Kuschelflosse – Der knusperleckere Buchstaben-Klau

Nina Müller: Kuschelflosse - Der knusperleckere Buchstaben-Klau
Nina Müller: Kuschelflosse – Der knusperleckere Buchstaben-Klau

„Mein Radio ist krank. Es hat einen unheimlich merkwürdigen Schluckauf.“ So begrüßt Fellfisch Kuschelflosse seinen Freund Sebi durch das Aquafon. Doch das belesene Seebrillchen weiß auch keinen Rat. Es stellt sogar fest, dass auch auf seiner Zeitung und in seinen Büchern Buchstaben fehlen. Zusammen mit ihren Freunden Schwimmerdbeere Emmi und Herrn Kofferfisch machen sie sich auf die Suche nach dem Geheimnis der verschwundenen Buchstaben.

Findefisch Krawallo weist ihnen den Weg durch die Bäckerei Huberhörnchen und deren Zauber-Kaminkehrer-Türchen, in die U-Blubberbahn bis zur geheimnisvollen Mjammjam-Fabrik und deren gewieften Boss – dem Mjammjam-Hai. Und dann geht das Abenteuer erst richtig los.

Der knusperleckere Buchstabenklau ist so quirlig-wild wie seine Vorgänger. Die Unterwasserwelt von Fischhausen genauso kunterbunt wie in den vier bisherigen Geschichten. Wir treffen alte Bekannte, die vier Freunde sind unzertrennlich, abenteuerlustig, neugierig und frech. Der Chef kicherte sich bei Herrn Kofferfischs Pups-Anekdoten scheckig und grinste über jeden Krawallo-Krach. Doch diesmal saß er auch schockiert neben mir, während in Fischhausen immer mehr Buchstaben verschwanden. Was war da los? Das darf doch nicht sein! Bücher dürfen doch nicht kaputt gemacht werden!!!

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Wo die Freiheit wächst – Briefroman zum Widerstand der Edelweißpiraten

Frank Maria Reifenberg: Wo die Freiheit wächst - Briefroman zum Widerstand der Edelweißpiraten
Frank Maria Reifenberg: Wo die Freiheit wächst

Lene macht eine Ausbildung im Friseursalon von Madame Céline in Köln Nippes. Sie ist 16 Jahre alt. Sie mag Bücher, lässt sich von Jungs den Kopf verdrehen und hegt eine unverwüstliche, beste Freundschaft zu Rosi. Lene ist ein ganz normales Mädchen. Doch die Zeiten sind nicht normal.

Wir befinden uns im Jahr 1942. Bombenangriffe der Alliierten gehören zu Lenes Leben. Rosi flüchtete schon aufs Land. Die Freundschaft wurde zur Brieffreundschaft. Lenes großer Bruder Franz kämpft an der Ostfront. Ihr kleiner Bruder entwickelt sich zum glühenden Nazi. Ihre kleinen Schwestern kennen keinen Frieden. Ihre Mutter ist nur noch ein Schatten. Ihr Vater? Vermisst. Lene versucht ihren Weg durch die Trümmer zu finden, ohne sich selbst und die Menschlichkeit zu verlieren.

Es fühlt sich so echt an, weil es so echt ist

Knapp ein Jahr begleiten wir Lene. Schauen Ihr beim Briefeschreiben über die Schulter. Und dürfen Nachrichten ihrer Lieben an sie lesen. Denn Wo die Freiheit wächst ist ein Briefroman. Ungewöhnlich und gewöhnungsbedüftig. Schwierig. Doch lohnend. Ich brauchte lange, um in die Geschichte rein zu finden. Aber dann fühlte sich das Geschehen so nah an, so intensiv, so persönlich, dass ich mit Lene auf jeden neuen Brief fieberte. Ich lauschte ihren Gesprächen. War heimlich Zeuge von Dingen, die doch keiner wissen sollte. Keiner wissen durfte.

