Maike Voß: "So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt"

Maike Voß: „So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt“

Maike Voß: "So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt"
Maike Voß: „So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt“

Oha! Maike Voß erwischte mich mit ihrem Debütroman „So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt“ eiskalt. Weckte Gedanken und Gefühle, die zu einem anderen Leben, einem anderen Menschen gehörten. Einer anderen Simone. In einer anderen Zeit.

Seit 18 Monaten ergänzen sich Leon und Viola. Die 20-Jährigen hören zusammen Musik und gehen auf Konzerte. Geben sich Halt. Erhellen die Dunkelheit des anderen. Als beste Freunde. Doch keiner von beiden öffnet sich ganz. Ihre tiefen Wunden, die finstersten Schluchten behalten sie für sich. Genauso wie ihre Vergangenheit, ihren jeweiligen Freundeskreis, ihre Familien. Sie sind Planeten, die sich nur um sich selbst drehen. Mehr brauchen sie nicht. Oder doch? Ja, doch!

All diese Dämonen

Leon liebt Viola schon ewig. Viola ihn eigentlich auch. Eine magische Nacht verführt die beiden zu sinnlichen, atemberaubenden Liebeserklärungen. Alles passt. Alles ist perfekt. Bis Viola aufwacht. Und flieht. Vor Leon, vor ihren Gefühlen, vor all den Monstern, die sie sieht.

Das kam mir alles so bekannt vor. Nicht genau diese Situation. Aber das Denken. Violas Angst. All diese Dämonen, die auch ich mit Anfang 20 überall sah, überall fühlte. Besonders in mir selbst. Diese Unsicherheit, sich zu zeigen. Allein schon, weil man doch selbst noch nicht so genau weiß, wer man ist. Die Panik davor, zu lieben. Dadurch angreifbar und verletzlich zu werden. Schwach. Wie viele Sprünge verträgt die eigene Porzellanseele noch? Wäre es nicht viel leichter, nicht zu lieben? Was darf man sagen, ohne den anderen zu verschrecken?

So einfach ist das alles nicht

Heute sage ich: Alles! Behaltet nichts für Euch. Auch man selbst lernt sich erst im Zusammensein mit anderen Menschen kennen. Ich brauchte immer Gespräche, um zu erkennen, welch Quatsch da doch manchmal durch mein Hirn rauscht. Manchmal reicht es schon, die Gedanken frei zu lassen. Ja, das tut auch mal weh, aber es verhindert so manch Missverständnis, so manch grausiges Erwachen.

Viola und Leon kommen vielleicht auch noch zu diesen Erkenntnissen. Oder zu anderen Wahrheiten. Zumindest die Leser dürften durch die Lektüre von „So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt“ aber hoffentlich ein wenig mutiger sein, offen zu reden. Oder auch nicht. Denn so einfach ist das alles nicht. Und wer jemals liebte wird kaum ernsthaft behaupten, die Liebe wäre einfach. Wird sie auch nie. Aber wer will den wirklich „einfach“? 😉

Maike Voß: "So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt"
Maike Voß: „So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt“

Das Leuchten der anderen

In Voß Debüt geben uns Leon und Viola abwechselnd Einblick in ihre Gedanken. In ihr Leid. Das sie sich größtenteils selbstbereiten. Das sie unter Drogen, Alkohol und Schmerz zu vergraben suchen. Das sie immer wieder einholt. Sie drehen sich im Kreis. Wiederkäuen alle Zweifel und Sehnsüchte. Aber so ist das nun mal. Besonders, wenn man so sehr ums eigene Licht flattert, dass man das Leuchten der anderen dabei doch irgendwie übersieht. …Boah, bin ich froh 40 zu sein!

Doch damals – so um die Jahrtausendwende – da hatte ich so viele Fragen. Und so viele Dämonen. Genügt es, nur genug zu lieben? Kann Liebe retten? Ist es möglich, dass es einfach zu sehr schmerzt mit jemandem zusammen zu sein, egal wie sehr man ihn liebt? Kann ich überhaupt lieben? Bin ich das wert? Bin ich kaputt? Auf all das gibt es keine ultimative Antwort.

It‘s better to have loved

Maike Voß‘ Debüt gibt auch keine Antwort. Ihr ehrlicher, emotionaler Roman geht unter die Haut und regt zum Nachdenken an. Gerne hätte ich ihn mit 20 gelesen. Jedoch wage ich gar nicht mir auszumalen, was er damals in mir ausgelöst hätte.

In meiner Oberstufenzeit kam ich übrigens täglich an einem Graffiti vorbei, an das ich während der Lektüre dauernd denken musste und das mir damals (und noch Jahre später) Leitlinie war:

It‘s better to have loved and lost than never to have loved at all.

Alfred Lord Tennyson

Ich danke dem Verlag für das Buch, dass ich bei einem Gewinnspiel gewonnen habe.

Titel: So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt
Geschrieben von: Maike Voß
Genre: Jugendbuch, Young Adult, Liebe, Erwachsenwerden, Gegenwartsliteratur, Deutsche Literatur
Format: Broschiert, 304 Seiten
Verlag: dtv bold
Erscheinungstermin: 28. Februar 2019
ISBN: 978-3-4237-9043-7
Preis: 14,90 €
Persönliche Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Das Buch beim Verlag: Zu dtv
Instagram-Account der Autorin: maikevoss_

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Veröffentlicht von

Simone

Das ist mein Blog. Hier tob ich mich aus. ;) Ich bin eine unverbesserliche Leseratte. Mein Herz schlägt aber auch für Filme und Serien, frische Luft, Basteleien und gutes Essen.

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