„Alles wird gut, immer“ von Kathleen Vereecken und Julie Völk

"Alles wird gut, immer" von Kathleen Vereecken und Julie Völk

„Das war das schönste Geschenk der Welt und wir hatten es einfach so bekommen. Es war die Welt selbst. Eine Blechkugel, fußballgroß, mit allen Ländern drauf.“

Alice und ihre Geschwister halten die ganze Welt in den Händen. Eine süße, verheißungsvolle Welt voller Vorfreude. Voller Leben und Schönheit. In Flandern im Sommer 1914.

Tantanna aus Brüssel ist sicher: „Es wird keinen Krieg geben.“ Und in der Hauptstadt weiß man Bescheid! Auch der Vater meint: „Das ist die sicherste Ecke Belgiens. Wenn nicht auf der ganzen Welt.“ Mutters „Alles wird gut,“ besiegelt die Zuversicht. Dennoch bewegen sich die Erwachsenen langsamer. Tuscheln. Werden nervös.

„Natürlich kamen sie zu uns“

Wenig später ziehen die ersten Flüchtlinge durch die Stadt. „Sie kamen mit Wagen voller Töpfe und Pfannen, Decken und Matratzen. Männer, Frauen und Kinder. Sie kamen aus der Richtung des Krieges…Natürlich kamen sie zu uns.“ Zum sichersten Ort der Welt.

Doch im Krieg bleibt kein Ort sicher. Er kommt auch zu Alice. Ganz nah. Greift mit grausamen Fingern in ihr Leben. In ihre Familie. Wird alles gut? Kann alles gut werden, wenn die Welt aus den Fugen gerät? Das Zuhause verloren scheint? Nichts mehr sicher ist? Alice jedenfalls findet ihren Weg. Auf ihm auch immer wieder Hoffnung. Alles wird gut, immer! „Jedenfalls so gut wie.“

Schwerelos-poetische Sprache

"Alles wird gut, immer" von Kathleen Vereecken und Julie Völk

Alice erzählt uns ihre Geschichte in leichten, kindlichen Sätzen. Fast unbeschwert berichtet sie von Kriegsgräueln und Flucht. Wenn wir mit ihr Giftgas und Granatenhagel durchleben, bleibt die Zuversicht. Die Hoffnung. Alice stellt gar nicht die Frage, ob es weitergeht. Es muss. Was sonst. Alles wird gut, immer!

Dabei legt Kathleen Vereecken ihrer Protagonistin eine bildreiche, schwerelos-poetische Sprache in den Mund. An der wir uns festhalten können. Die ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Trotz Gänsehaut, Schockmomenten und Tränen.

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„Rund um die Sonne: Das Weltall zum Staunen und Entdecken“

Gleich geht’s los! Zuerst ziehen wir unsere Raumanzüge an. Dann steigen wir ins Raumschiff. Starten unsere Reise „Rund um die Sonne“.
„Rund um die Sonne: Das Weltall zum Staunen und Entdecken“ von Patricia Geis

Denn dieses galaktische Sachbuch entführt uns ins Weltall. Es zeigt uns die Erde von oben. Erklärt, welche Aufgabe die internationale Raumstation ISS hat. Wie alt und heiß die Sonne ist. Weshalb die Bewegung von Erde, Mond und Sonne unsere Tage, Monate und Jahre bestimmen. Was es mit Sonnen- und Mondfinsternissen auf sich hat. Und was Planeten und Satelliten sind.

Mit vielen interaktiven Elementen lädt das Buch Kinder ab sechs Jahren ein, die Geheimnisse unseres Sonnensystems zu entdecken. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Einflüssen der Sonne auf unsere Erde. Doch werden auch die anderen Planeten unserer Galaxie beleuchtet. Hinter Klappen entdecken kleine Forscher verborgenes Wissen. Schiebeelemente reizen die Neugier.

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„Hier lang! Da lang!“ von Doreen Cronin und Renata Liwska

„Hier lang! Da lang!“ von Doreen Cronin und Renata Liwska

„Brumm, Pieps und Glitschi machten sich früh auf, um den besten Platz zu finden, wo sie den Tag verbringen wollten.“ Bär Brumm will hier lang. Zum Strand. Aber Vogel Pieps möchte da lang. In die Berge. Derweil packt Schnecke Glitschi etwas zu essen ein…

Bald hat Brumm Hunger. Bald ist Pieps müde. Ein Snack wäre jetzt gut. Doch wo ist Glitschi mit dem Essen hin? Sie entdecken eine Heidelbärspur. Hier lang. Und da lang. Zum besten aller Plätze.

Eine lehrreiche Geschichte ohne Moralkeule

„Hier lang! Da lang!“ von Doreen Cronin und Renata Liwska

In „Hier lang! Da lang!“ begleiten wir drei Freunde in einem ganz normalen Tag. Den jeder mit eigenen Erwartungen füllt. Mit wenigen Worten und weichen, sparsamen Zeichnungen eröffnet das Bilderbuch eine Situation, die Kinder nur zu gut kennen. Zeigt, dass Kompromisse möglich sind. Dass alle zusammen glücklich sein können. Auch wenn dann vielleicht keiner genau das bekommt, was er am Anfang wollte.

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Eine Bereicherung für unser Homeschooling: „Mein großes Buch der Erde“

„Mein großes Buch der Erde“ Pop-up-Buch

Als dieses Sachbuch für Kinder bei uns einzog, löste es wahre Begeisterungsstürme aus. Vollkommen überwältigt bestaunten Chef (7) und Vizechef (4) die großen Seiten mit ihren vielen Mitmach-Elementen. Je mehr Klappen und Schieber sie entdeckten, desto größer wurde ihre Freude.

