Oberflächlich, sexistisch, brutal und einfach schlecht geschrieben

Candice Fox: Eden
Candice Fox: Eden

Die australische Schriftstellerin Candice Fox wird als australisches Ausnahmetalent der Kriminal-Literatur gefeiert. Der Debütroman der 1980 geborenen Autorin wurde mit dem Ned Kelly Award in der Kategorie Bester Erstlingsroman ausgezeichnet. Der Nachfolger Eden bekam ebenfalls einen Ned Kelly Award (Auszeichnung für australische oder in Australien lebende Kriminalschriftsteller). Diesmal als bester Roman. Und da tun mir die Australier nun sehr leid. Denn wie schlecht muss es um das Genre in Down Under stehen, wenn dieser Schund den Preis für den besten Roman bekommt? Oberflächlich, sexistisch, brutal und einfach schlecht geschrieben weiterlesen

Ein episches Gesamtwerk von beeindruckendem Ausmaß

James Lee Burke: Glut und Asche
James Lee Burke: Glut und Asche

Mit dem Thriller Regengötter gelang Krimi-Altmeister James Lee Burke ein aufsehenerregendes Comeback auf dem deutschen Buchmarkt. Das Bochumer Krimi Archiv zeichnete ihn mit dem Deutschen Krimi Preis 2015 aus und lobte die “pure erzählerische Wucht” des fast 80 jährigen Texaners. Nun brachte Heyne im September den nächsten Band um den alternden Sheriff Holland heraus. Und auch dieser 704 Seiten dicke Hardboiled-Thriller überzeugt mit atmosphärischer Dichte und epischer Erzählkunst. Ein episches Gesamtwerk von beeindruckendem Ausmaß weiterlesen

Was wäre, wenn Du wüsstest, wann Du sterben wirst?

Lance Rubin: Bin mal kurz tot
Lance Rubin: Bin mal kurz tot

Lance Rubin ist Comedian und Podcast Humorist. Mit Bin mal kurz tot (Original: Denton Little’s Death Date) versucht sich der Berufskomiker an seinem ersten Roman. Das Jugendbuch weckte mit der Idee einer Zukunft, in der jeder weiß, wann er sterben wird, meine Neugierde.

Dentons Todesdatum liegt am Tag seiner Highschool-Abschlussfeier. Seit er fünf ist weiß er, dass er sterben wird, ehe er volljährig ist. Obwohl er damit einen Freibrief besaß, die Schule zu schwänzen, über die Stränge zu schlagen und aus der Reihe zu tanzen, war er stets bestrebt sein Leben dennoch ganz normal zu leben. Doch während seiner vermeintlich letzten Stunden bleibt ihm noch reichlich Zeit, sich daneben zu benehmen. Aber auch um Dinge zu klären und ehrlich zu sein. Was wäre, wenn Du wüsstest, wann Du sterben wirst? weiterlesen

Kate Hamer: Das Mädchen, das rückwärts ging

Kate Hamer: Das Mädchen, das rückwärts ging
Kate Hamer: Das Mädchen, das rückwärts ging

Die Britin Kate Hamer (selbst Mutter zweier Kinder) behandelt in ihrem Debutroman ein sehr heikles, schwieriges, berührendes Thema.

Carmel ist acht Jahre alt als sie ihre Mutter (aus den Augen) verliert. Ein Mann sagt, er wäre ihr Großvater, ihre Mutter sei nach einem Unfall schwer verletzt, sie müsse bei ihm bleiben. Also bleibt das verträumte, phantasiereiche Mädchen bei ihm. Glaubt ihm, dass er ihr Großvater ist, dass ihre Mutter ihren Verletzungen erlegen ist, dass ihr Vater sie nicht haben will. Viele Jahre lang.

Carmels Mutter Beth wurde nicht verletzt. Doch der Verlust ihrer Tochter schmerzt viel stärker als Knochenbrüche schmerzen würden. Nur mühsam gelingt es ihr, weiter zu machen, weiter zu leben. Kate Hamer: Das Mädchen, das rückwärts ging weiterlesen

Colleen Hoover: Hope Forever

Colleen Hoover: Hope Forever
Colleen Hoover: Hope Forever

Dank des amazon-vine-Programms durfte ich mich mal wieder an ein Genre heranlesen, dass ich sonst eher meide: Jugendschnulzen. Als ich Hope Forever der Texanerin Colleen Hoover aufschlug, ging ich davon aus, dass fluffige, kitschige, romantische und wenig aufwühlende Leseabende vor mir liegen würden. Doch der Mädchenroman überraschte mich mit ernsten Themen, berührenden Liebesszenen und weniger plüschigen Schwärmereien als erwartet. Colleen Hoover: Hope Forever weiterlesen

