„Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat“ von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn

„Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat“

„Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat“ von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn

Mit „Der Tag, an dem Oma das Internet kaputt gemacht hat“ gelang Känguru-Schöpfer Marc-Uwe Kling ein brillantes, knackiges, anarchisch-ironisches Kinderbuch über unser digitalisiertes Familienleben. „Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat“ schließt an die Geschichte an. Diesmal stellt sich Opa schusselig an.

„Es waren Sommerferien. Deshalb waren wieder Oma und Opa da. Zum Aufpassen. Und inzwischen war […] klar, wer hier auf wen aufpassen musste“

Persönliche Schussel-Momente

Opa will der Oma Tee machen. Tja, und da stellt er den schicken neuen Retro-Wasserkocher eben auf den Herd. Der sieht nun mal genauso aus, wie die Wasserkessel aus Opas Kindheit. Doch leider ist es ein moderner Elektrokocher. Dessen Plastik schmilzt, wenn man ihn auf den Herd stellt. Und das qualmt dann. Und stinkt.

So flüchten Kinder und Großeltern in den Garten. Stellen sich den Eltern. Erzählen vom Missgeschick. Nach und nach fällt jedem ein persönlicher Schussel-Moment ein. Zum Beispiel Mama. Die packte den Wasserkocher mal in die Spülmaschine. Papa kochte mal Milch in ihm. Dafür eignet der sich nicht. Für Würstchen übrigens auch nicht!

Während das Haus lüftet verbringt die Familie einen wunderbaren Tag im Garten. Alle zusammen genießen sie die geschenkte Zeit an der frischen Luft. Bis in die Nacht hinein.

Streichelt meine vergessliche Mama-Seele

„Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat“ von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn
Rückenansicht

„Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat“ ist ein gelungener zweiter Band. Kling schafft es Verständnis für vergesslich werdende Großeltern zu wecken. Und für unser aller Alltagsachtlosigkeiten. Das streichelt vergessliche Mama-Seelen. Und es beruhigt ein wenig. Vielleicht auch Großeltern, die das Buch vorlesen. Denn: Auch junge Menschen sind vergesslich. Nicht jede Unbesonnenheit muss ein Zeichen von Demenz sein. Denn auch wenn Opa immer wieder mal etwas verdaddelt, den anderen geht es ähnlich.

Kommt uns bekannt vor

Die direkte Ansprache des Lesers, flapsige Formulierungen („Kacknachbar“) und aufklärerische Anspielungen auf Sex und Verhütung könnten für den ein oder anderen Erwachsenen herausfordernd sein. Die Kinder stört‘s nicht. Mein Chef (7) beömmelte sich. Er entdeckte seine Opas im Opa des Buches und auch die Sprüche der Oma kommen uns bekannt vor. Nebenbei nutzten wie Klings Anspielungen, um den Großen wieder eine wenig mehr aufzuklären. Allerdings interessierte ihn das eher weniger.

Der Vizechef (3) hörte gerne zu. Ihm gefallen Astrid Henns lebensnahe, sympathische Bilder sehr. Die Gesichtsausdrücke ihrer Charaktere sprechen Bände.

Ich danke dem Carlsen Verlag für unser kostenloses Rezensionsexemplar.

Titel: Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat
Geschrieben von: Marc-Uwe Kling
Illustriert von: Astrid Henn
Lektoriert von: Marlen Bialek
Genre: Kinderbuch, Bilderbuch, Vorlesebuch, Bücher für Grundschüler, Erstlesebuch
Themen: Familienalltag, Familienleben, Lesenlernen, Großeltern, Vergesslichkeit, freche Bücher
Format: Hardcover, 72 Seiten
Verlag: Carlsen
Erscheinungstermin: 2. Juli 2020
ISBN: 978-3-5515-1930-6
Preis: 12 €
Altersempfehlung: ab 6 Jahren
„Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat“ beim Verlag: Zum Buch
Der Anfang von „Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat“: Zum animierten Bilderbuchfilm (youtube)
Marc-Uwe Kling im Netz: Besuch den Autoren

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Veröffentlicht von

Simone

Das ist mein Blog. Hier tob ich mich aus. ;) Ich bin eine unverbesserliche Leseratte. Mein Herz schlägt aber auch für Filme und Serien, frische Luft, Basteleien und gutes Essen.

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