„Voll super, Helden – Einer muss den Job ja machen“ (Hörbuch)

Rüdiger Bertram: "Voll super, Helden – Einer muss den Job ja machen" (Hörbuch)
Rüdiger Bertram: „Voll super, Helden – Einer muss den Job ja machen“ (Hörbuch)

Als sich Julian (Juli) und Jenny begegnen wissen nicht, dass sie verwandt sind. Wie auch? Ihre Väter gehen sich aus dem Weg. Und als die beiden Kinder sich kennenlernen, zicken sie sich dermaßen an, dass sie es ihren Vätern am liebsten nachmachen würden. Doch sie sollen die Ferien zusammen im Hotel ihres Onkels (dem dritten Bruder im Bunde) verbringen.

Juli und Jennys Väter sind also Brüder. Beide Kinder mögen Comics. Und Schokolade. Aber das ist auch schon alles was sie verbindet. Bis Juli herausfindet, dass es sich bei dem Hotel nicht um irgendein Hotel handelt. Die Gäste, die sich lethargisch auf den Sonnenliegen wälzen und mit Cocktails versorgen lassen, kommen dem Jungen seltsam bekannt vor. Es sind die Helden seiner Comics!

All die tapferen Superhelden, die ständig die Welt retten, sind absolut ausgebrannt. So ausgebrannt, dass Juli und Jenny dann wohl diesmal den Helden-Job erledigen müssen. Denn ein hinterhältiger Oberbösewicht sorgt für dramatischen Schokoladennotstand.

Voll aufregend. Voll super!

Von Anfang an war mein Erstklässler fasziniert. Erst davon, dass Juli und Jenny ohne ihre Eltern Bahn fahren dürfen. Dann vom geheimnisvollen Aufzug. Und schließlich natürlich vom Abenteuer, dem Raketenrucksack und dem Bösewicht. Voll aufregend. Voll super!

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„Willow in Deutschland“ – Überirdische Satire mit Herz (Hörbuch)

Hörbuch "Willow in Deutschland"
Hörbuch: „Willow in Deutschland“

Bald ist es soweit. Bald schon schaffen wir den Sprung zur Intelligenz. Zumindest haben wir die Aufmerksamkeit hochentwickelter Wesen aus dem All geweckt. Seit Kurzem sind wir gerade interessant genug, dass sie uns einen Abgesandten senden. Einen entschlossenen, beharrlichen und mutigen Pionier, der uns und unsere Eigenarten erforschen soll: Willow!

Aber wir machen es dem tapferen Außerterrestrischen nicht leicht. Denn zu seltsam sind viele unserer Eigenheiten, Körperfunktionen und Gewohnheiten. Verrückt geradezu unser Individualismus. Doch Willow steht tapfer sein Jahr in Deutschland durch. Berichtet in seinem Tagebuch detailliert von unseren putzigen Stärken und lustigen Schwächen.

Stricht ins Wespennest bornierter Hippster-Muffeligkeit

Das Hörbuch "Willow in Deutschland" gelesen von Christian Ulmen
Hörbuch „Willow in Deutschland“

Stefan Rensch sticht mit seinen Beobachtungen ins Wespennest kleinbürgerlicher Spießigkeit, krampfmoderner Marketingmentalität, krass-normaler Randkulturen und borniert-sarkastischer Hippster-Muffeligkeit. Da kann man sich schonmal ertappt fühlen. Das kann dann schon ein wenig weh tun. Aber es ist vor allem eins: Urkomisch!

Vorleser Christian Ulmen: Sooo eine Idealbesetzung! Was hatte ich einen Spaß. Das Allroundtalent schafft es den hochintelligenten (arroganten), hochmotivierten (begriffsstutzigen), neugierigen (naiven) Außeririschen tatsächlich liebenswert und charmant wirken zu lassen. Pointiert, sensibel betont, herrlich nahbar. Er verleiht der bissigen Satire Herz und Seele; schleift Kanten und rundet Spitzen.

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Günther Jakobs‘ anarchischer Cartoon-Spaß: „Katz und Maus wollen hier raus“

Günther Jakobs: "Katz und Maus wollen hier raus - Nun mach das Buch schon auf!"
Günther Jakobs: „Katz und Maus wollen hier raus – Nun mach das Buch schon auf!“

„Huch, wo bin ich hier?“ fragt die kleine Katze und fordert uns auf: „Fühl mal!“. Also fühlen wir. Ja, das fühlt sich glatt an! Dann schnuppern wir. Es riecht nach Papier. Oh ja! Die Katze findet mit uns heraus, dass sie in einem Buch steckt.

Schön und gut, aber auf Dauer doch nicht so ganz das, was sie will. Sie will da raus! Darum geht sie mit uns auf die Suche nach einem Ausweg. Wir drehen das Buch für sie und schütteln es; verfolgen das Kätzchen dabei, wie es versucht hinauszulaufen – alles ohne Erfolg. Deshalb streicheln wir die Katze, während sie sich ausruht und zwicken sie, damit sie aufwacht. Nichts hilft. Wir greifen zu drastischeren Maßnahmen. Doch erst als die Katze sich einen Freund malt, gelingt den beiden zusammen, was uns vorher nicht gelang.

Aufforderung zum Tabubruch

Uiuiui, was ein anarchisch-witziger Spaß. Mit dem Cartoon „Katz und Maus wollen hier raus“ sprengt Illustrator Günther Jakobs den Rahmen üblicher Bücher und verhilft damit nicht nur seinen tierischen Buchbewohnern zum Ausbruch. Das kleine Büchlein rüttelt an festgefahrenen Regeln und lehrt, wie schön es ist auch mal die Regeln zu brechen.

Nicht nur, dass uns der Protagonist persönlich anspricht und uns zum Mitmachen animiert, er fordert uns auch zum absoluten Tabu auf. Zum größten Verbrechen eines Buchliebhabers: Wir sollen eine Seite zerreißen. In echt! Boah, was hat mein Fünfjähriger schockiert geschaut als ihn die Katze dazu aufforderte ausnahmsweise eine Seite durchzureißen. Auch Ermutigungen meinerseits führten nur zu entsetztem Kopfschütteln. Den zweijährigen Revoluzzer musste ich dagegen nicht zweimal bitten. Mit großer Freude riss er mit mir zusammen ein ordentliches Stück Papier aus dem Buch. Yeah! Jetzt haben wir ein Unikat! :-D

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Zeitfressendes Altpapier

G. C. Roth: "Bestatten, mein Name ist Tod!"G. C. Roth: „Bestatten, mein Name ist Tod!“

Die beiden hochbetagten Bestatter außer Dienst – Olbers und Sieberts – treffen sich jeden Mittwoch auf „ihrem“ Friedhof. „Der eine war rundlich, breit und kurz gebaut, während der andere eher zu den schmaler und höher gewachsenen Menschen gehörte.“ Sie spazieren, frühstücken, kippen ihren Rum-Tee und erzählen sich morbide Geschichtchen aus ihrem Berufsleben. Zeitfressendes Altpapier weiterlesen