Frauenroman, Sozialkrimi und Gesellschaftsdrama in einem

Amelie Fried: Paradies
Amelie Fried: Paradies

In Paradies erzählt die Bestseller-Autorin Amelie Fried (Traumfrau mit Nebenwirkungen, Rosannas Tochter) die Geschichte einer Reisegruppe. Die Teilnehmer könnten nicht unterschiedlicher sein. Die seit langem glücklich verheiratete Grundschullehrerin (Mutter von drei Kindern), die junge Sozialarbeiterin mit Burnout, die ältere Kioskbesitzerin (und Ex-Hure), die wunderschöne und sehr oberflächliche Schickse, die durchgeknallte Esoterik-Verherrlichende, der trauernde Witwer, der gutmütige Geschiedene, der „Ich-hab-nichts-gegen-Ausländer,-aber…“-Außenseiter und, und, und. Allein das Ziel, eine Woche im Paradies zu verbringen, sich zu entspannen und sich etwas Gutes zu tun vereint sie. Meer und Sonne, gutes Essen, Meditation und Yoga, Selbsterfahrung und Körperarbeit stehen auf dem Plan. Doch dann kommt alles anders. Frauenroman, Sozialkrimi und Gesellschaftsdrama in einem weiterlesen

Geräuschvolles Bauernhofbuch von Ravensburger

Sachen suchen, Sachen hören: Auf dem Bauernhof
Sachen suchen, Sachen hören: Auf dem Bauernhof

Der Vizechef liebt dieses Buch seit er 15 oder 16 Monate alt ist. Der große Bruder zeigte ihm wie es funktioniert, er machte es nach und – zack – seitdem sitzt er regelmäßig auf dem Sofa und lässt die Kuh muhen, den Hund bellen, den Hahn krähen, das Schwein grunzen und den Traktor rattern. Seine Lieblingsgeräusche variieren. Anfangs war‘s der Traktor, dann die Kuh, dann der Hahn. Nun wohnt Sachen suchen, Sachen hören: Auf dem Bauernhof schon gut zehn Monate bei uns und langweilig sind die zwölf Seiten noch immer nicht. Selbst der Fünfjährige leistet dem Mini immer noch gerne Gesellschaft, wenn der das geräuschvolle Bauernhofbuch mal wieder aus dem Regal gezogen hat.

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Aus der Rubrik: Bücher, die keinen Spaß machen

Alexa Hennig von Lange: Kampfsterne
Alexa Hennig von Lange: Kampfsterne

Oh man! Gut eine Woche ist vergangen, seit ich die letzte Seite von Kampfsterne umgeblättert habe. Eine Woche, in der ich immer wieder zu dem Gelesenen zurückkehrte. Eine Woche, in der mir die verkorksten Charaktere nicht aus dem Kopf gingen. Eine Woche, in der ich ständig über Handlungen nachgrübelte, über deren Folgen, über die Sehnsüchte der Protagonisten und ihre Unfähigkeit, sie auszuleben …oder auch nur zu kommunizieren.  Kampfsterne gehört zu den Büchern, die mich nicht loslassen. Das macht wohl ein gutes Buch aus. Auch wenn es sich nicht gut anfühlt. Aus der Rubrik: Bücher, die keinen Spaß machen weiterlesen

Faltbarer Bollerwagen von Ultrasport: Ultra praktisch und kinderleicht zu ziehen

Mit dem Ultrasport durch den Wald
Der Ultrasport macht auch im Wald eine gute Figur

Der zusammenklappbare Bollerwagen der Amazon-Marke Ultrasport begeistert uns schwer. Er lässt sich intuitiv und sehr einfach ausfalten. Allein das innen parkende Paar Reifen auseinanderzuschieben ist hin und wieder ein wenig hakelig. Er lässt sich extrem gut lenken – in der Stadt, über Bordsteine und Kopfsteinpflaster, auf dem Spielplatz durch niedrigen Sand, im Wald durch Laub und Matsch. Wir haben alles ausprobiert. Mit zwei Kindern an Bord durch den Wald beim Pilze suchen, mit dutzenden Kamellebeuteln bepackt beim Karnevalszug in Köln, mit zwei Getränkekisten und reichlich Lebensmitteln beladen beim Einkauf für’s Sommerfest, mit sechs vollgepackten Flohmarktkisten über’s Altstadtpflaster, mit den Kids und Tagesproviant, Spielzeug und „Einrichtung“ über den Strand. Alles kein Problem für die breiten, profilstarken Plastikreifen. Bei sehr feinem, tiefem Sand und tiefem, frischem, weichem Matsch stößt der Wagen an seine Grenzen. Aber wer könnte ihm das verübeln.

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Poetische Literatur mit nervigem Protagonisten

Marion Poschmann: Die Kieferninseln
Marion Poschmann: Die Kieferninseln

Gilbert Silvester träumt, dass seine Frau ihn betrügt. Zack – fliegt der Bartforscher (im Auftrag von Wissenschaft und Werbung) nach Japan, wo er den Spuren des klassischen Dichters Bashō folgt. Er begibt sich auf eine Pilgerreise zu den sagenumwobenen Kieferninseln. Mehr oder weniger freiwillig begleitet vom Freitod suchenden japanischen Studenten Yosa. Der wiederrum versucht, dem „Complete Manual of Suicide“ zu folgen. So die Geschichte.

