„Magische Fabelwesen und mythische Kreaturen“ von Stephen Krensky und Pham Quang Phuc

Nicht erst seit die Jungs „Drachenzähmen leicht gemacht“ entdeckten, sind Drachen ihre ungeschlagenen Lieblingstiere. Dank “Mia and me“ lieben sie auch Pegasus, Einhorn und Pan. Immer mehr Fabelwesen tummeln sich in ihren Köpfen. So dass es definitiv an der Zeit war, das Ganze fundierter anzugehen. Mit dem fantastischen Lexikon „Magische Fabelwesen und mythische Kreaturen“.

Das fabelhafte Lexikon „Magische Fabelwesen und mythische Kreaturen“ umgeben von Drachen und Geist

Wie der Untertitel des märchenhaften Sachbuchs verrät, handelt es von „Drachen, Hexen und Wassergeistern“. Doch damit nicht genug. Über 60 Fabelwesen verstecken sich zwischen den Seiten.

Der nordische Riese Ymir, der australische Dirawong und der chinesischen Mondhase erwarten uns zum Beispiel direkt im ersten Kapitel. Genauso wie die ägyptische Totenfresserin Ammit. Danach folgen Einhörner, Feen, Drachen, Hexen, Wendigo und Golem. Im dritten Kapitel begegnen wir Kreaturen, denen der Schalk im Nacken sitzt. Dazu gehört das afrikanische Spinnenwesen Ananse. Aber auch der koreanische Kobold Dokkaebi und der irische Lepprechaun.

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„Unsichtbar im hellen Licht“ von Sally Gardner

„Unsichtbar im hellen Licht“ von Sally Gardner

Celeste erinnert sich einfach nicht. Warum ist sie hier? Weshalb nennen sie alle Maria? Wieso kennt sie sich im Opernhaus aus? Auch wenn sich alles seltsam verzerrt anfühlt. Anders. Nach und nach kehren Erinnerungen zurück. Tauchen vom Grund ihrer Seele an die Oberfläche auf.

Erinnerungen an ihre Zwillingsschwester. An Ihre Gouvernante. An ihr richtiges Leben. Das Leben vor dem Spiel mit dem Mann im smaragdfarbenen Anzug. Mit dem sie um die Zukunft spielt. Um die Zukunft all der Menschen, die von der Regent verschwunden sind. Als das prächtige Schiff ins neue Jahr fuhr.

Wirr, konstruiert und unentspannt

„Unsichtbar im hellen Licht“ von Sally Gardner

Ich wollte die Geschichte des Mädchens, das sich mit einer legendären Mythenfigur anlegt, unbedingt lesen. An klassischen Märchengeschichten in neuem Gewand komme ich nicht vorbei. Zudem üben Theater und Opernhäuser eine hypnotische Faszination auf mich aus. Sie allein verbreiten schon eine magische Atmosphäre. So hatte die junge Heldin aus dem Roman „Unsichtbar im hellen Licht“ leichtes Spiel, mich einzufangen. Leider konnte sie mich nicht lange halten.

Zu wirr, zu konstruiert und zu unentspannt trug mir Sally Gardner das Abenteuer ihrer Protagonistin vor. Zu hölzern und oberflächlich blieben mir die Charaktere. Gerne hätte ich mehr über die Hintergründe manch einer Nebenfigur erfahren. Doch leider wurde die Tiefe von Nebensächlichkeiten zugeschüttet. Die Menge an Charakteren blieb zu zahlreich und gesichtslos. Gleichzeitig wiederholten sich immer wieder Bilder und Überlegungen. Zogen sich zerfaserte Stränge in die Länge.

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„Was wir bauen – Pläne für unsere Zukunft“ von Oliver Jeffers

„Was wir bauen - Pläne für unsere Zukunft“ von Oliver Jeffers

„Was wollen wir bauen, du und ich?“ fragt der Papa seine Tochter. Und schon legen sie los. Bauen ein Haus. Die Zukunft. Raum für die Liebe und die Erinnerungen. Eine Festung gegen das Böse. Ein Tor für neue Freunde. Einen Turm in den Himmel, „den Tunnel ins Nirgendwo und die Straße zum Mond hin ebenso.“

Spätestens wenn Jeffers das Lagerfeuer für all die müden Abenteurer entzündet, ist sie da. Die Gänsehaut. Die Seiten dieses warmherzigen Bilderbuchs strotzen vor Fantasie, Kinder-Verständnis und Hoffnung. Aus jeder Szene tropft Herzblut.

Die Liebe eines Vaters zu seinem Kind. Sein Bestreben alles zu geben: Zeit, Geschichten, Geduld, eine Zukunft. Dabei zuzulassen, dass das Leben nicht perfekt ist. Besonders auch er selbst nicht. Beim Planen und Bauen das Leben dazwischenkommt. Das Leben etwas Neues eröffnet.

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„Teddy und die große Flut“ von Katarína Macurová

Wir lesen gerade alles, was uns an meerigen Büchern in die Finger kommt. Um unser Meerweh zu stillen. So fiel uns auch „Teddy und die große Flut“ von Katarína Macurová in die Hände.