Damit bereicherte „Mein großes Buch der Erde“ unseren Heimschul-Sachunterricht sehr. Selbst wenn die Luft am Nachmittag raus war und alle eigentlich nur noch eine Folge Ninjago schauen wollten – mit diesem Buch schummelte ich den Jungs dann doch noch etwas Sachkunde-Wissen unter.

Wobei meist der Vierjährige die treibende Kraft war. Und ist. Er liebt dieses Sachbuch sehr. Jedes Mal – wirklich jedes Mal! – wenn er die Seite mit dem Vulkan aufklappt entfleucht ihm ein erstauntes: „Woah!“. Es ist aber auch einfach beeindruckend, wenn der ca. 20 cm hohe Pop-up-Vulkan aus den Buchseiten schießt.

Erstaunliche Effekte

„Mein großes Buch der Erde“ Pop-up-Buch

Auch der Siebenjährige mag die interaktiven Elemente. Schon die Erde auf der ersten Seite überzeugte ihn. Durch das Umklappen der „Oberfläche“ schauen wir nämlich ins Innere unseres Planeten. Im Schnitt zeigen sich alle Erdschichten. Inklusive der Ozeane und tektonischen Platten.

Wie die sich bewegen, erfahren wir sehr anschaulich auf der nächsten Seite. Wo wir per Schieber die Indische Platte auf die Eurasische knallen lassen. Um den Himalaja aus der Seite wachsen zu lassen. Außerdem können wir hier tektonische Platten auseinanderdriften und aneinander reiben lassen. Die Auswirkungen sind erstaunlich.

So macht Sachkunde Spaß

„Mein großes Buch der Erde“ Pop-up-Buch
Tektonische Platten „falten“ den Himalaja

Eine große Ausklappseite zeigt uns, wie das Leben auf der Erde entstand. Wie es sich veränderte. Danach wird der Wasserkreislauf erklärt. Mit einem famosen Ausklapp-Diorama. Auch unsere Atmosphäre schießt über das Buch hinaus. Das beeindruckt und bleibt in Erinnerung.

Dagegen sind die Seiten zu Klima und Rohstoffe unaufgeregter. Doch auch hier gibt es hinter zahlreichen Klappen viel zu entdecken. So einprägsam vermittelt, haftet das Wissen bei den Jungs hoffentlich besser als bei mir. Denn ich habe all dieses Schulwissen schon lange wieder vergessen.

Unser Fazit: Spielerisch, farbenfroh und aufregend vermittelt dieses Sachbuch Grundlagenwissen über unsere Erde. So macht Sachkunde Spaß.

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Großer Bärenzirkus, großer Spaß! (Für Große und Kleine.)

Benjamin Chaud: Großer Bärenzirkus
Benjamin Chaud: Großer Bärenzirkus

An einem wunderschönen Frühlingsmorgen wacht der kleine Bär alleine in der Bärenhöhle auf und beschließt den Wald zu erkunden. Da entdeckt er ein Leuchten hinter den Bäumen. Er folgt ihm und findet eine belebte Lichtung. Der sonnige Weg führt ihn in eine Höhle. Ein Rohr zu einem Zirkus.  Und – hach – was der kleine Bär dort alles erlebt und entdeckt, das findet Ihr am besten selber heraus.

Im Bilderbuch „Großer Bärenzirkus“ des französischen Illustrators Benjamin Chaud begleiten wir den kleinen Bären auf 32 kunterbunten Seiten durch das Gewusel, Gewimmel und Gewühle seiner Traumwelt. Wirkt anfangs alles noch realistisch und bekannt, werden Figuren und Handlung Seite für Seite verrückter und traumhafter. Im Wald ist alles friedlich. Es gibt zwar viel zu sehen, aber es sieht so aus, als ob der Bär wirklich nur einen kleinen Ausflug macht. In der Höhle schläft dagegen ein Mammut, ein U-Boot befindet sich auf Tauchfahrt im unterirdischen See und ältere Kinder identifizieren vielleicht sogar einen weißen Hasen, der auf seine Taschenuhr schaut und Alice in ihr Wunderland folgt. Großer Bärenzirkus, großer Spaß! (Für Große und Kleine.) weiterlesen

Anschauliches Porträt über die Gesellschaft zur Zeit des ersten Weltkriegs

Herbert Günther: Zeit der grossen Worte
Herbert Günther: Zeit der grossen Worte

Paul ist 14 Jahre alt, als der erste Weltkrieg beginnt. Pauls Vater und sein älterer Bruder gehören zu den ersten, die sich freiwillig als Soldaten melden. Wie der Großteil des Volkes begrüßen sie die Entwicklung, sind Feuer und Flamme. Der Krieg wird sicher schnell zu Ende sein. Mit den Deutschen legt man sich nicht an. Doch schnell zeigt sich, dass ein Krieg keinen Spaß macht und weder ehrenwert noch befreiend ist. Und schnell vorbei ist er schon gar nicht.

Hunger, Armut, Verzweiflung, ein Heer Verwundeter und Toter, die ständige Angst um Bruder und Vater – es ist eine harte Zeit, in der Paul erwachsen wird. Anschauliches Porträt über die Gesellschaft zur Zeit des ersten Weltkriegs weiterlesen