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Günther Jakobs‘ anarchischer Cartoon-Spaß: „Katz und Maus wollen hier raus“

Günther Jakobs: "Katz und Maus wollen hier raus - Nun mach das Buch schon auf!"
Günther Jakobs: „Katz und Maus wollen hier raus – Nun mach das Buch schon auf!“

„Huch, wo bin ich hier?“ fragt die kleine Katze und fordert uns auf: „Fühl mal!“. Also fühlen wir. Ja, das fühlt sich glatt an! Dann schnuppern wir. Es riecht nach Papier. Oh ja! Die Katze findet mit uns heraus, dass sie in einem Buch steckt.

Schön und gut, aber auf Dauer doch nicht so ganz das, was sie will. Sie will da raus! Darum geht sie mit uns auf die Suche nach einem Ausweg. Wir drehen das Buch für sie und schütteln es; verfolgen das Kätzchen dabei, wie es versucht hinauszulaufen – alles ohne Erfolg. Deshalb streicheln wir die Katze, während sie sich ausruht und zwicken sie, damit sie aufwacht. Nichts hilft. Wir greifen zu drastischeren Maßnahmen. Doch erst als die Katze sich einen Freund malt, gelingt den beiden zusammen, was uns vorher nicht gelang.

Aufforderung zum Tabubruch

Uiuiui, was ein anarchisch-witziger Spaß. Mit dem Cartoon „Katz und Maus wollen hier raus“ sprengt Illustrator Günther Jakobs den Rahmen üblicher Bücher und verhilft damit nicht nur seinen tierischen Buchbewohnern zum Ausbruch. Das kleine Büchlein rüttelt an festgefahrenen Regeln und lehrt, wie schön es ist auch mal die Regeln zu brechen.

Nicht nur, dass uns der Protagonist persönlich anspricht und uns zum Mitmachen animiert, er fordert uns auch zum absoluten Tabu auf. Zum größten Verbrechen eines Buchliebhabers: Wir sollen eine Seite zerreißen. In echt! Boah, was hat mein Fünfjähriger schockiert geschaut als ihn die Katze dazu aufforderte ausnahmsweise eine Seite durchzureißen. Auch Ermutigungen meinerseits führten nur zu entsetztem Kopfschütteln. Den zweijährigen Revoluzzer musste ich dagegen nicht zweimal bitten. Mit großer Freude riss er mit mir zusammen ein ordentliches Stück Papier aus dem Buch. Yeah! Jetzt haben wir ein Unikat! :-D

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„Taumspringer“ von Alex Rühle: Gebt den Träumern das Kommando!

Alex Rühle: "Traumspringer"
Alex Rühle: „Traumspringer“

Leon ist ein Träumer. Zumindest nennen ihn seine Lehrer und seine Eltern so. Dabei guckt er nur gerne, was draußen passiert und denkt so gern an andere Sachen. Doch seine Lehrer und seine Eltern haben recht. Mehr als sie ahnen.

Denn Leon ist nicht nur ein Träumer – er ist ein Traumspinger! Er kann seine Träume steuern und die Träume von anderen Schlafenden betreten. Und genau wegen dieser Fähigkeit benötigt Morpheus dringend Leons Hilfe. Der Hüter der Nacht und Archivar all unserer Träume befürchtet, dass sein Bruder Krato Unheilvolles im Schilde führt. Krato verschwand aus der Unterwelt, ging zu den Menschen. Und als Krato das letzte Mal zu den Menschen ging, löste das die Pest aus… Nur Leon kann helfen.

Fiktionale Gefahren treffen Alltagstücken

Traumspringer von Alex Rühle ist ein fantastischer Abenteuerroman für Kids ab zehn Jahren. Rühle verwebt die fiktionale Gefahr durch Krato geschickt mit den ganz realen Tücken der Gegenwart und des Erwachsenwerdens. Die erste Schwärmerei gehört genauso dazu, wie das Unverstandenfühlen durch Erwachsene und der Mobbing-Alltag in der Schule.

Nebenbei wird unser Umgang mit Medien hinterfragt. Denn ein außergewöhnliches Browser-Game fesselt die Aufmerksamkeit von immer mehr Menschen aus Leons Umfeld. Nach und nach verfallen die meisten seiner Freunde dem Spiel. Und sogar sein Vater.
Was hier überzeichnet ein wichtiger Teil der Geschichte ist, hält dem ein oder anderen Jugendlichen (und Elternteil) bestimmt den Spiegel vor. Zumindest ich fühlte mich durchaus erwischt.