Anne Carey: Blackbird

Anne Carey: Blackbird
Anne Carey: Blackbird

Du wachst auf einem Bahngleis in Los Angeles auf. Du weißt nicht wie Du hierher kamst und wer Du bist. Du merkst allerdings schnell, dass Du verfolgt, nein, gejagt wirst. Du kannst niemandem trauen und auch nicht zur Polizei. Du bist die Protagonistin aus Anna Careys Blackbird und dies ist erst der erste Band.

Ich mag Jugendbücher. Derzeit noch mehr als sonst, weil sie meist herrlich leicht zu verdauen sind. Lehrreich zwar, aber flott zu lesen und unterhaltsam. Die Geschichte um das gedächtnislose, um ihr Leben laufende Mädchen, mit dem Vogeltattoo auf seinem Handgelenk, machte mich neugierig. Es versprach eine surrende Grundspannung. Doch dieses Versprechen hielt der Roman leider nicht. Anne Carey: Blackbird weiterlesen

Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho

Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho

Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch bereiteten mir vor über einem Jahr fluffige Lesestunden. So freute ich mich sehr, als mein Brüderchen mir zum Geburtstag den zweiten Teil der fantastischen Krimireihe schenkte. Der schließt nahtlos an den Vorgänger an, so dass man diesen auf jeden Fall vorher gelesen haben sollte.
Wieder machte es Spaß Zauberlehrling und Police Constable Peter Grant durch Londons magische Seiten zu begleiten. Doch leider reicht der zweite Band nicht an den ersten heran. Schwarzer Mond über Soho wirkt eher wie ein Zwischenspiel, das nur auf den dritten Teil hinarbeitet. Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho weiterlesen

Miller, Stentz: “Der beste Tag meines Lebens”

Ashley Edward Miller, Zack Stentz: "Der beste Tag meines Lebens"
Ashley Edward Miller, Zack Stentz: “Der beste Tag meines Lebens”

Als ich letzten Monat durch das Amazon Vine-Angebot stöberte, erweckte der schöne grüne Einband von “Der beste Tag meines Lebens” meine Aufmerksamkeit. Die Zusammenfassung des Jugendromans um den Teenager Colin Fischer, welcher die Herausforderung seiner Asperger Krankheit meistern muss und ein Verbrechen aufklären möchte, klang vielversprechend. Dass die beiden Autoren Ashley Edward Miller und Zack Stentz bisher nur Drehbücher geschrieben haben (darunter auch für die TV-Serie „Fringe“ und die Blockbuster „Thor“ und einen “X-Men“-Film) beeindruckte mich wenig, hielt mich aber auch nicht davon ab, das broschierte Buch anzufordern. Miller, Stentz: “Der beste Tag meines Lebens” weiterlesen

Stefan aus dem Siepen: “Das Seil”

Stefan aus dem Siepen: "Das Seil"
Stefan aus dem Siepen: "Das Seil"

“Auf dem Boden lag ein Seil – nichts weiter.” Allein dieser Satz auf dem Rücken des Buches mit dem unprätentiösen und mehr als passenden Titel Das Seil überzeugte mich, es unbedingt lesen zu wollen. Der Klappentext beschreibt Stefan aus dem Siepens 175-seitigen Roman als “glänzend geschriebene Parabel”, die “den Einbruch des Unbegreiflichen und Chaotischen in eine wohlgeordneten Welt” schildert. Stefan aus dem Siepen: “Das Seil” weiterlesen

Lissa Price: “Starters”

Lissa Price: "Starters"
Lissa Price: "Starters"

Amerika in einer nicht näher bestimmten Zukunft. Während eines verheerenden, mit biologischen Waffen geführten Krieges starben alle Menschen mittleren Alters. Nur die ganz Jungen und die sehr Alten überlebten. Die 16-jährige Callie gehört mit ihrem achtjährigem Bruder Tayler als einzige ihrer Familie zu den Überlebenden. Ohne Großeltern sind die beiden Starters auf sich alleine gestellt und schlagen sich mehr schlecht als recht auf der Straße durch. Lissa Price: “Starters” weiterlesen