Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Straße

Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Straße

Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Straße
Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Straße

Die Sandman-Comics, Sternwanderer, Niemalsland, American Gods, Coraline – das sind nur einige seiner Werke und ich liebe und schätze sie alle. Egal ob Graphic Novel, Roman oder Drehbuch, alles was der Brite Neil Gaiman veröffentlicht verschlinge ich früher oder später. So auch seinen neuesten Roman Der Ozean am Ende der Straße.

“Heute Morgen war ich meiner Pflicht nachgekommen; ich hatte Worte gefunden, die dem Anlass angemessen waren, und ich hatte sie ehrlich gemeint. Dann, nach dem Gottesdienst, war ich in mein Auto gestiegen und ziellos durch die Gegend gefahren, weil ich noch eine Stunde totschlagen musste, bevor ich Leute traf, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, um Hände zu schütteln und aus dem Festtagsgeschirr zu viele Tassen Tee zu trinken.“ (Seite 9)

Die ziellose Fahrt führt den Mann zu dem Grundstück, auf dem er aufwuchs. Sie führt ihn bis zu dem Teich am Ende der Straße, von dem Lettie Hempstock sagte, es wäre ein Ozean. Er schaut in das trübe Wasser des Ententeichs. Und in seine Vergangenheit.Er erinnert sich an die Zeit, als er sieben war. Kein Kleinkind mehr, aber doch noch ein kleiner Junge. Als er noch quer Feld ein lief anstatt über Wege. Als er den Zauber der Welt nicht in Frage stellte. Und als er Dinge erlebte, die ein Erwachsener wohl nie glauben würde.

Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Straße
Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Straße

Während ich den Protagonisten bei seiner Reise in seine Kindheit begleite, schmunzelte ich häufig über die Verwirrung des Siebenjährigen, wenn es um das Verhalten von Erwachsenen ging. Zu gut kann ich mich an meine Kindheit erinnern und daran, welch Rätsel mir meine Eltern waren. Wie unverständlich ich es fand, dass sie vieles nicht sahen, nicht verstanden. Feinsinnig fühlt sich Gaiman in seinen kindlichen Helden und erzählt schon fast poetisch die Geschichte eines abenteuerlich-gefährlichen Frühlings. Viel zu schnell lagen die 238 Seiten (inklusive lesenswerter Danksagung) hinter mir und ließen mich – leicht melancholisch – zurück.

Neil Gaimans neuer Roman ist weder abgedreht wie Coraline, noch morbide-kindlich wie The Graveyard Book oder klassisch-fantastisch wie Sternwanderer. Der Ozean am Ende der Straße ist ein wundervolles, doch grundsolides Märchen über das Geheimnisvolle um uns herum. Über uralte Mächte, Ordnung und Unordnung, Ängste, Mut und Dummheit und das Vergessen.

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