Cover-Ausschnitt des Romans „Montags bei Monica“ von Clare Pooley

„Montags bei Monica“ von Clare Pooley

„Eine Art ‚Tatsächlich…Liebe‘ in Romanform…“ (Globe and Mail)

Roman „Montags bei Monica“ von Clare Pooley

Als ich dieses Zitat las, war klar: Ich muss das Buch lesen. Schließlich gehört der hochkarätig besetzte Episodenfilm zu den Vorweihnachtsritualen des Mannes und mir. Eine Adventszeit ohne Alan Rickman, Hugh Grant, Colin Firth, Emma Thompson, Liam Neeson, Bill Nighy, Keira Knightley, Heike Makatsch und Billy Bob Thornton? Undenkbar!

Um mit dieser Erwartung mithalten zu können, musste das Buch ganz schön was leisten. Was es nicht schaffte. Dennoch hat es mich gut unterhalten. So viel vorweg.

Von hochgesteckte Ansprüche und Lebensbeichten

Anstatt die Einbahnstraße ihres stressigen Lebens als gut bezahlte Juristin weiter zu nehmen, stieg Monica aus. Eröffnete ein gemütliches Café. Doch glücklich ist die – so gut wie – Enddreißigerin nicht. Denn das Café erwirtschaftet nicht genug. Außerdem würde sie so gerne den Traummann treffen. Mit ihm Kinder bekommen. Dabei verstrickt sich in ihre hochgesteckten Ansprüche.

Als der betagte Bohemian Julian sich ihr Café für sein „Projekt Aufrichtigkeit“ aussucht, bringt er damit Ereignisse in Gang, die kaum jemand für möglich gehalten hätte. Auf einem der Café-Tische in Monicas Reich setzt er es aus. Sein Notizheft für Lebensbeichten.

Schein und Sein

Rückseite des Romans „Montags bei Monica“ von Clare Pooley

Im Laufe der Geschichte bringt dieses Tagebuch nun Menschen zusammen, die sich sonst nie wahrgenommen hätten. Geschweigen denn geholfen. Das Heftchen landet über den schnöseligen Börsenhai Hazard beim australischen Sonnenschein Riley. Und von ihm zieht es weiter zur angesagten Mami-Influencerin Alice.

Keiner dieser Menschen ist das, was er nach außen hin zu sein scheint. Jeder trägt sein Päckchen. Außer Riley, sind sie alle einsam. Verloren in ihren eigenen Ansprüchen. In dem Leben gefangen, von dem sie denken, dass es so sein muss. Die jeweils anderen beneidend. Erst zusammen finden sie einen Weg aus Selbstbetrug und Flucht, Lügengeflechten und falschem Stolz.

Zu hohe Erwartungen

Leider schaffte Ex-Werbefrau und Mama-Bloggerin Clare Pooley mit ihrem Roman-Debüt nicht, die Erwartung zu erfüllen, die der „Tatsächlich…Liebe“-Vergleich in mir weckte. Fühle ich beim Filmklassiker mit jeder einzelnen Figur, egal wie kurz sie auftritt oder wie albern ich ihre Beweggründe finde – so fern blieben mit Pooleys Charaktere. Fühle ich mich beim Film mittendrin, schaue ich hier durch Monicas Café-Fenster bloß zu.

Einerseits verstand ich die Protagonisten. Verstand, warum sie so sind wie sie sind. Andererseits fühlte ich mich keinem Charakter nahe. Weder der zwangsneurotischen Monica noch der Anerkennung heischenden Alice. Julian fand ich spannend, aber nicht sympathisch. Zwar ließ Hazard mein Helfersyndrom anschlagen. Doch dann war er selbst mir zu abgefuckt. Riley… Nachdem ich den Abend mit Riley in einem Pub nett geplaudert hätte, wäre ich gerne knutschend mit ihm abgestürzt. Danach dürfte er weiterreisen.

Obwohl Pooley ihren Charakteren einen Hintergrund gibt, ihnen eine Vergangenheit baut und sie in die Zukunft blicken lässt – es fehlt ihnen Tiefe.

Wie einen alten Bekannten zu treffen

Roman: „Montags bei Monica“ von Clare Pooley

Dagegen schmälerte der vorhersehbare Verlauf mein Lesevergnügen überraschender Weise nicht. Es war eher, als träfe ich einen alten Bekannten. Auch das leicht wehmütige Ende mochte ich.

Dennoch, ein paar Seiten weniger hätten dem Roman gutgetan. Zwischendurch kommt die Geschichte nur langsam voran. Ist langatmig. Erstickt in Wiederholungen. Und was den nichtssagenden deutschen Titel angeht bleibt es mir ein ewiges Rätsel, warum Verlage nicht einfach den Originaltitel übersetzen… („The Authenticity Project“).

Zeitgeist einfangender Wohlfühlroman

Aber! Wenn meine Erwartungen nicht so hoch gewesen wären… Wahrscheinlich hätte mich „Montags bei Monica“ als das erwischt was es ist: Ein Zeitgeist einfangender Wohlfühlroman, der versucht Hoffnung zu wecken. Der versucht den Menschen zu sagen: „Schaut hin! Du bist nicht allein. Alle kochen mit Wasser.“ Oder um es mit den Bläck Fööss zu sagen: „Drink doch ene met, Stell disch net esu ann.“

Ich danke dem Goldmann Verlag und dem Bloggerportal für mein kostenloses Rezensionsexemplar.

Titel: Montags bei Monica
Originaltitel: The Authenticity Project
Geschrieben von: Clare Pooley
Übersetzt von: Stefanie Retterbush
Genre: Roman, Episodenroman, Gegenwartsliteratur, Wohlfühlroman, Unterhaltungsliteratur
Themen: Selbstliebe, Selbstfindung
Format: Taschenbuch; 432 Seiten
Verlag: Goldmann (Penguin Random House Verlagsgruppe)
Erscheinungsdatum: 30. August 2021
ISBN:‎ 978-3-4422-0628-5
Preis: 16 €
„Montags bei Monica“ beim Verlag: Zum Buch
Clare Pooley im Netz: Besuch die Autorin
Clare Pooley auf Instagram: @clare_pooley

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Veröffentlicht von

Simone

Das ist mein Blog. Hier tob ich mich aus. ;) Ich bin eine unverbesserliche Leseratte. Mein Herz schlägt aber auch für Filme und Serien, frische Luft, Basteleien und gutes Essen.

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