Kristina Valentin: "Herzblitze"

„Herzblitze“ von Kristina Valentin – Selbstfindung mit Höllengerät und Teufelstrunk

Kristina Valentin: "Herzblitze"
Kristina Valentin: „Herzblitze“

Als Felicitas aufwacht, ist nichts so wie es war. Weder ihre Stimme noch ihre Haare. Auch der Körper, in dem sie steckt, passt nicht. Wo bitte sind ihre Brüste?

Dass sie vom Blitz getroffen wurde, erklärt vielleicht ihren Gedächtnisverlust. Doch was zum Teufel ist im vergangenen Jahr passiert? Warum hat sie sich so verändert? Weshalb verwandelte sie sich in eine klapprige, unbarmherzige Ordnungsfanatikerin?

Während Feli versucht herauszufinden, was sie im letzten Jahr trieb, findet sie Schritt für Schritt zu sich selbst. Einerseits verunsichert sie ihr Blackout, andererseits schenkt er ihr endlich Raum für Selbsterkenntnis. Raum, der bisher durch ihren despotischen, arroganten Ehemann und ihrer Rolle als Mutter belegt war.

Zu Herzen gehend

Kristina Valentin: "Herzblitze"

Ach, was mochte ich Felicitas! Mitte 40, Mama einer erwachsenen Tochter, enorm herzlich und erfrischend schnodderig eroberte sie mein Herz im Flug. Ihre Arbeit im Bestattungsinstitut und ihr großartiger Umgang mit Trauernden imponierte mir sehr.

Ihre Selbstzweifel gingen mir zu Herzen. So gerne hätte ich sie abwechselnd mit Schokolade und Whiskey versorgt. Um sie dann heftig zu schütteln und ihr die Meinung zu ihrem gestörten Umgang mit ihrem Ex zu geigen.

Doch Feli fand auch ohne mein Zutun Schritt für Schritt heraus, dass sie ihr Licht bisher unter den Scheffel stellte. Dass sie eine taffe Frau ist. Die den blöden Kerl nicht braucht. Die sich Fehler eingestehen kann. Und die sich traut, neue Wege zu gehen. Endlich etwas zu wagen. Denn dazu ist es nie zu spät!

Identifikationspotential

Kristina Valentins Roman „Herzblitze“ weckte in mir Erinnerungen an eine Zeit, in der ich mich ein wenig wie die Protagonistin gefühlt habe. Als mir ein Brief meines Ex-Freundes den Boden unter den Füßen wegriss. Und der Boden mich mitnahm.

Ich zweifelte an allem. An den letzten Jahren, meinen Instinkten, meinem kompletten Wesen. In etwa brauchte ich auch ein Jahr, um mich wiederzufinden. Neu zu entdecken. Mir und anderen wieder zu vertrauen. Ich fühlte mich Feli sehr nahe.

Prost Neujahr!

Es war eine sehr interessante Reise. Ich kam ins Grübeln: Bin ich durch meine Erfahrungen gefeit, noch einmal so blind zu sein? Wie sehr lebe ich mein Leben, weil die Gewohnheit so bequem ist? Schöpfe ich mein Potenzial aus? Will ich es ausschöpfen?

Solche Gedanken finde ich wichtig. Es geht darum, regelmäßig die Koordinaten meines Weges zu prüfen. Und ich bin sehr dankbar, dass „Herzblitz“ mich zum Abschluss dieses bekloppten Jahres 2020 dazu brachte, mal wieder innezuhalten. In mich zu horchen. Und mit meinem Liebsten anzustoßen – mit ein oder zwei Gläschen Teufelstrunk.

„Herzblitze“ ist eine nachdenklich-heitere Selbstfindungsgeschichte. Warm und herzlich. Mit sehr klugen Gedanken über die Liebe, das Leben und den Tod.

Ich danke der Autorin und dem Diana Verlag für mein kostenloses Rezensionsexemplar.

Titel: Herzblitze
Geschrieben von: Kristina Valentin (aka Kristina Günak)
Genre: Roman, Zeitgenössisches, Gegenwartsliteratur, Unterhaltungsliteratur
Themen: Selbstfindung, Trennung, Entwicklung, Selbsterkenntnis, Mut, Freundschaft, Aufbruch, Selbstliebe, Loslassen, Tod, Beerdigungen
Format: Taschenbuch; 320 Seiten
Verlag: Diana (Penguin Random House)
Erscheinungsdatum: 14. September 2020
ISBN: 978-3-4533-6064-8
Preis: 9,99 €
„Herzblitze“ beim Verlag: Zum Buch
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Veröffentlicht von

Simone

Das ist mein Blog. Hier tob ich mich aus. ;) Ich bin eine unverbesserliche Leseratte. Mein Herz schlägt aber auch für Filme und Serien, frische Luft, Basteleien und gutes Essen.

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