Plötzlich ist da ein Meer

„Teddy und die große Flut“ von Katarína Macurová

Ewig hat es nicht geregnet. Doch Teddy kümmert sich um seine Pflanzen. Gießt sie richtig ordentlich. Weil das Gießen viel länger dauert als gedacht, bekommt Teddy Hunger. Geht einen Apfelkuchen backen. Darüber vergießt er nur leider, den Wasserschlauch abzustellen. „Das Wasser stieg höher uns höher. Aus der Ferne hörte man den Schrei einer Möwe.“

Als Teddy am nächsten Morgen seinen Garten sieht, traut er seinen Augen nicht. Plötzlich ist da ein Meer. In seinem Garten! Mit Fischen. Und Einsiedlerkrebsen. Neben seinen Apfelbäumen. Das Wasser steigt höher und höher. Immer mehr Meeresbewohner bevölkern den Garten. Bis der Wasserzufluss stoppt.

Aber damit endet die Geschichte noch lange nicht. Das Ende verblüfft. Lädt dazu ein weiterzuspinnen. Für Teddy geht das Abenteuer nun erst richtig los. Zumindest in unseren Gedanken.

Funktioniert auch als Silent Book

„Teddy und die große Flut“ von Katarína Macurová

Was sind wir begeistert! Was die Slowakin da in ihrem Bilderbuch schafft, ist beeindruckend. Sie entführt uns in eine fantastische, überraschende, grenzenlos einfallsreiche Welt.

Die doppelseitigen Bilder kämen gut ohne den beschreibenden Text aus. „Teddy und die große Flut“ funktioniert ganz wunderbar auch als Silent Book. Worte braucht es eigentlich nicht. Die Illustrationen sind selbsterklärend. Bieten dabei so viel zu entdecken – Großes, Kleines, Erstaunliches, Witziges.

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„Die wunderbare Welt der Snoozette“ von Valentine Paradis und Caterina Metti

„Die wunderbare Welt der Snoozette“ von Valentine Paradis und Caterina Metti

Snoozette lebt in einer windschiefen Hütte. An einem immer trüben Ort. Passend zum Wetter trinkt sie traurig-düstere Tee-Mischungen. Trainiert Schnell-Schlummern. Dösen, nicken, schlummern – das kann sie überall und immer. Dabei sind ihre Tage fast immer gleich. Bis auf diesen einen Nachmittag, „… an dem Snoozette anfing, quer über den Himmel zu spazieren.“

Mit Snoozette träumen wir uns in den Himmel. Schauen ihr beim Wolken pflücken zu. Wie sie „Eau de Rain“ in kostbare Parfümflaschen füllt. Oder Wolkenzuckerwatte nascht. In einer Teetasse badet. Der Wind sein Spiel mit ihr treibt. Bis es Zeit wird. Für eine frische Tasse Tee. Für das nächste Nickerchen.

Den Kopf in den Wolken

„Die wunderbare Welt der Snoozette“ von Valentine Paradis und Caterina Metti

Während wir die „Die wunderbare Welt der Snoozette“ entdecken, erwacht unsere Fantasie. Je tiefer wir in Snoozettes Traumwelt versinken, desto wacher blicken wir an der Realität vorbei. Flüchten aus unserem doch manchmal tristen, ermüdenden Pandemie-Alltag. Hinein in eine schwerelose Welt. Stecken den Kopf in die Wolken. Lassen uns treiben. Tauchen nur auf, für eine andere Geschichte. Ein weiteres Buch. Eine Tasse Tee. Dank Dir, Snoozette! Denn was kann es zur Zeit besseres geben. Abwarten. Tee trinken. Und träumen!

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Anna Böhm: „Kein Weihnachten ohne Puddingschuhe!“ (Emmi & Einschwein 4)

Anna Böhm: „Kein Weihnachten ohne Puddingschuhe!“ (Emmi & Einschwein 4)

Jede*r Wichtelstädter*in bekommt zum zehnten Geburtstag ein Fabelwesen. So kam Emmi zum einmaligsten, witzigsten, herzigsten und liebenswertesten Fabelwesen überhaupt: Einschwein!

Nun naht Einschweins erstes Weihnachtsfest. Welches unbedingt wunderwonnig werden soll. Doch irgendwas läuft schief. Nachdem die Wunschzettel abgesendet sind, kommen sie zurück. Korrigiert!

Mit dem Wunschzettel-Wichtel scheint etwas ganz und gar nicht zu stimmen. Bloß was? Es wäre doch gelacht, wenn Emmi und Einschwein das Rätsel nicht lösen können.

Wie hielten wir es bisher bloß ohne Einschwein aus?