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Klassischer Krimi an meinem Sehnsuchtsort

Jean-Luc Bannalec: "Bretonische Verhältnisse"
Jean-Luc Bannalec: „Bretonische Verhältnisse“

Wenn ich vom perfekten Leben träume, dann träume ich von einem alten, restaurierten Hof mit ein, zwei kleinen Nebengebäuden am Atlantik. Im Westen Frankreichs. In der Bretagne. Steile Klippen, traumhafte Sand-, Stein- und Kieselstrände, duftende Kiefern und Pinien. Der würzige Seegeruch, dessen Algen- und Salzaromen auf die schweren, feuchten Auendüfte des Hinterlandes prallen, seltsam wild und harmonisch. Pickelnder Cidre und nach Meer schmeckender Muscadet. Salzige Butter, reichhaltiges Gebäck, Crêpes und Galettes. Die Bretagne ist mein absolutes Sehnsuchtsland. So viele verwunschene Stunden voll des atemberaubenden bretonischen Lichts verbrachte ich die letzten Jahre mit meinem Mann an der Westküste der großen Halbinsel.

Urlaub in der Nähe des Tatorts

So stand denn auch der Krimi Bretonische Verhältnisse sofort auf meiner Lesewunschliste als es erschien. Doch wie es manchmal so ist… Die Jahre – ja, Jahre! – vergingen. Das Buch wartete geduldig. Bis jetzt. Bretonische Verhältnisse begleitete mich in unseren letzten langen, außersaisonalen Familienurlaub bevor die Schulpflicht des Chefs uns an die Hauptsaison bindet. In die Bretagne. Wo ich das Buch endlich verschlang. Und als Bonus die Orte des Geschehens direkt begutachten konnte. Denn der Tatort lag nicht weit von unserem Feriendomizil.

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Kristina Günak: „Glück ist meine Lieblingsfarbe“

Kristina Günak: „Glück ist meine Lieblingsfarbe“
Kristina Günak: „Glück ist meine Lieblingsfarbe“ (Bildquelle: Bastei Lübbe)

„Alles wird gut!“ Das ist Julis Lieblingsspruch. Doch irgendwie ist ihr beim Gutwerden etwas dazwischengekommen. Sie ist nicht glücklich im verregneten Hamburg; im gutbezahlten, aber verhassten Job; bei ihrer zielorientierten Familie. Was will sie wirklich? Warum scheinen alle anderen ihren Platz im Leben gefunden zu haben? Was macht ein zufriedenes Leben aus? Mit ihren 30 Jahren sollte sie doch wissen, wohin die Reise geht. Um Antworten zu finden nimmt sich Juli kurzer Hand eine Auszeit.

Mit leichtem Koffer und schwerem Seelengepäck reist sie nach La Palma. Arbeitet als Sandwich-Verkäuferin und Hundesitterin und grübelt. Und lernt den ernsten, zuverlässigen Quinn kennen. Der sich mit dem Glück auch ziemlich schwer tut. Als Juli plötzlich die Verantwortung für einen kleinen Hund übernehmen muss und Quinn sie selbstlos unterstützt, beginnt das Ziel der Reise Formen anzunehmen. Oder ist der Weg dann doch das Ziel?

Warm wie eine kanarische Sommerbrise

Glück ist meine Lieblingsfarbe ist eine herzerwärmende Romanze, die Mut macht auf’s Herz zu hören. Juli ist eine unglaublich sympathische Protagonistin. Und das meine ich wortwörtlich. Es ist unglaublich, wie liebenswert sie ist. Sie ist zu gut für diese Welt. Ich kleine Teilzeit-Misanthropin möchte mir dringend eine Scheibe von der menschenliebenden Juli abschneiden. Das Gute im Menschen sehen. Auf die Bedürfnisse anderer so eingehen, wie sie es tut und die Welt dadurch einen Tick besser machen. Denn es ist doch eigentlich so einfach, wenn man ein wenig hinter die Mauern schaut.