Poschmann schrieb mit Die Kieferninseln ein – ohne Frage – literarisch wunderschönes Buch. Poetisch. Wohlformuliert. Melodisch. Die Geschichte ist absurd; Gilbert Silvester ein schrullig-verkopfter Wissenschaftler in seiner Midlifecrisis. Ein sonderlicher Einzelgänger.  Der Geschichte folgte ich gerne. Die Stationen von Yosas Selbstmordbuches machten Spaß. Die wohlgesetzten Wörter genoss ich. Nur leider blieb mit Gilbert fern. Ich fand ihn unerträglich in seinen intellektuellen, pseudophilosophischen Betrachtungen. In seiner arroganten Art. Anfangs fand ich ihn noch irgendwie witzig. Doch mit jedem Satz nervte er mich mehr. Leider schmälerte das doch arg meinen Lesegenus.

Fachjurys waren da weit begeisterter als ich. Die Kieferninseln erhielt den Berliner Literaturpreis 2018 und stand auf der Shortlist des Deutschen Lilteraturpreises 2017.

Auch andere Eltern haben…kreative Kinder

Dinge, die mein Kind kaputt gemacht hat
Dinge, die mein Kind kaputt gemacht hat

Dinge, die mein Kind kaputt gemacht hat war (oder ist?) eine Rubrik der Zeitschrift Nido (Stern). Das 48-seitige Büchlein aus dem arsEdition-Verlag ist eine Sammlung der eingesendeten Leserbilder. Die Dinge, die die Kinder kaputt gemacht haben reichen vom Telefon in der Spülmaschine über bemalte Bettdecken und verbogenen Brillen bis zu verschmorten Smartphones, zerschnittenem Geld oder einem sorgfältig mit dem Schraubenschlüsselt zertrümmerten Mülleimer. Auch andere Eltern haben…kreative Kinder weiterlesen

Bilderbuch oder Musikspielzeug? Beides!

Christine Georg: Mein liebstes Klavierbuch
Christine Georg: Mein liebstes Klavierbuch

Das Pappbilderbuch „Mein liebstes Klavierbuch“ bezaubert mit den knuffigen Illustrationen der Kommunikationsdesignerin Christine Georg. Auf den liebevoll gestalteten Seiten tanzen zum Beispiel Igel und Eichhörnchen miteinander; toben Zappelmänner über, hinter und auf Pilzen herum; kümmern sich Ente, Maus und Bär um den kranken Hasen in der Grube; plantscht ein Frosch mit Gummistiefeln durch den Regen; bekommt ein Waschbär Post; sind wir zu Gast auf einer Schmetterlingshochzeit, reisen mit der Schneckenpost und lassen uns von einer Grille in den Schlaf fiedeln. Bilderbuch oder Musikspielzeug? Beides! weiterlesen

Ich liebe ihn, aber perfekt ist er nicht!

cbx Buggy Etu
cbx Buggy Etu

Endlich habe ich ihn gefunden. Den Buggy, mit dem ich den Rest unserer Kleinkindertage verbringen will – den cbx Buggy Etu. Positiv überrascht haben mich seine Wenigkeit, sein wirklich grandioser Faltmechanismus, seine Kompaktheit und sein geringes Gewicht. In der Stadt kommt er sehr gut zurecht. Bürgersteige, Kopfsteinpflaster, kurze Strecken in Spielplatzsand und Matsch – alles kein Problem. Ein kurzer Stopp in einem der aus dem Boden schießenden, engen Hippster-Cafés? Warum nicht. Das Kind der Oma oder Freundin auf den Schoß gesetzt, den Entriegelungsmechanismus am Schiebegriff gedrückt und den Kinderwagen zusammenfalten. Er ist nicht viel größer als ein Bordtrolley und kann einfach in einer Ecke oder unter dem Tisch verstaut werden. Das geht sogar einhändig. Das ist Gold wert! Ich liebe ihn, aber perfekt ist er nicht! weiterlesen

Oberflächlich, sexistisch, brutal und einfach schlecht geschrieben

Candice Fox: Eden
Candice Fox: Eden

Die australische Schriftstellerin Candice Fox wird als australisches Ausnahmetalent der Kriminal-Literatur gefeiert. Der Debütroman der 1980 geborenen Autorin wurde mit dem Ned Kelly Award in der Kategorie Bester Erstlingsroman ausgezeichnet. Der Nachfolger Eden bekam ebenfalls einen Ned Kelly Award (Auszeichnung für australische oder in Australien lebende Kriminalschriftsteller). Diesmal als bester Roman. Und da tun mir die Australier nun sehr leid. Denn wie schlecht muss es um das Genre in Down Under stehen, wenn dieser Schund den Preis für den besten Roman bekommt? Oberflächlich, sexistisch, brutal und einfach schlecht geschrieben weiterlesen

Das sagt der Vizechef: Wow, was ein Spaß!!!

Mr. Shopbot von Tomy
Mr. Shopbot von Tomy

Meine (Erwachsenen-)Meinung über Mr. Shopbot von Tomy: Er ist laut und nervig. Mr. Shopbot besitzt keinen Ausschalter! Einmal entsichert, plappert, piept und scheppert er immer wieder los, sobald er nur leicht bewegt wird. Ein Graus! Viel mehr als Lärm macht er dann auch nicht. Das Kind kann ihn mit den sechs Plastikmünzen füttern. Das hat allerdings keinen Effekt, außer dass sie nach unten in die Schublade plumpsen (wenn diese geschlossen ist). Um dem Roboter Mampf-Geräusche zu entlocken muss man ihm die Schnauze dann noch zudrücken. Von wegen „Klappe zu“…dann legt der Plastikhaufen mit seinem Futterlärm erst los – inklusive Rülpser. Das sagt der Vizechef: Wow, was ein Spaß!!! weiterlesen