Anna Böhm: „Kein Weihnachten ohne Puddingschuhe!“ (Emmi & Einschwein 4)

Immer wieder stolperte ich die letzten Jahre über Emmi und Einschwein. Doch fanden wir nicht zueinander. Allerdings folge ich Einschwein-Schöpferin Anna Böhm auf Instagram. Als diese dort eine Handvoll „Kein Weihnachten ohne Puddingschuhe!“ verloste, warf ich meinen Namen in den Hut. Und hatte (Ein)Schwein.

Wie wir es bisher ohne das freundliche Fabelwesen aushielten, ist uns ein Rätsel. Nachdem es bei uns angekommen war, stellte Einschwein unsere Adventslesepläne auf den Kopf. Um das 24 Kapitel dicke Buch als Adventskalenderbuch zu lesen, fehlte allen Beteiligten die Geduld. Wie schafft das überhaupt jemand?

Sowohl Chef (7) als auch Vizechef (4) ließen alle anderen Lektüren liegen. Emmi, Ihre Familie, die fantastischen Fabelwesen, Einschwein und seine kulinarische Magie – die Jungs waren hin und weg.

Die absurden Antworten vom Wunschzettelwichtel schockierten Schul- und Kindergartenkind gleichermaßen. Enorm enthusiastische Wichtel und das ganze dubiose Drumherum kitzelte die Detektivinstinkte meines Großen. Puddingschuhe und Lebkuchenzauberei bezirzten den Kleinen.

Fabulöser Weihnachtspaß – witzig, spannend, herzlich

Genauso begeistert wie die Kinder bin auch ich. „Kein Weihnachten ohne Puddingschuhe!“ ist ein fabulöser Weihnachtspaß – witzig, spannend, herzlich. Obwohl es der 4. Band der „Emmi & Einschwein“-Reihe ist, vermissten wir nichts. Fühlten uns sofort wohl. Nicht nur die Kinder lachten immer wieder laut los. Auch ich bekam vom Dauergrinsen Muskelkater. Und Einschweins Zimtwünsche zaubern wir uns nun regelmäßig (Rezept im Buch).

Trotz aller Begeisterung: Ich muss Euch vor Einschwein warnen! Denn es wird nicht bei einem Band bleiben. Wenn Ihr ein Einschwein-Buch gelesen habt, werdet Ihr mehr wollen. Band 1 lag spontan noch unterm Baum. Und wurde sofort durchgesuchtet. Band 2 und 3 sind schon beim Buchhändler des Vertrauens bestellt. Da sie nicht auf Ostern oder Geburtstage warten wollten, finanziert der Chef Band 2 von seinem Weihnachtsgeld. Für Band 3 opfert der Vize seines. Die Einschweinsucht ist groß! ❤

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„Das Labyrinth des Fauns“ – Ein Buch zum Film

"Das Labyrinth des Fauns" von Cornelia Funke und Guillermo del Toro
„Das Labyrinth des Fauns“

1944 verschlägt es die zwölfjährige Ofelia aufs Land, wo ihre verwitwete Mutter dem sadistischen Capitan Vidal einen Sohn gebären soll. In einer alten Mühle mitten im Wald stationiert, soll Vidal eine Rebellengruppe aufspüren – und vernichten. Dabei bedient er sich brutalster Mittel.

Die märchenverliebte Ofelia versucht, aus dieser kaputten und grausamen Welt zu fliehen. In ihre eigene Welt. In eine Welt voller Feen und sagenhafter Gestalten, die auch nicht alle liebenswert sind. Die die Grausamkeit der realen Welt teilweise einfach nur verzerrt wiederspiegeln. In Ofelias Vorstellung ist diese Welt aber ihr eigentliches Zuhause. Ihr Zuhause, dem sie vor Ewigkeiten verloren ging. Sie ist sogar die Prinzessin dieser Welt. Allerdings muss sie nun, da sie von ihren Untertanen wiedergefunden wurde, drei Aufgaben bestehen, um nach Hause zurückkehren zu dürfen. Und das würde sie doch so gern – nach Hause kommen. Doch man sollte darauf achten, was man sich wünscht, es könnte in Erfüllung gehen.

Ich liebe den Film. Und ich hasse ihn.

Diese Zusammenfassung schrieb ich ziemlich genau so, als ich vor gut zwölf Jahren den Film „Pans Labyrinth“ im Kino gesehen hatte. Er berührte mich tief und nachhaltig und ich schaute ihn mir seitdem mindestens drei weitere Male an. Ich liebe diesen Film. Und ich hasse ihn.

Als nun Anfang des Monats ein Buch erschien, dass von Guillermo del Toros großartigem Film inspiriert sein sollte und auch noch von keiner geringeren geschrieben wurde als Cornelia Funke, war ich Feuer und Flamme. Die Story des Buches erschien mir etwas märchenhafter, fiktiver, als ich den Film in Erinnerung hatte:

Ofelia muss für den Faun drei Aufgaben erfüllen. Vor dem nächsten Vollmond. Gelingt ihr dies, ist sie die Prinzessin des magischen Reiches, in welchem sie Zuflucht vor ihrem Stiefvater findet. Gelingt es ihr nicht, die Aufgaben zu lösen, ist die Zauberwelt verloren.

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