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Antje Wagner: „Schattengesicht“

Antje Wagner: "Schattengesicht"
Antje Wagner: „Schattengesicht“

Mila und Polly sind unzertrennlich – schon seit Kindertagen. Während ihres Studiums versteckt Mila Polly in ihrem Zimmer des Studentenwohnheims. Sie teilen sich das erste eigene Apartment. Und fliehen gemeinsam von Stadt zu Stadt. Denn irgendwie pflastern Leichen ihren Weg. Auch reagieren die Menschen nervös, verärgert oder gar verängstigt auf Polly. So bleibt sie meist im Hintergrund, schweigt, gibt acht. Und greift ein, wenn es nötig ist.

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„Milchzähne“ von Helene Bukowski: Ein düsterer, postapokalyptischer Albtraum

Helene Bukowski: "Milchzähne" (Cover von netgalley.de abfotogafiert)
Helene Bukowski: „Milchzähne“ (Cover-Quelle: netgalley.de)

Skalde lebt mit Ihrer seltsam abwesend wirkenden Mutter Edith irgendwo in dem Land hinter der gesprengten Betonbrücke. Die Menschen der Gegend sprengten die Brücke aus Angst vor den Anderen. Vor denen, die vor der Katastrophe flüchten. Vor der Hitze. Vor dem Chaos, dass auch Edith vor mehr als 20 Jahren in die Gegend trieb wie ein Stück Treibholz. Teil des Landes, an das der Fluss sie spülte, wurde Edith aber nie.

Skalde und Edith waren ein Herz und eine Seele, bis Skalde die Milchzähne ausfielen. Wie den Menschen in der Gegend. Dieser Verlust trieb einen Keil zwischen die beiden. Skalde blieb sich selbst überlassen, während sie zu einer Frau heranwuchs. Das Zusammenleben zwischen der extravaganten, unbeherrschten Mutter und dem bodenständigen, angepassten Kind – reine Zweckgemeinschaft.

Bis Meisis auftaucht. Das Kind mit den feuerroten Haaren kommt nicht aus der Gegend. Die Einheimischen wollen es nicht. Skalde nimmt es dennoch bei sich auf. Gegen den Willen aller. Das Auftauchen des Kindes, die immer heißer werdenden Tage, die ausgehenden Vorräte – das mühsam aufrechterhaltene Gleichgewicht beginnt zu wanken.

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„Artgerechte Ernährung“ – mein Ausflug ins Kochbuch-Genre

Artgerechte Ernährung. Das Kochbuch von Dr. med. Matthias Riedl und Anna Cavelius
Artgerechte Ernährung. Das Kochbuch von Dr. med. Matthias Riedl und Anna Cavelius

Ich blogge gerade echt gerne. Mit allem, was dazu gehört. Dieses Jahr tobte ich mich schon bei der Instagram-Challenge „Meet the Blogger“ aus, besuchte die fantastische LitBlog Convention, wusel rum und halte die Augen offen. So stolperte ich über die diesjährige Challenge von NetGalleyDE.

NetGalley verbindet professionelle Leser (Journalisten, Buchhändler, aber eben auch Blogger) mit den Verlagen und ihren Rezensionsexemplaren (in Form von E-Books). Eine unglaublich praktische Plattform für lesebegeisterte Schreiberlinge.

In der #NetGalleyDEChallenge geht es nun darum, vier Wochen lang so viele neue Bücher kennenzulernen wie möglich. Ein Buch aus der Challenge habe ich Euch hier im Blog schon vorgestellt -> Witchmark von C. L. Polk. Neben der Hauptaufgabe besonders viele Bücher zu lesen – und natürlich auch zu rezensieren – stellt Netgalley im Laufe des Wettstreits auch drei Mini-Challenges. Die erste Aufgabe bestand darin, Einblick in sein Lesetagebuch zu geben oder (in meinem Fall) eines zu erstellen. Das machte Spaß und war unglaublich nötig.

