Lissa Price: “Starters”

Lissa Price: "Starters"

Lissa Price: "Starters"

Amerika in einer nicht näher bestimmten Zukunft. Während eines verheerenden, mit biologischen Waffen geführten Krieges starben alle Menschen mittleren Alters. Nur die ganz Jungen und die sehr Alten überlebten. Die 16-jährige Callie gehört mit ihrem achtjährigem Bruder Tayler als einzige ihrer Familie zu den Überlebenden. Ohne Großeltern sind die beiden Starters auf sich alleine gestellt und schlagen sich mehr schlecht als recht auf der Straße durch.

Um ihrem kränklichen Bruder eine bessere Zukunft gewähren zu können, geht Callie einen verhängnisvollen Vertrag mit der dubiosen Body Bank ein. Dieses Institut bietet reichen Senioren die Möglichkeit in einen jungen Körper zu schlüpfen. Durch einen Computerchip im Gehirn gelingt eine parasitäre Verbindung zwischen dem Körper des Starters und dem Geist des Enders. Während des Mietverhältnisses bekommt der eigentliche Besitzer des Körpers nichts von dem mit, was mit ihm geschieht.

Die ersten beiden, kurzen Mietverhältnisse laufen glatt, doch bei ihrem Dritten und Letzten geht etwas schief. Callie erlangt während der Laufzeit mehrmals die Kontrolle über ihren Körper zurück und erfährt Entsetzliches. Soll sie tatsächlich ein Attentat ausführen? Auf wen? Warum? Für Callie beginnt ein Kampf der den von David gegen Goliath in den Schatten stellen könnte.

Klassische Dystopie

Lissa Price: "Starters"

Lissa Price: "Starters"

Lissa Price entwirft in Starters eine recht klassische Dystopie. Ein Krieg veränderte die Welt nachhaltig und nachteilig. Die Mehrheit der Menschen starb. Nur noch Kinder und Greise bevölkern ein tristes Amerika. Die reichen Uralten leben in Saus und Braus. Jugendliche dagegen dürfen nicht arbeiten und falls sie keine erwachsenen Verwandten mehr besitzen, sind sie zu einem erbärmlichen Leben in Abrisshäusern verdammt. So weit, so unspektakulär.

Die Idee, dass alte, reiche Knacker – just for fun – in den Körper eines jungen Menschen schlüpfen, ihn wie einen Taucheranzug einfach mieten können, fand ich allerdings sehr spannend.

Jugendgerecht umgesetzt

Lissa Price: "Starters"

Lissa Price: "Starters"

Price setzt diese Idee in einfachen Sätzen sehr jugendgerecht um. Ihr gelingt der Spagat zischen Spannung, Sozialkritik und leichter Lektüre. Teenager dürften sich mit der Protagonistin ohne Probleme identifizieren und sich in ihrer Welt zurechtfinden können. Mir fiel es dagegen schwer, das pupertär-pampige Verhalten und die daraus resultierende Weltsicht nachvollziehen zu können. Allerdings erzählt uns Callie ihre Geschichte selbst (Ich-Perspektive). Somit ergeben Ton und Sichtweise durchaus Sinn.

Nachdem ich meine anfänglichen Identifikationsprobleme überwunden hatte, zog mich die Geschichte schnell in ihren Bann. Callie stellte sich als nicht so hormongesteuert und dumm heraus, wie ich nach den ersten Kapiteln vermutete und die Geschichte als nicht ganz so geradlinig und naiv wie ich fürchtete. Tatsächlich fand ich mich am dritten Leseabend unerwartet auf Seite 398 und damit am Ende des qualitativ hochwertig gebundenen Buches (mit Lesebändchen!) wieder.

Obwohl eher eine leichte Lektüre, sorgte Lissa Prices Jugend-Dystopie Starters für spannende Leseabende mit durchaus sozialkritischem Inhalt.

Am 12. November erscheint der zweite Teil Enders und am Starters-Drehbuch arbeitet Price auch schon.

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