ludwig, Paul und Eva, Nina, der namenlose Zigarettensammler und Thomas – sie alle verbindet ihre Herkunft. Ihre Heimat im sächsischen Muldental. Ihre Wurzeln liegen allesamt in einem nicht mehr existierendem Land. Dem einen gelingt es besser, sich im neuen Leben nach der Wende zurechtzufinden, den meisten schlechter.

Dabei erzählen die elf Geschichten von Schicksalen. Die Wende war vielleicht Auslöser. Oder nur Geschehen auf dem Weg zum Jetzt. Es geht um Vorurteile, um Missverständnisse, Unterdrückung, Pech, Armut, Verzweiflung, Entscheidungen, Hoffnung, um Liebe und Freiheit.

Es sind erschütternde Einzelschicksale. Geschichten über selbstverursachte Zwangslagen und fremdverschuldete Nöte. Von Menschen, die anpacken und Chancen ergreifen. Dafür belohnt werden – oder auch nicht. Und von Menschen, die den Sinn verloren, die vielleicht nie einen hatten.

Fast schon voyeuristisch

Jede einzelne der locker verwobenen Geschichten berührte mich tief. Daniela Krien schaffte es, mich zu erschüttern und mich zum Schmunzeln zu bringen. Sie trieb mir Tränen in die Augen und gab mir Hoffnung. Ihre kraftvoll, klirrend präzise Sprache vermittelt die Gefühlslage ihrer Protagonisten atemberaubend greifbar. Fast intim.

Das fühlt sich fast schon voyeuristisch an. Ein Blick durch den Vorhang auf persönlichste Geheimnisse der lange nachhallt. Zumindest mich werden die Muldentaler noch eine Weile begleiten.

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Verena Güntner: „Power“

Verena Güntner: „Power“
Verena Güntner: „Power“

Power ist weg! Die Hitschke weiß nicht mehr weiter. Was soll sie bloß ohne ihren über alles geliebten Hund machen? Kerze muss helfen. Und Kerze hilft!

Kerze hilft, „weil sie Kerze ist. Ein Licht in der rabenschwarzen Welt.“ Sie gab sich den Namen selbst. Kerze mag keine Gefühlsduseligkeit. Keine Heuchlerei, keine Ablenkung. Kerze hat keine Angst. Kerze erledigt Aufträge.

Jeder kämpft seinen Kampf

So erledigt sie auch diesen Auftrag. Sie wird Power finden. Sieben Wochen wird sie ihn suchen. Die Kinder des Dorfes bei der Suche vereinen. Die Erwachsenen ausgrenzen. Dabei werden sie und die Kinder verwildern. Werden zum Rudel. Werden Meute.

Doch auch die Erwachsenen versuchen sich zu vereinen. Für den Kampf um ihre Kinder. Für den Kampf gegen die Auslöserin Hitschke. Und die, die kämpft ihren ganz eigenen Kampf.

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Jasmin Schreiber: „Marianengraben“

Jasmin Schreiber: "Marianengraben"
„Marianengraben“

Als Paulas Herz brach schlug es einhundertsechsundfünfzig Mal in der Minute. Paula weiß das, weil sie ihre Pulsuhr trug als ihre Mutter anrief. Als ihre Mutter anrief, um ihr zu sagen, dass ihr kleiner Bruder tot sei. Paula stürzt ins Bodenlose. Dorthin, „wo es kein Licht mehr gibt, keine Farben und kaum noch Sauerstoff“. In den Marianengraben ihrer Seele. Die Psychiaterin attestiert ihr pathologische Traurigkeit. Verschreibt Medikamente und Therapie.

Auch wenn die junge Frau die Therapie nur so mittel findet – der Therapeut inspiriert sie zu einem nächtlichen Friedhofbesuch. Bei dem sie Helmut trifft. Der just dabei ist Helga auszugraben. Nun…ihre Urne. Eins führt zum anderen… Und plötzlich sitzt Paula neben dem kauzigen 83-Jährigen, Schäferhündin Judy und Urnen-Helga in Helmuts Wohnmobil. Auf dem Weg in die Berge, um ein Versprechen zu erfüllen.