Die zweite Mini-Challenge forderte mich nun aber tatsächlich heraus. Wir sollen ein neues Genre entdecken. Für mich Genre-Hüpfer echt schwierig. Sachbücher lese ich allerdings wirklich selten. Und Kochbücher stelle ich mir in Zeiten von Chefkoch und Co. auch kaum welche ins Regal. Also nutzte ich den Stupser und gab dem Kochbuch Artgerechte Ernährung des NDR-Ernährungs-Docs Dr. Matthias Riedl eine Chance. Und – lange Rede kurzer Sinn – darum geht es in diesem Beitrag eigentlich.

Gesund Essen

Dr. Riedl brachte Anfang des Jahres einen Ratgeber mit dem Titel: Artgerechte Ernährung: Heilung für Beschwerden, die Ärzte ratlos machen heraus. Im Grunde geht es darum, dass gesundes Essen – nun ja – gesund ist. Der Mensch soll sich so ernähren, wie es seiner Entwicklung angemessen ist. Eine falsche Ernährung mache krank. Das ist jetzt keine neue und auch keine seltene These. Aber jeder Gesundheitsguru zieht dazu seine eigenen Schlüsse und gibt andere Ratschläge. Riedl zieht Ernährungsgewohnheiten aus Gebieten der Erde heran, in denen die Bevölkerung besonders alt wird: Italien, Island, Schweiz, Singapur, Australien, Spanien, Japan, Schweden, Luxemburg und Israel.

Daraus folgert der Mediziner, dass gesundes Essen ballaststoff- und kohlenhydratreich und zu 80 % pflanzlich sein sollte. Es sollte viele sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, wenig rotes und viel weißes Fleisch. Außerdem gehörten hochwertige pflanzliche Proteine, Nüsse, Gewürze und Kräuter dazu. Der Mensch solle auf Ausgewogenheit, Vielfalt, Regionalität, Saisonalität achten, sich bewegen und soziale Kontakte pflegen. Klingt vernünftig. Und damit der geneigte Leser direkt mit der gesunden Ernährung loslegen kann, erschien im März das passende Kochbuch zum Ratgeber.

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Reise durch die Natur: Ein Guckloch-Buch

Reise durch die Natur: Ein Guckloch-Buch von Clover Robin und Libby Walden
Clover Robin und Libby Walden: Reise durch die Natur

„Die Natur verändert sich,
drum nimm dir Zeit, sie anzusehen,
an jedem Tag, in jedem Jahr,
bevor die Wunder schnell vergehn.“

Mit diesem Vers beginnt eine Reise über Wiesen, durch Himmel und Schilf, in den Mikrokosmus kleiner Krabbeltiere, an den Strand, ins Erdreich und Flussbett, in andere Länder, durch die Jahreszeiten und die Nacht.

Auf jeder der zwölf Trippelseiten verbergen sich hinter einer ausklappbaren Gucklockseite Einblicke in die verschiedenen Lebensbereiche von Flora und Fauna. Wir schauen z. B. Blumenwiesen beim Erblühen zu; dürfen Vogeleltern beim Nestbau über die Schulter blicken; besuchen Teichbewohner über und unter Wasser; blicken unter die Erde und begleiten die Zugvögel nach Afrika.

Ästhetisch-farbenfroh und kindgerecht

Die Gucklöcher bringen noch mehr Leben in das eh schon sprudelnde Gewusel und Gewimmel. Es gibt so viel zu entdecken. Soviel zu vergleichen. Vorher, Nachher. Sind wirklich aus allen Knospen Blumen geschossen? Der Kokon wird gleich zum Schmetterling? Huch, da versteckt sich ja ein Krebs!

Die plastischen Illustrationen der Künstlerin Clover Robin fangen die verschiedenen Reiche der Natur berauschend schön ein. Farbenfroh und kindgerecht. Und doch so ästhetisch-künstlerisch, dass ich Große meine wahre Freude daran habe. Der Zweijährigen freut sich über alle Tiere und über jedes Blatt, das er entdeckt. Er genießt den Detailreichtum der Bilder und entdeckt Kleinigkeiten, die ich übersehen hätte. Der Fünfjährige ist eher kein Ästhet. Er interessiert sich mehr für die Fakten. Und die gibt’s hier reichlich.

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