Auch mein Herz brach ein wenig

Wow! Einfach wow! Mein Herz schlug zwar nicht einhundertsechsundfünfzig Mal in der Minute als es passierte. Doch auch mein Herz brach ein wenig, als ich Paula begleitete. Jasmin Schreibers Debüt riss bei mir Dämme, aus denen Tränenströme rauschten. Trat Türen ein, hinter denen lebensfrohes Lachen polterte.

Marianengraben“ brachte mich zum Weinen und Lachen, zum Schmunzeln und Kopfschütteln. Und ließ mich nach den letzten Seiten als zerstörtes, glücklich schniefendes Häuflein auf dem Sofa zurück. Die letzten Kapitel heulte ich durchgehend. Und wer mich kennt weiß, dass das die Adelung meiner Lektüre ist.

Ins Leben

Jasmin Schreiber: "Marianengraben"
„Marianengraben“

Ein Buch, dass mich derart berührt, hat alles richtig gemacht! Protagonistin Paula berichtet ihrem kleinen Bruder, wie es ihr geht. Oder eben nicht geht. Weshalb sie sich wie ein leeres Menschenkostüm fühlt, seitdem er fort ist. Sie erzählt ihm davon, dass sie sich schuldig fühlt. Dass sie ihn vermisst. Von all den kleinen Erinnerungen, die immer wieder aufploppen. Von ihrer unendlichen Trauer. Und von Helmut. Seinen Marotten. Seinen Verlusten. Seinem (großen) Herzen. Von ihrer Reise in die Berge. Ihrem Weg nach oben. Nach oben an die Oberfläche. Ins Leben.

Extrem persönlich und unglaublich echt

Schreiber schickt da ein ganz besonderes Paar auf die Straße. Zwei Überlebende. Kaputt, drüber, voller Spleens, auf unterschiedliche Weisen am Ende. Der Ton: Extrem persönlich und unglaublich echt. Aus dem Leben. Ganz nah dran. Die Dialoge knackig. Ein Wechselspiel von tottraurig und zum Schreien witzig.

„Marianengraben“ ist ein Buch über unendliche Liebe und bodenlose Trauer. Ein Appell fürs Durchhalten. Denn am Ende ist es doch so, wenn man liebt: „Dann geht das schon!“

Jasmin Schreiber: "Marianengraben"
Jasmin Schreibers „Marianengraben“ im Aquarium des Kölner Zoos.

Ich danke dem Eichborn Verlag für mein kostenloses Rezensionsexemplar.

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Christoph Straßer: „Paria oder von der Kunst, nicht lieben zu müssen“

Christoph Straßer: "Paria oder von der Kunst, nicht lieben zu müssen"
Christoph Straßer: „Paria oder von der Kunst, nicht lieben zu müssen“

Fast neun Jahre ist es her, dass ich über Christoph Straßer stolperte. Nun, nicht über ihn direkt, sondern über sein Buch „Warum. Frankenfish?“. Ein erfrischend bissiger und urkomischer Kurzroman über den Alltagswahnsinn eines Videothekenangestellten. Nun durfte ich Straßers neuesten Roman „Paria oder von der Kunst, nicht lieben zu müssen“ lesen. Und den Ton erkannte ich sofort wieder.

Altklug, überheblich, unverfroren und von sich selbst überzeugt tändelt unser Protagonist von One-Night-Stand zu One-Night-Stand. Er begehrt die Frauen. Trägt sie auf Händen. Sieht sie. Liebt sie. Im besten Sinne. Ehrlich. Doch einmal erobert, einmal genossen, verfliegt der Reiz. Es bleibt Gleichgültigkeit. Ein zweites Date? Eine Beziehung? Nein danke! Dabei bleibt er immer aufmerksam. Immer höflich. Immer überlegen.

Armer Gigolo!

So schwankt der dissoziale Großstadtcasanova von Bett zu Bett; von Rausch zu Rausch; von reinster Lust zu maximalem Desinteresse. Doch: Armer Gigolo! Seine wohlverputzte Fassade bekommt Risse. Nach und nach verliert er die Kontrolle. Sucht einen Sinn. Sucht Tiefe. Und kann dabei eigentlich nur scheitern.

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Die Wannenbücher der Edition Wannenbuch

Zwei der Wannenbücher der Edition Wannenbuch
Zwei der Wannenbücher der Edition Wannenbuch

Schon als mir die liebe Leipziger Mama Anne vor fast einem Jahr ein Wannenbuch unter die Nase hielt, war ich begeistert.

Ich lese nämlich leidenschaftlich gerne in der Badewanne. Vergesse dabei die Zeit, schrumpel vor mich hin und schaffe es erst mich aufzuraffen, wenn das Wasser eisekalt ist. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das bisher jedes Buch unfallfrei überstanden hat. Hier ein Wasserfleck, da ein ertrunkenes Lesezeichen und selten auch mal ein aus der Hand gerutschtes, triefnasses Taschenbuch. Mein bibliophiles Herz weint dann immer sehr. Dennoch: Ich bin da ziemlich lernresistent.

Deswegen feiere ich die Bücher der Edition Wannenbuch ganz, ganz hart. Und laut! Und mit viel Liebe!!! Denn die sind für Wannennixen wie mich gemacht. Wasser ist ihre natürliche Umgebung. Das Habitat, in dem sie sich wohlfühlen. Wer sie artgerecht halten will, der MUSS baden!

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Maike Voß: „So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt“

Maike Voß: "So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt"
Maike Voß: „So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt“

Oha! Maike Voß erwischte mich mit ihrem Debütroman „So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt“ eiskalt. Weckte Gedanken und Gefühle, die zu einem anderen Leben, einem anderen Menschen gehörten. Einer anderen Simone. In einer anderen Zeit.

Seit 18 Monaten ergänzen sich Leon und Viola. Die 20-Jährigen hören zusammen Musik und gehen auf Konzerte. Geben sich Halt. Erhellen die Dunkelheit des anderen. Als beste Freunde. Doch keiner von beiden öffnet sich ganz. Ihre tiefen Wunden, die finstersten Schluchten behalten sie für sich. Genauso wie ihre Vergangenheit, ihren jeweiligen Freundeskreis, ihre Familien. Sie sind Planeten, die sich nur um sich selbst drehen. Mehr brauchen sie nicht. Oder doch? Ja, doch!

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„Willow in Deutschland“ – Überirdische Satire mit Herz (Hörbuch)

Hörbuch "Willow in Deutschland"
Hörbuch: „Willow in Deutschland“

Bald ist es soweit. Bald schon schaffen wir den Sprung zur Intelligenz. Zumindest haben wir die Aufmerksamkeit hochentwickelter Wesen aus dem All geweckt. Seit Kurzem sind wir gerade interessant genug, dass sie uns einen Abgesandten senden. Einen entschlossenen, beharrlichen und mutigen Pionier, der uns und unsere Eigenarten erforschen soll: Willow!

Aber wir machen es dem tapferen Außerterrestrischen nicht leicht. Denn zu seltsam sind viele unserer Eigenheiten, Körperfunktionen und Gewohnheiten. Verrückt geradezu unser Individualismus. Doch Willow steht tapfer sein Jahr in Deutschland durch. Berichtet in seinem Tagebuch detailliert von unseren putzigen Stärken und lustigen Schwächen.

Stricht ins Wespennest bornierter Hippster-Muffeligkeit

Das Hörbuch "Willow in Deutschland" gelesen von Christian Ulmen
Hörbuch „Willow in Deutschland“

Stefan Rensch sticht mit seinen Beobachtungen ins Wespennest kleinbürgerlicher Spießigkeit, krampfmoderner Marketingmentalität, krass-normaler Randkulturen und borniert-sarkastischer Hippster-Muffeligkeit. Da kann man sich schonmal ertappt fühlen. Das kann dann schon ein wenig weh tun. Aber es ist vor allem eins: Urkomisch!

Vorleser Christian Ulmen: Sooo eine Idealbesetzung! Was hatte ich einen Spaß. Das Allroundtalent schafft es den hochintelligenten (arroganten), hochmotivierten (begriffsstutzigen), neugierigen (naiven) Außeririschen tatsächlich liebenswert und charmant wirken zu lassen. Pointiert, sensibel betont, herrlich nahbar. Er verleiht der bissigen Satire Herz und Seele; schleift Kanten und rundet Spitzen.

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